Honda CR-Z gegen Mégane Coupé und Scirocco Honda CR-Z, Renault Mégane Coupé und VW Scirocco

22.06.2011
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Während Renault Mégane Coupé und VW Scirocco mit sparsamen Downsizing- Motoren in die Zukunft rollen, kontert der neue Honda CR-Z mit Hybridtechnik. Wie vertragen sich Umweltfreundlichkeit und Sportsgeist?

Bei der Fahrspaß-Fraktion zählten Hybridautos bisher nicht zur ersten Wahl: sparsam, aber auch spaßarm – eine Einschätzung, die nicht allzu weit hergeholt schien. Als Erbe des legendären Honda CRX soll der neue Honda CR-Z mit dem Kraftstoff geizen, aber großzügig in punkto Fahrvergnügen sein. Der Antrieb des Nippon-Coupés besteht aus einem 114 PS starken 1,5-Liter- Vierzylinder-Benziner und einem 14 PS starken Elektromotor, der zwischen dem Verbrennungsmotor und dem Sechsgang-schaltgetriebe angeordnet ist.

VW Scirocco und Renault Mégane setzen stattdessen auf konventionelle 1,4-Liter-Benziner, denen nach dem Downsizing-Prinzip Turbolader kräftig auf die Sprünge helfen.

 

Karosserie

Honda setzt beim Honda CR-Z die Idee vom kleinen Coupé am konsequentesten um: Es wurde überall gekürzt. Mit nur 4,08 Meter Länge ist der Japaner rund 20 Zentimeter kürzer als seine Konkurrenten, und in der Breite fehlen ihm fünf bis sechs Zentimeter. So ist der CR-Z im Grunde genommen ein Zweisitzer. Der Fond taugt nur für Kinder auf Kurzstrecken. Vorne geht es dagegen hinreichend geräumig zu.

Deutlich luftiger sind der VW Scirocco und vor allem der Renault Mégane. Im Letzteren können hinten sogar drei Leute mitfahren, wobei es um Kopf- und Beinfreiheit – wie auch im VW – nicht sonderlich gut bestellt ist. Lademeister ist der Renault, der den größten Kofferraum und die höchste Zuladung im Testfeld bietet. Wobei er allerdings wie die Konkurrenten eine sehr hohe Ladekante hat. Weil der kleine Honda hinten nicht nur einen Tank, sondern auch noch seinen Akku unterbringen muss, fällt sein Gepäckraum (225 bis 595 Liter) besonders knapp aus.

Um die Übersichtlichkeit ist es bei allen schlecht bestellt. Insbesondere schräg nach hinten sieht man infolge hochgezogener Karosserielinien und breiter C-Säulen so gut wie nichts. Dafür gibt es hinsichtlich der Bedienbarkeit wenig Grund zur Klage. Selbst wenn die beiden anderen nicht an die gewohnte, perfekte Logik der VW-Bedienelemente herankommen, so findet man sich in ihnen doch nach kurzer Eingewöhnung gut zurecht. Selbst die futuristisch bunten Instrumente des Honda lassen sich erstaunlich gut ablesen, wenngleich der Digitaltacho mit seinem ständigen Zahlenwechsel ebenso nervt wie im Renault.

KarosserieMax. PunkteRenault Mégane Coupé TCe 130VW Scirocco 1.4 TSIHonda CR-Z 1.5 IMA
Raumangebot vorn100646359
Raumangebot hinten100484530
Übersichtlichkeit70323027
Bedienung/ Funktion100838983
Kofferraumvolumen10035227
Variabilität100251520
Zuladung/ Anhängelast80271814
Sicherheit150839270
Qualität/ Verarbeitung200182186175
Kapitelbewertung1000579560485

 

Fahrkomfort

Sportcoupés ermuntern gerne zu dynamischer Gangart und dabei gilt: Wie man sitzt, so fährt man! Und das geht am besten in den exzellenten Sitzen des VW Scirocco, die nicht nur bequem sind, sonden auch noch prima Seitenhalt geben. Das tiefe Gestühl des Honda ist mit einer ordentlichen seitlichen Schulterabstützung ebenfalls von sportlicher Güte, während man im Renault eher das Gefühl hat, auf einem Kutschbock zu thronen.

Ein wenig Sportlichkeit erwartet der Coupékäufer auch beim Sound seines Gefährts. Und davon hat der Honda reichlich zu bieten, denn er ist der lauteste von allen, was auf längeren Autobahnstrecken eher stört. Deutlich moderater tritt der Megané auf, mit einem angenehm sonoren Klangbild. Den besten Kompromiss liefert VW, mit der leisesten Geräuschkulisse, die jedoch abhängig vom Drehzahlniveau immer die passende sportliche Note liefert.

Ähnlich überzeugend ist der Scirocco auch beim Zusammenspiel von Federn und Dämpfern dank adaptiver Fahrwerksregelung DCC (955 Euro). Im Komfortmodus bügelt der VW – ob beladen oder unbeladen – auch grobe Verwerfungen fast vollständig aus. Seine Federung spricht sensibel an, es gibt kaum Aufbaubewegungen, nichts poltert. Nicht ganz so harmonisch zeigt sich der Mégane.

Seine Federung spricht Schlaglöcher kurz und trocken an. Doch die Sympathiewerte für den Franzosen gehen erst bei höherem Tempo auf der Autobahn in den Keller, wo er sehr hölzern abrollt und seine Karosserie ständig in Bewegung ist. Das ist nicht unsicher, aber unschön. Beim CR-Z ist das Phänomen eher umgekehrt. Seine Fahrwerksabstimmung folgt dem 80er Jahre-Motto seines Vorfahren CRX: Gelobt sei, was hart macht! Auf Unbenheiten reagiert er mit Stuckern, permanenten Aufbaubewegungen, und der daraus resultierenden heftigen vertikalen Beschleunigung auf die Mitfahrer. Im Gegensatz zum Renault wird der Honda jedoch immer verbindlicher und kommoder, je schneller man unterwegs ist.

FahrkomfortMax. PunkteRenault Mégane Coupé TCe 130VW Scirocco 1.4 TSIHonda CR-Z 1.5 IMA
Sitzkomfort vorn150116125120
Sitzkomfort hinten100565235
Ergonomie150115124110
Innengeräusche50263014
Geräuscheindruck100717268
Klimatisierung50303032
Federung leer200140148135
Federung beladen200146150140
Kapitelbewertung1000700731654

 

Motor und Getriebe

Hondas Parallel-Hybrid kann mit dem sogenannten IMA-System (Integrated Motor Assist) nicht rein elektrisch fahren. Stattdessen liefert der E-Motor zusätzliches Drehmoment bei niedrigen und mittleren Drehzahlen. Der CR-Z wartet mit drei Fahrprogrammen auf (Econ, Normal und Sport), die per Knopfdruck angewählt werden können und etwa Gasannahme, Servounterstützung der Lenkung und Hybridunterstützung beeinfl ussen. Wer im Sportmodus das Gaspedal durchtritt, erfährt die volle Systemleistung von 124 PS und dank maximal 174 Nm Gesamtdrehmoment schon bei 1500/min einen erstaunlich kräftigen Antritt – aber nur, solange die Batteriekapazität ausreicht, den E-Motor anzutreiben. Neigt sich der Stromvorrat dem Ende zu, was bei engagierter Fahrweise schon nach wenigen Kilometern der Fall sein kann, wird die Leistung weniger und der Griff zum Schalthebel fällig. Im Schiebebetrieb und beim Bremsen wird Energie zurückgewonnen und damit die Nickel-Metall-Hydrid-Batterie (100,8 Volt) wieder aufgeladen.

Zwar gerät der Honda CR-Z bei Beschleunigung und Elastizität ins Hintertreffen (siehe Tabelle S. 80), dürfte aber mit 200 km/h Höchstgeschwindigkeit kaum zum Verkehrshindernis werden (Renault: 205 km/h, VW 200 km/h). Mit einem Testverbrauch von nur 6,4 Liter Super auf 100 Kilometer, nicht zuletzt dank Start-Stopp-System, zieht er locker an Mégane Coupé (8,3 Liter) und Scirocco (8,2 Liter) vorbei. Im ECON-Modus schaltet das Motormanagement auf Spritsparen, was den CR-Z bei verhaltener Fahrweise geradewegs in den Fünfl iter-Bereich führt. Die beiden 1,4 Liter Turbos von Renault und VW glänzen ebenfalls mit harmonischer Leistungsentfaltung. Der Mégane-Motor liefert die besten Elastizitätswerte. Das VW-Aggregat kontert mit der schnellsten Beschleunigung. Hinsichtlich ihrer Schaltpräzision gefallen VW und Honda besser als die etwas knochige Renault-Schaltbox.

Motor und GetriebeMax. PunkteRenault Mégane Coupé TCe 130VW Scirocco 1.4 TSIHonda CR-Z 1.5 IMA
Beschleunigung150108110104
Elastizität100817358
Höchstgeschwindigkeit150575353
Getriebeabstufung100808686
Kraftentfaltung50303029
Laufkultur100707069
Verbrauch325224226260
Reichweite25131211
Kapitelbewertung1000663660670

 

Fahrdynamik

Auf dem Handling-Parcours zeigt der Honda CR-Z, dass er sich ganz wie seine Vorfahren dem Fahrvergnügen verpflichtet fühlt. Richtungsänderungen setzt er dank seiner direkten Lenkung sehr spontan um. Erst spät beginnt er zu untersteuern. Allerdings sind ihm Lastwechselreaktionen nicht fremd. Wer in Kurven vom Gas geht, erlebt ein kräftiges eindrehendes Heck, das recht spät vom ESP abgefangen wird. Mit deaktiviertem Schleuderschutz sollte der Fahrer aber ein gewisses Maß an Unerschrockenheit und Erfahrung mitbringen, soll der Jubel nicht dem Jammer weichen.

In Kurven wirkt der Renault Mégane wesentlich schwerfälliger aber auch gutmütiger. Demgegenüber liefert der VW Scirocco den besten Kompromiß aus Agilität und Fahrsicherheit. Wie der Renault gibt er im Grenzbereich den moderaten Untersteuerer. Jedoch folgt er Lenkbefehlen nicht so spontan, wie man es von früher getesteten Scirocco dieser Serie kennt. Auch beim Bremsen trägt der VW wider Erwarten die rote Laterne: Ein Kaltbremswert aus Tempo 100 von 38,5 Metern unterbieten die Konkurrenten deutlich. Allen voran der Japaner, der fast zwei Meter früher steht. Beim Warmbremswert setzt der Renault mit 35,8 Metern die Bestmarke. Die Dosierbarkeit seiner Bremse bietet aufgrund des giftigen Ansprechens allerdings noch Verbesserungspotenzial.

FahrdynamikMax. PunkteRenault Mégane Coupé TCe 130VW Scirocco 1.4 TSIHonda CR-Z 1.5 IMA
Handling150717457
Slalom100776857
Lenkung100758282
Geradeauslauf50404039
Bremsdosierung30172020
Bremsweg kalt150806684
Bremsweg warm150917974
Traktion100424240
Fahrsicherheit150128128115
Wendekreis20121515
Kapitelbewertung1000633614583

 

Umwelt und Kosten

Trotz der teuren Hybridtechnik leistet sich der Honda beim Kaufpreis keinen Ausrutscher. Mit 21.990 Euro Grundpreis liegt er 210 Euro unter dem Scirocco. Das Renault Mégane Coupé ist in der Anschaffung am günstigsten (20.550 Euro) und liefert die beste Grundausstattung innerhalb des Trios. Die DAT-Experten schätzen für den modernen Honda-Hybrid eine ähnliche Wertminderung wie für den VW-Scirocco: Knapp 13.000 Euro sind bei beiden binnen vier Jahren abzuschreiben. Traditonell kommt der Volkswagen laut ADAC mit den geringsten Werkstatt- und Versicherungskosten aus.

Kosten/UmweltMax. PunkteRenault Mégane Coupé TCe 130VW Scirocco 1.4 TSIHonda CR-Z 1.5 IMA
Bewerteter Preis675254239241
Wertverlust50262525
Ausstattung25201412
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung50272825
Werkstattkosten20141715
Steuer109910
Versicherung40313332
Kraftstoff55373742
Emissionswerte25878993
Kapitelbewertung1000505491495

 

Fazit

Hut ab! Mit dem neuen Honda CR-Z zeigen die Japaner, dass Hybridtechnik Spaß machen kann. Mit dem niedrigen Verbrauch gelingt dem Nippon- Coupé darüber hinaus der Brückenschlag zwischen Umweltfreundlichkeit und Fahrvergnügen. Dass der Honda diesen Test dennoch verliert, liegt in der Tatsache begründet, dass er vor allem beim Platzangebot, den Komforteigenschaften und der Fahrsicherheit hinter die Konkurrenz zurückfällt. Der Überraschungssieger kommt aus Frankreich: Das Renault Mégane Coupé erweist sich als insgesamt gutes und dazu noch günstiges Angebot. Den Sieg verschenkt der hochwertige und sehr komfortable VW Scirocco aufgrund seiner eher mäßigen Bremsleistung.

Gesamtbewertung

Max. PunkteRenault Mégane Coupé TCe 130VW Scirocco 1.4 TSIHonda CR-Z 1.5 IMA
Summe5000308030562887
Platzierung123

Tags:
Thermoelektrische Kühlbox 12V
UVP: EUR 67,95
Preis: EUR 26,39 Prime-Versand
Sie sparen: 41,56 EUR (61%)
PowerDrive Ladegerät
 
Preis: EUR 8,99 Prime-Versand
Bluetooth Receiver
 
Preis: EUR 13,99 Prime-Versand
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.