Kompaktklasse: Mazda3 2.2 CD - VW Golf GTD Kompaktklasse: Mazda3 2.2 CD - VW Golf GTD

22.07.2009
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Lust auf Drehmoment bei wenig Verbrauch? Die neuen Kompakten Mazda3 2.2 CD und VW Golf GTD sorgen für selbstzündende Fahrfreude und große Reichweiten

Was haben Surfer und Fahrer starker Diesel gemeinsam? Den Spaß am Gleiten und den Wunsch, möglichst lange draußen zu bleiben. Bei Surfern bedeutet das, für eine gefühlte Ewigkeit auf der Welle zu reiten, und bei Dieselfahrern, keinen frühzeitigen Stopp an der Zapfsäule einlegen zu müssen und sich am Temperament des Motors zu erfreuen.

Eine besonders üppige Drehmoment-Dreingabe versprechen die beiden neuesten Kandidaten in der Liga der kompakten Selbstzünder. Die Japaner wollen mit dem 185 PS starken Mazda3 2.2 CD den Funken ebenso überspringen lassen wie die Deutschen mit dem neu aufgelegten und 170 PS starken VW Golf GTD.

 

Karosserie

Moderne Kompakte können es in puncto Platzangebot durchaus mit Mittelklässlern von gestern aufnehmen. Das heißt: Sowohl im Golf als auch im Mazda3 lassen sich vier Personen kommod unterbringen. Allerdings gibt sich der Golf vor allem im Heck noch etwas großzügiger. Beim Gepäckraum sind bei beiden Kontrahenten Kompromisse gefragt: 340 Liter im Mazda respektive 350 Liter im Golf verlangen Zurückhaltung.

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Die Zuladung fällt dagegen großzügig aus. Mazda und VW dürfen über 500 Kilogramm an Bord nehmen. Wer die Sitzlehnen umklappt, stellt fest, dass der Golf eine deutlich höhere Stufe im Ladeboden aufweist als der Mazda, was das Einladen sperriger Güter erschwert. Immerhin: In der GTD-Ausstattung können sich Golf-Kunden über eine serienmäßige Durchreiche in der Fondsitzlehne freuen.

Umfangreich ist die Sicherheitsausstattung. Hier prescht der Japaner mit serienmäßigen Bi-XenonScheinwerfern inklusive Kurvenlicht und einem Toter- Winkel-Warner vor. Der VW hält mit einem serienmäßigen Knieairbag für den Fahrer und hinteren Seitenairbags dagegen (Aufpreis: 335 Euro).

Qualitativ bietet der Golf eine höherwertige Materialanmutung als der Mazda. Auch hier gilt: Das Bessere ist des Guten Feind.

KarosserieMax. PunkteVW Golf GTDMazda3 2.2 CD
Raumangebot vorn1007067
Raumangebot hinten1005753
Übersichtlichkeit703836
Bedienung/ Funktion1009088
Kofferraumvolumen1003030
Variabilität1003025
Zuladung/ Anhängelast803638
Sicherheit1509497
Qualität/ Verarbeitung200185175
Kapitelbewertung1000630609

 

Fahrkomfort

Das Sportfahrwerk des GTD entspricht dem Set-Up aus dem GTI. Neben der Tieferlegung um 20 Millimeter an der Vorderachse und um 15 Millimeter hinten schmälert die straffe Abstimmung zusammen mit den steifen 18- Zöllern trotz adaptiver Dämpfer den Golf-typischen Abrollkomfort. Das Fahrwerk stößt bei voller Beladung früher an seine Grenzen. Auf kurzen Bodenwellen schlägt der VW eher durch als der Mazda. Auch im leeren Zustand übt sich der Japaner in landestypischer Höflichkeit gegenüber seinen Insassen und spricht sensibler auf Unebenheiten an. Auf maroden Landstraßen zeigt er weniger Karosseriezittern und rollt deutlich geschmeidiger ab.

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Dank serienmäßiger Zweizonen-Klimaautomatik behalten die Mitfahrer in beiden Fahrzeugen stets einen kühlen Kopf. Dies ist vor allem im Mazda sinnvoll, weil dessen viel zu klein ausgefallener Navigationsbildschirm samt der Miniaturschrift heißblütige Fahrer leicht zur Weißglut treiben kann. Positives gibt es vom Gestühl zu vermelden. Die Vordersitze im Mazda bieten ordentlichen Halt und sind vor allem im Schulterbereich angenehm geformt.

Aber: Die Möbel des VW sind noch etwas komfortabler und geben noch mehr Halt. Zudem überzeugen die Sitze im Golf- Fond mit mehr Kontur und strafferer Polsterung.

FahrkomfortMax. PunkteVW Golf GTDMazda3 2.2 CD
Sitzkomfort vorn150141130
Sitzkomfort hinten1007064
Ergonomie150132115
Innengeräusche503131
Geräuscheindruck1006156
Klimatisierung503737
Federung leer200130132
Federung beladen200125128
Kapitelbewertung1000727693

 

Motor und Getriebe

Rückblende: 1982 stellten die Wolfsburger ihren ersten Golf GTD vor. Ein 1,6-Liter-Diesel mit 70 PS in einer leichten, optisch auf GTI getrimmten Kompaktkarosserie ließ Dieselfahrer fortan nicht mehr nur von A nach B steuern, sondern brachte erstmals Spaß ins Spiel. Auch der neue Golf mit dem GTD-Kürzel ist ein Garant für Fahrvergnügen. Der 2.0-Liter-TDI beschleunigt in 7,7 Sekunden auf 100 km/h. Dank seiner 350 Nm Maximaldrehmoment rollt man besonders schaltfaul über Berg und Tal.

Wenn es sein muss, wechselt das Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG, Aufpreis: 1875 Euro) blitzschnell die Gänge. Wer will, kann mit 220 km/h zum Ziel eilen. Abseits der Messwerte begeistert die entspannte Art, mit der hier Leistung erzeugt wird. Ähnlich souverän sind dank großzügiger 400 Nm Drehmoment auch Madza3-Piloten unterwegs.

Jedoch fällt der Japaner, obwohl mit 200 cm3 mehr Hubraum und 15 Mehr-PS gesegnet, bei den Fahrleistungen etwas zurück: Für den Sprint von Null auf 100 km/h benötigt er eine halbe Sekunde länger, und in der Höchstgeschwindigkeit ist bei 213 km/h Schluss. Allerdings braucht es im Verkehrsalltag schon einige Kilometer freier Autobahn, damit der Golf dem Mazda dauerhaft enteilen kann.

Unterschiedlich ist die Leistungsentfaltung der beiden Motoren: Das Triebwerk im Mazda 3 stellt verwertbare Leistung erst ab etwa 2000 /min zur Verfügung, reagiert mitunter etwas verzögert auf Gaspedalbefehle, dreht dafür aber etwas lockerer nach oben heraus als sein Konkurrent. Der Golf-Motor geht subjektiv im Drehzahlkeller kräftiger zu Werke und spricht auch spontaner an. Mazda-Fahrer müssen den Schalthebel des manuellen Sechsgang-Getriebes ebenfalls selten bemühen – und falls doch, gehen die Gangwechsel exakt von der Hand.

Die Stunde der Wahrheit schlägt an der Tankstelle: Hier setzt der Golf mit 6,5 Liter Testverbrauch auf 100 Kilometer die Bestmarke. Der Japaner benötigt 7,2 Liter. Auf diese Weise bringt es der VW auf 846 Kilometer Reichweite, während es der Mazda bei 763 bewenden lässt.

Motor und GetriebeMax. PunkteVW Golf GTDMazda3 2.2 CD
Beschleunigung150119115
Elastizität10000
Höchstgeschwindigkeit1506863
Getriebeabstufung1009081
Kraftentfaltung503534
Laufkultur1005152
Verbrauch325258245
Reichweite251614
Kapitelbewertung1000637604

 

Fahrdynamik

Der Mazda 3 fällt als ausgesprochen ausgewogener Kandidat auf. Gegenüber der Vorgängergeneration sind deutliche Fortschritte zu verzeichnen. So spricht die Lenkung aus der Mittellage nicht mehr so bissig an wie beim alten Japan-Dreier. Dennoch dürfte das Steuer auf schnellen Kurvenpassagen noch etwas mehr Fahrbahnkontakt vermitteln.

Auch Antriebseinfl üsse sind ab und zu spürbar. Verbesserungswürdig ist die Tendenz der Lenkung, bei schnellen Richtungswechseln zu verhärten. Die früher deutlich ausgeprägten Lastwechselreaktionen fallen dagegen beim neuen Modell merklich zahmer aus. Auch die Traktion geriet für einen 185-PS-Fronttriebler mit 400 Nm Drehmoment durchaus ordentlich. Beim Bremsen aus 100 km/h steht der Mazda mit kalter und warmer Bremse nach gut 38 Metern.

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Was der Mazda3 gut kann, gelingt dem Golf GTD noch besser. Ausgestattet mit 18-Zoll-Rädern (600 Euro) und adaptiver Fahrwerksregelung DCC (945 Euro) schlüpft hier Rudolf Diesel in den Jogging-Anzug. So zeigt der Wolfsburger in kurvigem Geläuf eine ausgeprägte Leichtfüßigkeit. Er reagiert spontaner auf Lenkbefehle als der Mazda, produziert deutlich weniger Aufbaubewegungen, verkraftet höhere Kurventempi und zieht nahe der Reifenhaftgrenze ebenfalls leicht untersteuernd seine Bahn. Beim Bremsen deklassiert er den Gegner mit um rund drei Meter kürzeren Bremswegen deutlich.

FahrdynamikMax. PunkteVW Golf GTDMazda3 2.2 CD
Handling1506862
Slalom1006867
Lenkung1008578
Geradeauslauf504138
Bremsdosierung302018
Bremsweg kalt1509469
Bremsweg warm1509370
Traktion1003936
Fahrsicherheit150133125
Wendekreis201614
Kapitelbewertung1000657577

 

Umwelt und Kosten

Dass der Mazda dieses Kapitel gewinnt, liegt an seinem niedrigeren Grundpreis und der dreijährigen Garantie. Ein Minuspunkt sind die Werkstattkosten, die der ADAC mit 570 Euro pro Jahr weitaus höher einschätzt als beim Golf (420 Euro). Auch bei der Kfz-Steuer, den Versicherungsprämien und den Emissionswerten schneidet der VW besser ab. Erfreulicherweise sind beide von Haus aus gut ausgestattet.

Kosten/UmweltMax. PunkteVW Golf GTDMazda3 2.2 CD
Bewerteter Preis675187200
Wertverlust502020
Ausstattung252020
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502833
Werkstattkosten201614
Steuer1087
Versicherung403231
Kraftstoff554240
Emissionswerte2584
Kapitelbewertung1000353449

 

Fazit

Der neue Mazda3 2.2 CD mit 185 PS wirkt sehr ausgewogen. Vor allem der gute Federungskomfort und das gute Preis-/Leistungs-Verhältnis überzeugen. Bei den Bremsen und dem Verbrauch fällt er jedoch deutlich hinter den Konkurrenten aus Wolfsburg zurück. Deshalb geht der sportlich abgestimmte Golf GTD mit seiner überragenden Fahrdynamik, der hohen Qualität und dem eindrucksvollen Antrieb deutlich als Sieger aus diesem Vergleichstest hervor. Doch dafür verlangen die Wolfsburger auch einen ziemlich saftigen Preis.

Gesamtbewertung

Max. PunkteVW Golf GTDMazda3 2.2 CD
Summe500030042932
Platzierung12

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