Kommentar: Lancias Modelloffensive New Lancia

14.03.2011

Haben Sie es im Neuheitenrummel rund um den Genfer Automobilsalon mitbekommen? Lancia startet eine Modelloffensive – mit Modellen auf Chrysler-Basis

Lancia in Genf: Weltpremiere für fünf Modelle und vier davon sind alte Bekannte aus den USA. Nur der neue viertürige Video: Highlights in Genf und das Facelift des Delta haben italienische Gene, unter den Cinemascope-Ecken des neuen Thema versteckt sich ein Chrysler 300 C, der große Van ist eigentlich ein Chrysler und die beiden Chrysler 200: Neuvorstellung-Varianten (Limousine und Cabrio) rollen sechs Flugstunden westlich von Turin als Chrysler 200 über die Straßen.

Blankes Entsetzen bei den verbliebenen Fans und Verehrern der Marke Lancia: Die wichtigsten Modelle der Marke und auch die Experten sind mehrheitlich ratlos. Wir meinen aber – abwarten und Cappuccino trinken. Mit prall gefüllter Kriegskasse ließe sich selbstverständlich ganz anders aufspielen, diese wichtige Grundvoraussetzung geht jedoch sowohl der Marke Lancia als auch dem Beinahe-Bankrotteur Chrysler völlig ab. Die Truppen beiderseits des Atlantiks treten also die Flucht nach vorne an und machen das Beste aus dem Vorhandenen.

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Das Badge-Engineering, das von den Hütern der reinen Lehre so verteufelt wird, ist in der Autoindustrie mittlerweile nicht nur gang und gäbe, sondern reine Überlebenspflicht. Und wen stört es schon, dass sein Audi A3 ein Golf ein Skoda ein Seat ist? Alles eine Frage geschickter Markenführung, das exerziert der Volkswagen-Konzern jeden Tag vor.

Selbstverständlich ist der Spagat zwischen dem US-Heavy-Metal und der vielbesungenen italienischen Leichtigkeit enorm, die beiden Marken-Images bewegen sich geradezu von entgegengesetzten Polen aufeinander zu. Trotzdem: Geben wir Lancia doch noch einmal eine Chance, bald werden wir uns ja mit eigenen Augen davon überzeugen können, wie viel Lancia in einem Chrysler stecken kann.

Genau betrachtet steckt hinter den munter ausgetauschten Markenzeichen noch viel mehr. Der Neuer Chrysler 300C in Detroit (Lancia Thema) ist eigentlich eine etwas ältere Mercedes E-Klasse und der Grand Voyager wird in den USA auch als Volkswagen Routan verkauft. In Sachen Badge-Engineering sind Lancia-Fans hier also ab sofort in den besten Händen...
Johannes Riegsinger

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