Kompakte SUV: Land Rover, BMW und Ford im Vergleichstest Kompakte SUV: Land Rover, BMW und Ford

08.08.2011
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Die kompakten SUV Land Rover Freelander TD4_e mit Start/Stopp-Automatik , BMW X3 xDrive 18d und Ford Kuga 2.0 TDCi 4x4 wollen mit Spaß und Sparsamkeit überzeugen

Bislang stand der Name Land Rover als Synonym für Geländegängigkeit und Abenteuerlust. Jetzt soll der 152 PS starke Freelander TD4_e mit Start/Stopp-Technik dafür sorgen, dass das Image der Marke um den Aspekt Umweltfreundlichkeit erweitert wird. Autos von BMW gelten in erster Linie als Fahrspaß-orientiert, aber auch als hocheffi zient. Der neue Basisdiesel im X3, der 18d mit 143 PS, soll ganz zeitgemäß eher mit knauserigem Spritverbrauch überzeugen als durch dynamische Qualitäten. Als Referenzfahrzeug in Sachen Ökonomie haben wir den Ford Kuga mit 136-PS-Dieselmotor gewählt.

 

Karosserie

Ungeachtet ihrer Antriebstechnik werden SUV häufi g deshalb gekauft, weil sie die praktischen Talente von klassischen Kombis mit der erhöhten Sitzposition eines Vans vereinen und dank Allradtechnik zusätzlich noch mit einem erweiterten Einsatzgebiet aufwarten können.

Betrachten wir zunächst die Kombi-Tugenden, so ergibt sich ein etwas unklares Bild: Der Kuga gleicht seinen recht kleinen Kofferraum (410 Liter) mit durchdachten Details wie den Ablagen unter dem Ladeboden und im Fond-Fußraum sowie der praktischen Heckklappe mit separat öffnender Scheibe aus. Auch das Frachtabteil des ansonsten großzügig bemessenen Freelanders fällt im Standardformat bescheiden aus (405 Liter). Bei umgeklappten Rücksitzen offeriert er indes den größten Stauraum (1670 Liter).

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Ferner punktet er mit einer hohen Zuladung. Im X3 stören die umgeklappten Fondsitzlehnen, weil sie sich nicht eben in den Ladeboden einfügen. Dafür überzeugt der BMW aber mit einem ordentlichen Stauvolumen (480 Liter), der mit Abstand niedrigsten Ladekante und seinem soliden Trenn-Netz zwischen Koffer- und Fahrgastraum, das die Ladung bei Vollbremsungen festhält, wo sie hingehört.

Überhaupt offeriert der X3 die aufwendigsten Lösungen zum Schutz seiner Insassen und verfügt über die meisten Sicherheits-Features. Kurvenlicht, Seiten-Airbags im Fond und crash-aktive Kopfstützen gibt’s nur bei ihm. Die Verarbeitung des BMW ist tadellos, aber auch der Land Rover wirkt sehr solide und zeigt ein sauberes Finish. Im Kuga trüben Kleinigkeiten wie zum Beispiel die harten Kunststoffe der Türverkleidung sowie im unteren Teil der Armaturentafel das Wohlbefinden.

Als Zugfahrzeug eignen sich alle drei hervorragend. Jedoch darf der BMW nur 1,8 Tonnen an den Haken nehmen, während der Landy zwei Tonnen schleppt und 150 kg Stützlast verkraftet. Der Ford darf sogar 2,1 Tonnen ziehen, hat aber nur 105 kg Stützlast.

KarosserieMax. PunkteBMW X3 xDrive 18dLand Rover Freelander TD4_eFord Kuga 2.0 TDCi 4x4
Raumangebot vorn100737572
Raumangebot hinten100676965
Übersichtlichkeit70536048
Bedienung/ Funktion100889087
Kofferraumvolumen100494139
Variabilität100334144
Zuladung/ Anhängelast80405244
Sicherheit150957478
Qualität/ Verarbeitung200178178170
Kapitelbewertung1000676680647

 

Fahrkomfort

Gerade weil Fahrten im Gespannbetrieb schon mal länger dauern können, sollte man den Sitz-, Geräusch-und Abrollkomfort nicht unterschätzen. Der Freelander offenbart sich diesbezüglich als das angenehmste der drei SUV. Seine Sitze fallen zwar etwas klein aus, stützen aber den Körper gut ab und gefallen mit einer straffen, aber keineswegs harten Polsterung. Der 2,2-Liter-Diesel läuft kultiviert und spielt sich akustisch nie in den Vordergrund. Abgerundet wird der positive Eindruck durch das geschmeidige Ansprechen des Fahrwerks und den langen Federwegen.

Sein lautes Motorgeräusch im Stand trübt jedoch die Punktebilanz – zumindest, solange die Start/Stopp-Automatik dem Vierzylinder im Leerlauf nicht den Hahn abdreht. Das leiseste Auto im Test ist der BMW. Sein gedrosselter Zweiliter-Motor läuft ebenfalls sehr ruhig, und auch die im Testwagen montierten Komfortsitze überzeugen auf ganzer Linie. Allerdings kosten sie auch 2110 Euro Aufpreis. Zudem rollt der X3 spürbar straffer gedämpft über Unebenheiten.

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Der Federungskomfort des Ford Kuga bildet einen guten Kompromiss zwischen dem sportlichstraffen BMW und dem schluckfreudigen Land Rover. Die Fläche seiner Sitze lässt sich aber nicht in der Neigung justieren, und die Möbel sind für groß Gewachsene zu hoch im Auto montiert. Daraus resultiert eine nicht optimale Sitzposition, die auf langen Strecken für Verdruss sorgen kann.

FahrkomfortMax. PunkteBMW X3 xDrive 18dLand Rover Freelander TD4_eFord Kuga 2.0 TDCi 4x4
Sitzkomfort vorn150130115100
Sitzkomfort hinten100727972
Ergonomie150132138133
Innengeräusche50373027
Geräuscheindruck100717369
Klimatisierung50323734
Federung leer200133153145
Federung beladen200131148137
Kapitelbewertung1000738773717

 

Motor und Getriebe

Umso größer ist dann die Freude des Fahrers, wenn er die Verbrauchsanzeige des Kuga 2.0 TDCi beobachtet. Auf unserer Testrunde mit definierter Stadt-, Land- und Autobahnfahrt genehmigte sich der Ford durchschnittlich 7,2 Liter Diesel für 100 Kilometer Strecke. Dies verdankt er in erster Linie dem relativ niedrigen Leergewicht von exakt 1600 Kilogramm. Trotz seines drehfreudigen Motors fällt er bei den Fahrleistungen mit nur 136 PS Leistung zurück. Lediglich in der Elastizitätsmessung zeigt er dank einer recht kurzen Übersetzung den beiden anderen SUV die Rückleuchten. Noch zwei Kritikpunkte: Die Anfahrschwäche des TDCi-Motors nervt, genau wie das ungewohnt hakelige Schaltgetriebe.

Schwerstes (1850 Kilogramm) und zugleich stärkstes Auto im Test ist der Freelander, dessen Verbrauchswert sich bei ebenfalls sehr guten 7,5 Liter Diesel im Schnitt einpendelt. Trotz des höchsten Drehmoments von stattlichen 400 Nm trägt der Land Rover beim Durchzug die rote Laterne. Er dreht unwillig hoch und ist etwas zu lang übersetzt.

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Den goldenen Mittelweg beschreitet BMW mit der Getriebeabstufung des 18d. Trotz der bescheidenen Leistung von 143 PS sprintet der X3 respektabel und zieht auch im großen Gang noch anständig. Andererseits begnügt er sich bei 1740 kg Leergewicht mit 7,5 Liter – ohne Start/Stopp-Automatik. Außerdem erzielt der X3 mit genügend Anlauf die höchste Endgeschwindigkeit auf der Autobahn. Selbst in der gedrosselten 18d-Version empfiehlt sich der Zweiliter-Motor, der im 20d 34 PS mehr leistet, aber auch 2750 Euro mehr kostet als eine sehr harmonische Antriebseinheit für den kompakten BMW-Offroader.

Motor und GetriebeMax. PunkteBMW X3 xDrive 18dLand Rover Freelander TD4_eFord Kuga 2.0 TDCi 4x4
Beschleunigung150989488
Elastizität100696172
Höchstgeschwindigkeit150493938
Getriebeabstufung100858380
Kraftentfaltung50333031
Laufkultur100707070
Verbrauch325239239245
Reichweite25171815
Kapitelbewertung1000660634639

 

Fahrdynamik

Erwartungsgemäß beherrscht der fahraktive X3 mit seinem vollvariablen xDrive-Allradsystem die Dynamik-Tests. Die optionalen Sommerreifen ohne M+S-Eignung (1110 Euro) des Testwagens verbessern das ohnehin überlegene Handling weiter.

Der Freelander rollt zwar auf Reifen mit M+S-Kennung, doch diese zeigen weder mehr Grip im Gelände noch ernsthafte Wintereigenschaften. Der Land Rover ist gutmütig und bietet eine sehr präzise Rückmeldung. Sein weiches Fahrwerk sorgt aber bei Vollbremsungen für sehr stark entlastete Hinterräder. Dies wiederum erklärt seinen fast 42 Meter langen Bremsweg: zu viel. Ein Trumpf im Gelände ist der Terrain-Response-Drehregler (ab Modell S), über den der Fahrer Motor, Allrad und Traktionskontrolle für verschiedene Untergründe optimieren kann: einfach, aber effektiv.

Der Kuga rollt auf Ganzjahresreifen, bremst aber dennoch ordentlich und lenkt willig ein – ohne dabei das Agilitätsniveau des BMW zu erreichen. Die Geländeeignung des Ford ist begrenzt.

FahrdynamikMax. PunkteBMW X3 xDrive 18dLand Rover Freelander TD4_eFord Kuga 2.0 TDCi 4x4
Handling150533345
Slalom100514445
Lenkung100888884
Geradeauslauf50424140
Bremsdosierung30181717
Bremsweg kalt150583456
Bremsweg warm150533253
Traktion100908678
Fahrsicherheit150138131133
Wendekreis20888
Kapitelbewertung1000599514559

 

Umwelt und Kosten

Beim Blick in die Preisliste überzeugt der Kuga mit seinem günstigen Basispreis und dem damit verbundenen geringen absoluten Wertverlust. Allerdings kosten Alu-Räder, Metalliclack und CDRadio extra, was den Preis relativiert. Tatsächlich fährt man mit dem Freelander günstiger, der zudem mit einer Dreijahresgarantie aufwartet. Der BMW wird als einziger nach der Euro-5-Norm homologiert, ist aber unterm Strich klar das teuerste Auto.

Kosten/UmweltMax. PunkteBMW X3 xDrive 18dLand Rover Freelander TD4_eFord Kuga 2.0 TDCi 4x4
Bewerteter Preis675161188195
Wertverlust50181921
Ausstattung2517182
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung50202218
Werkstattkosten20151113
Steuer10777
Versicherung40333133
Kraftstoff55404040
Emissionswerte25837984
Kapitelbewertung1000394415413

 

Fazit

Zählt man alle Punkte zusammen, so erweist sich einmal mehr der BMW X3 als Sieger-Typ im SUV-Segment. Selbst mit dem neuen Spar-Diesel xDrive 18d bleibt der Offroader ein harmonisches Auto ohne Schwächen. Der Land Rover Freelander TD4_e erweitert seine Tugenden: Zu Nutzwert, Komfort, Platz und Geländegängigkeit kommt jetzt noch Genügsamkeit hinzu. Der Ford Kuga 2.0 TDCi ist zwar der Sparmeister in diesem Test, doch setzt er außer im Design zu wenig Akzente.

Gesamtbewertung

Max. PunkteBMW X3 xDrive 18dLand Rover Freelander TD4_eFord Kuga 2.0 TDCi 4x4
Summe5000306730162975
Platzierung123

Tags:

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