Kombis mit Diesel Schwedisches Druckmittel

13.02.2008
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Kräftiger Diesel, schicker Kombi: Der Saab 9-3 Combi hat mit dem Facelift einen 180 PS-Biturbodiesel bekommen. Wir lassen den schicken Schweden auf zwei Deutsche und einen Tschechen los: BMW 320d Touring, Mercedes C 220 CDI T und Skoda Octavia RS

Schwedische Autos spielen auf unseren Straßen eine eher untergeordnete Rolle. So konnte die General Motors-Tochter Saab im letzten Jahr gerade mal 4200 Fahrzeuge bei uns absetzen. Das macht sie wiederum exklusiv und gibt den Besitzern das Gefühl, nicht irgendein Gefährt von der Stange zu fahren, sondern ein individuelles Auto, obwohl die Technik aus der Großserie stammt. Denn unter dem Blech ist der gerade frisch überarbeitete 9-3 SportCombi weitgehend identisch mit Opel Vectra und Cadillac BLS. Neu ist hingegen sein Diesel, der mittels Biturbo und Registeraufladung stramme 180 PS leistet.

 

Karosserie

Von wegen kühler Norden. Die komplett neu gestylte Frontpartie mit abgerundeter Motorhaube, markanter Kühlermaske und großem Lufteinlass verleiht dem Saab 9-3 SportCombi eine dynamischere Note. Vier Personen reisen in ihm bequem und können sich im Fond über genug Bewegungsfreiheit freuen.

Was die Platzverhältnisse in der ersten Reihe angeht, liegt das Mercedes C-Klasse T-Modell mit knappem Vorsprung vorn, während der etwas enger geschnittene BMW und der Skoda nahezu auf einem Niveau rangieren. Beim Gepäckraum markiert der Tscheche die Spitze, er liegt mit einem Ladevolumen von 580 bis 1620 Litern ganz vorn. Da muss selbst der geräumige Mercedes-Kofferraum (485-1500 Liter) passen, während der Saab mit mageren 419 bis 1273 Litern sogar noch weniger Stauraum bereithält als der schmale BMW.

Bei der Bedienung kann der Skoda ebenfalls überzeugen, hier findet man sich auf Anhieb zurecht. Im Saab befindet sich das Zündschloss traditionell zwischen den Vordersitzen. Das mag anfangs verwirren, doch ist der Schlüssel außerhalb der Reichweite der Knie, was sich bei einem Unfall vorteilhaft auswirkt.

Womit wir beim Thema Sicherheitsausstattung wären. Die ist beim Mercedes vorbildlich, da er als einziger neben einem Fahrer-Knieairbag optional auch Presafe anbietet. Für 393 Euro extra strafft das Präventiv-System bei einem drohenden Aufprall vorsorglich die Gurte, schließt alle Fenster und stellt die vorderen Sitze in eine aufrechte Position.

KarosserieMax. PunkteBMW 320 d TouringMercedes C 220 CDI TSkoda Octavia Combi RS 2.0 TDISaab 9-3 Combi 1.9 TTiD
Raumangebot vorn10072747172
Raumangebot hinten10065676768
Übersichtlichkeit7066686565
Bedienung/ Funktion10080859082
Kofferraumvolumen10044486138
Variabilität10043404043
Zuladung/ Anhängelast8033383534
Sicherheit150941089581
Qualität/ Verarbeitung200187184180180
Kapitelbewertung1000684712704663

 

Fahrkomfort

Bleiben wir an Bord des Mercedes. Seine Sitze verwöhnen mit angenehmem Langstreckenkomfort, dafür vermisst man etwas Seitenhalt. Davon gibt es im BMW genug, da man die Wangen seiner straffen Sportsitze auf die Körperkontur individuell einstellen kann. Allerdings kosten sie 620 Euro Aufpreis. Das bei der Aero-Ausstattung serienmäßige Sportmobiliar kann nicht ganz überzeugen, weil man hinter dem zu wenig einstellbaren Lenkrad keine optimale Sitzposition findet und die Beinauflage dürftig ist.

Anders der Skoda, dessen exklusiv für die Sportversion RS zur Verfügung stehende Sportsitze mit guter Schenkelauflage und befriedigendem Seitenhalt glänzen. Auf den Marterstrecken schlägt die Stunde des Mercedes. Seine Federung spricht sehr feinfühlig an –diese Eigenschaft ändert sich auch nicht, wenn das T-Modell mit maximaler Zuladung unterwegs ist.

Hinzu kommt, dass der gut gedämmte Schwabe recht leise abrollt. Auch die Geräuschkulisse im BMW liegt auf niedrigem Niveau. Zwar fällt der Bayer mit einem etwas steifbeinigeren Ansprechverhalten auf, wirklich unkomfortabel ist er aber nicht. Anders die mit Sportfahrwerk ausgerüsteten Testwagen von Saab und Skoda. Während der 9-3 Bodenwellen noch relativ geschmeidig ausbügelt, reicht der sportlich-straffe Octavia RS Querfugen und derbe Fahrbahnflicken oft trocken an seine Passagiere weiter.

FahrkomfortMax. PunkteBMW 320 d TouringMercedes C 220 CDI TSkoda Octavia Combi RS 2.0 TDISaab 9-3 Combi 1.9 TTiD
Sitzkomfort vorn1501031009288
Sitzkomfort hinten10072707470
Ergonomie150122123132116
Innengeräusche5041423635
Geräuscheindruck10083827581
Klimatisierung5033393837
Federung leer200136143130132
Federung beladen200138143110136
Kapitelbewertung1000728742687695

 

Motor und Getriebe

An Kraft mangelt es keinem der Kombis. Und obwohl der Saab 9-3 TTiD mit 180 PS zehn Pferdestärken mehr als der 2,2-Liter-Selbstzünder im Mercedes und der genauso starke Zweiliter-TDI im Skoda hat, kann er seine Rivalen bei den Beschleunigungsmessungen nicht abschütteln. Im Gegenteil, das Feld liegt dicht beieinander. Unterschiede merkt man jedoch bei der Art der Leistungsentfaltung. So zeichnet sich der kultivierte Motor im 320d Touring durch gleichmäßige Kraft und hohe Drehfreude aus. Einen nicht ganz so laufruhigen, aber ähnlichen Eindruck liefert auch der putzmuntere Saab.

Zu den Vorzügen des Mercedes-CDI gehört seine homogene Kraftentfaltung, die bei knapp über 4000 Touren abklingt. Gleiches gilt für den rauen Skoda Octavia, der jedoch auf Gasbefehle lustvoll reagiert und bereits aus dem Drehzahlkeller vehement loslegt. Pluspunkte sammelt auch seine Sechsgangschaltung, die nur noch vom knackigen BMW-Getriebe übertroffen wird. Die Merce-des-Box könnte dagegen etwas präziser sein, genauso wie die Sechsgangschaltung im Saab, deren Wege zu lang sind.

An der Zapfsäule geht der 320d Touring mit nur 6,4 Litern als Sparmeister hervor. Einen großen Anteil daran hat Efficient Dynamics. Dahinter verbergen sich neben einer Schaltanzeige im Cockpit die Start-Stopp-Automatik, die den Motor im Leerlauf abschaltet, und eine Bremsenergie-Rückgewinnung. Der Skoda verbraucht im Schnitt 7,1 Liter, der Saab liegt bei 7,5 Litern, und der Mercedes gönnt sich mit 7,9 Litern am meisten.

Motor und GetriebeMax. PunkteBMW 320 d TouringMercedes C 220 CDI TSkoda Octavia Combi RS 2.0 TDISaab 9-3 Combi 1.9 TTiD
Beschleunigung150152151152145
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit15098939490
Getriebeabstufung10086838578
Kraftentfaltung5039373839
Laufkultur10069696268
Verbrauch325208189199194
Reichweite2519161414
Kapitelbewertung1000671638644628

 

Fahrdynamik

Dass der agile BMW fahrdynamisch in der ersten Liga spielt, wundert wenig. Als Überraschung entpuppt sich der Skoda, der sich ganz ungeniert an dessen Rückleuchten klemmt und den Handlingkurs genauso schnell umrundet wie der Bayer. Auf dem Slalomparcours zieht der 3er dem Tschechen – wenn auch nur leicht – davon.

Etwas schwerfälliger, aber keinesfalls unhandlich meistert der Mercedes die Prüfungen. Sein Agility-Control-Fahrwerk mit adaptiver Dämpferverstellung sorgt für ein stabiles Fahrverhalten auch bei hohem Tempo, eventueller Geschwindigkeitsüberschuss wird vom nicht komplett abschaltbaren ESP sanft eingebremst. Seine hydraulische Lenkung spricht zwar nicht so exakt an wie die von BMW und Skoda, gewährt aber deutlich mehr Rückmeldung als die zu leichtgängige Servolenkung des Saab.

Außerdem ist der Schwede – wie der ebenfalls frontangetriebene Skoda – nicht frei von Antriebseinflüssen. Aus engen Kehren ringen beide zudem mit der Traktion. Zwar bleibt der 9-3 mit abgeschaltetem ESP nicht so stoisch gelassen wie der Octavia RS und zappelt leicht mit dem Heck, dennoch ist er im Grenzbereich stets sicher. Auch wenn die Dosierbarkeit des Bremspedals – wie beim Saab – nicht zu den Stärken des Mercedes zählt, liefert der Schwabe die besten Werte in Sachen Verzögerung. Das kann aber den kaum schlechteren BMW nicht beeindrucken, der die Etappe letztendlich gewinnt.

FahrdynamikMax. PunkteBMW 320 d TouringMercedes C 220 CDI TSkoda Octavia Combi RS 2.0 TDISaab 9-3 Combi 1.9 TTiD
Handling15062546255
Slalom10064575954
Lenkung10076686967
Geradeauslauf5037414240
Bremsdosierung3020151612
Bremsweg kalt15081888483
Bremsweg warm15088898078
Traktion10050474445
Fahrsicherheit150128130133128
Wendekreis201315136
Kapitelbewertung1000619604602568

 

Umwelt und Kosten

Der Skoda ist ein Sonderangebot: Nur 29.190 Euro verlangen die Tschechen für den Combi RS, der darüber hinaus am umfangreichsten ausgestattet ist – selbst Xenon-Scheinwerfer kosten keinen Cent extra. Erheblich tiefer muss man für den Mercedes in die Tasche greifen: stolze 36.979 Euro. Nicht nur der hohe Grundpreis sorgt für Punktabzug, auch bei den weiteren Kosten kann sich das T-Modell nicht behaupten und landet auf dem letzten Rang.

Nüchtern fällt auch die Bilanz für den Schweden aus. So setzt sich der 34.950 Euro teure Saab einzig mit günstigen Vollkasko-Beiträgen in Szene. Der BMW für 34.350 Euro trumpft mit niedrigen Kraftstoff- und Werkstattkosten auf. Doch der Kapitelsieg geht verdient an den Skoda Octavia, der das Budget am wenigsten belastet.

Kosten/UmweltMax. PunkteBMW 320 d TouringMercedes C 220 CDI TSkoda Octavia Combi RS 2.0 TDISaab 9-3 Combi 1.9 TTiD
Bewerteter Preis675166155192164
Wertverlust5019192217
Ausstattung251716238
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung5020272824
Werkstattkosten2015141514
Steuer107777
Versicherung4032273033
Kraftstoff5545424443
Emissionswerte2584828484
Kapitelbewertung1000405389445394

 

Fazit

Am BMW 320d Touring scheint derzeit keiner vorbeizukommen: Er gewinnt den Vergleichstest und gefällt mit seinem laufruhigen und sparsamen Antrieb sowie seinen ausgewogenen Allroundeigenschaften. Punktgleich auf Platz zwei landen der Mercedes C 220 CDI T und der Skoda Octavia Combi RS 2.0 TDI.

Während der Schwabe bei Komfort und Raumangebot vorn liegt, bietet der Tscheche ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis, gepaart mit agilem Fahrverhalten und viel Platz fürs Gepäck. Dem Saab 9-3 SportCombi 1.9 TTiD bleibt nur der letzte Rang. Sein neuer, kräftiger Biturbodiesel macht Spaß, doch setzt der Schwede keine neuen Maßstäbe.

Gesamtbewertung

Max. PunkteBMW 320 d TouringMercedes C 220 CDI TSkoda Octavia Combi RS 2.0 TDISaab 9-3 Combi 1.9 TTiD
Summe50003107308530822948
Platzierung1234

Tags:
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