Kompakte Diesel-Kombis von Skoda und VW Skoda Octavia Combi 1.6 TDI und VW Golf Variant 1.6 TDI

10.11.2009
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Diese zwei passen bestens in die Zeit: genügend Platz und Leistung bei geringem Verbrauch und Preise mit Bodenhaftung. Welcher der beiden ist das bessere Kombi-Angebot?

Nachdem der Golf VI als Drei- und Fünftürer vorgestellt worden war, schlug der Variant kräftig aus der Art. Wie das Cabrio- Coupé Eos und der Stufenheck- Golf Jetta trug er einen mächtigen Chrom-Grill, während der Golf IV mit einem schmalen, schwarzen Cinemascope-Grill auftrat.

Nun wurde der Variant dem Normalo- Golf angeglichen und ist von vorn eigentlich nur über die serienmäßige Dachreling unterscheidbar. Mit dem Modellwechsel bekam der Familien-Golf auch einen neuen Basis-Diesel mit 1,6 Liter Hubraum und 105 PS.

Genau dieser moderne Motor mit nur 4,5 Liter EU-Verbrauch ist auch im Konzern-Kollegen Octavia Combi von Skoda erhältlich, der auch sonst technisch eng mit dem Golf verwandt ist. Ist der Skoda vielleicht der bessere, weil gut 2200 Euro billigere Kauf?

 

Karosserie

Was den Kofferraum angeht, hat Skoda aus dem gemeinsamen Technikbaukasten mehr gemacht als VW. Mit 580 bis 1620 Litern Volumen spielt der Octavia in einer höheren Liga als der Golf, dessen Eigner zwischen 505 und 1495 Liter Stauraum zur Verfügung hat.

Dafür bietet der Golf bei umgeklappten Rücksitzen serienmäßig eine ebene Ladefläche, während der Zwischenboden, der diese ermöglicht, beim Octavia 165 Euro kostet und erst ab der Ambiente- Ausstattung lieferbar ist. Da sich die Lehne des Beifahrersitzes nur beim Golf klappen lässt (Serie ab Comfortline, 165 Euro für Trendline), ist er eindeutig variabler als der Octavia, der dafür dank schmalerer hinterer Dachsäulen mit der besseren Rundumsicht aufwartet.

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Das Platzangebot ähnelt sich hier wie da sehr – mit leichten Vorteilen für den Octavia. Der Golf punktet im Detail mit der besseren Materialqualität und dem höheren Bedienkomfort. So hält zum Beispiel eine Gasdruckfeder die Motorhaube oben, während der Octavia-Pilot zur Ölstandskontrolle oder zum Nachfüllen des Scheibenwischwassers erst eine antiquierte Stange hervorpulen und einhaken muss.

Nichts zu deuteln gibt es am Ausgang der Sicherheitswertung: Hier liegt der Golf klar vorn, denn für ihn gibt es sogar Seitenairbags hinten (335 Euro), und das ESP kostet nicht 300 Euro extra wie beim Octavia Classic.

KarosserieMax. PunkteVW Golf Variant 1.6 TDISkoda Octavia Combi 1.6 TDI
Raumangebot vorn1007071
Raumangebot hinten1006566
Übersichtlichkeit704446
Bedienung/ Funktion1009088
Kofferraumvolumen1005161
Variabilität1004538
Zuladung/ Anhängelast804242
Sicherheit1509277
Qualität/ Verarbeitung200183180
Kapitelbewertung1000682669

 

Fahrkomfort

Eine längere Tour bringt da schon eher eine Entscheidungshilfe. Generell gilt, dass beide ihre Besatzung nicht übermäßig mit Fahrgeräuschen behelligen. Windzischeln gibt es so gut wie gar nicht, und auch das Brummen des kleinen Diesels da vorn dringt niemals störend in den Innenraum. Einigkeit auf gehobenem Niveau auch in puncto Ergonomie.

Beide sind praktisch eingerichtet, verzichten auf böswillig versteckte Tasten oder Schalter und bieten genügend Ablagen. Den Ausschlag zugunsten des Golf geben Auslegungs- und Abstimmungsfi nessen. Denn für ihn sprechen die ein wenig weicher gepolsterten Sitze mit mehr Seitenhalt durch eine ausgeprägtere Sitzkissenausformung vorn sowie der geringfügig bessere Federungskomfort.

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Speziell beim Anfedern und in tiefen Schlaglöchern zeigt sich der VW einen Hauch williger als der straffer gedämpfte Skoda, der zudem mit schlechter gedämmten Fahrwerksgeräuschen auf derbem Terrain aufwartet. Dennoch zählt der Octavia ohne Frage zu den komfortabelsten Kompaktwagen – Nörgeln auf hohem Niveau, wenn man so will.

Eindeutig in Rückstand gerät der Skoda aber wegen der in der Grundausstattung Classic fehlenden Klimaanlage. Dass gegen Aufpreis auch die Rücksitze beheizbar sind, tröstet weniger als gedacht. Denn diese Option räumt Skoda nur dem Käufer des Modells Ambiente ein, das mit einem Grundpreis von 22 980 Euro aufwartet.

FahrkomfortMax. PunkteVW Golf Variant 1.6 TDISkoda Octavia Combi 1.6 TDI
Sitzkomfort vorn150135128
Sitzkomfort hinten1007068
Ergonomie150132132
Innengeräusche504140
Geräuscheindruck1006462
Klimatisierung503426
Federung leer200136135
Federung beladen200134133
Kapitelbewertung1000746724

 

Motor und Getriebe

Gute Nachricht für Sparfüchse: Mit einem Normverbrauch von 4,5 Litern kommt man bei ruhiger Landstraßenfahrt wirklich hin. Im normalen Alltag genügen 5,8 (Skoda) beziehungsweise 5,9 Liter – das sind ebenfalls gute Werte für erwachsene Kombis.

So dicht wie beim Verbrauch liegen Octavia Combi und Golf Variant auch bei den Fahrleistungen zusammen: unter zwölf Sekunden auf 100 km/h, rund 190 km/h Spitze. Man ist gut motorisiert, wobei zum flotten Vorankommen wegen der Drehmomentschwäche unterhalb von 1800 Umdrehungen fleißiges Schalten gehört.

Gangwechsel bereiten beim VW-Testwagen ein wenig mehr Freude als beim Skoda, da sein Schalthebel eine Nuance leichtgängiger durch die Gassen glitt. Doch das mag Unsauberkeiten geschuldet sein, die bei jeder Großserienfertigung auftreten.

Motor und GetriebeMax. PunkteVW Golf Variant 1.6 TDISkoda Octavia Combi 1.6 TDI
Beschleunigung1508788
Elastizität1007473
Höchstgeschwindigkeit1504645
Getriebeabstufung1008280
Kraftentfaltung503232
Laufkultur1003737
Verbrauch325270272
Reichweite251819
Kapitelbewertung1000646646

 

Fahrdynamik

Ein erfreuliches Kapitel: Beide sind sehr fahrsicher mit leichten Vorteilen für den Golf, dessen ESP nicht ganz abschaltbar ist. Er liegt auf der Handlingstrecke ein wenig stabiler als der minimal schnellere Skoda. Der spontaner einlenkende Golf wiederum tanzt fl otter durch den Slalom. Den Kapitelsieg holt sich der Skoda mit seinen sehr guten Bremswegen

FahrdynamikMax. PunkteVW Golf Variant 1.6 TDISkoda Octavia Combi 1.6 TDI
Handling1505153
Slalom1005350
Lenkung1008179
Geradeauslauf504141
Bremsdosierung301919
Bremsweg kalt1508599
Bremsweg warm1508392
Traktion1004040
Fahrsicherheit150137135
Wendekreis201515
Kapitelbewertung1000605623

 

Umwelt und Kosten

Naja, dieser Preisvorteil schrumpft bei einem genaueren Blick in die Preisliste. Zwar kostet der Golf Variant 1.6 TDI in Basisausstattung Trendline 22 450 Euro und der Skoda Octavia Combi 1.6 TDI als Classic nur 20 280 Euro.

Doch dem Skoda fehlen nicht nur Klimaanlage, elektrische Fensterheber und Funkbedienung für die Zentralverriegelung, sondern auch das ESP, um auf das Ausstattungsniveau des Golf zu kommen. So reduziert sich der Preisvorteil des Skoda in der AZ-Normausstattung auf 230 Euro, wobei darin nicht berücksichtigt ist, dass im Golf auch die hinteren Seitenscheiben per Knopfdruck auf- und absurren, während die Mitfahrer im Octavia noch zur Handkurbel greifen müssen.

Da der Golf bei den Werkstattkosen aufgrund geringerer Arbeitsumfänge günstiger abschneidet als der Octavia und innerhalb von vier Jahren nur rund 1000 Euro mehr an Wert einbüßt, rücken die zwei Konzern-Rivalen in diesem Kapitel ganz eng zusammen. Allein am lieben Geld, das wird klar, sollte man die Entscheidung für einen der beiden Kombis also nicht festmachen.

Kosten/UmweltMax. PunkteVW Golf Variant 1.6 TDISkoda Octavia Combi 1.6 TDI
Bewerteter Preis675237256
Wertverlust502628
Ausstattung25110
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502828
Werkstattkosten201713
Steuer1088
Versicherung403435
Kraftstoff554444
Emissionswerte258686
Kapitelbewertung1000491498

 

Fazit

Der knappe Ausgang dieses konzerninternen Vergleichstests zeigt, wie gleichwertig der Skoda Octavia Combi und der neue VW Golf Variant sind. Der Skoda gewinnt die Kosten-Wertung und mit den kürzeren Bremswegen das Fahrdynamik-Kapitel, der VW liegt beim Fahrkomfort und in der Karosserie-Wertung vorn, die er dank besserer Variabilität und umfangreicherer Serien-Sicherheitsausstattung gewinnt.

Gesamtbewertung

Max. PunkteVW Golf Variant 1.6 TDISkoda Octavia Combi 1.6 TDI
Summe500031703160
Platzierung12

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