Kleine Sportler ganz groß Wilde Kerle

05.06.2007
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Anfang der 70er-Jahre wurde das erste Mal der Versuch unternommen, die drei Komponenten Fahrspaß, Alltagsnutzen und Bezahlbarkeit unter einen Hut zu bringen

Auch Otto-Normalverbraucher sollte in den Genuss eines "Sportwagens" kommen. Heraus kamen so legendäre Knallbüchsen wie der Renault 5 Alpine oder der VW Golf GTI – gesegnet mit einem Leistungsgewicht von rund 7,5 kg/PS. Die Rechnung ging auf, aus geplanten Kleinserien wurden erfolgreiche Serienmodelle, die heute auf eine lange Tradition zurückblicken können. Auch wenn die Hersteller bei der Namensgebung nicht immer an die Kürzel-Kontinuität dachten, wie zum Beispiel Renault oder Opel. Beim einen ging der Name Alpine klanglos unter, beim anderen wandelte sich das GT/E über ein GSI hin zum OPC. Peugeot überließ das anfangs noch benutzte GTI den Wolfsburgern und setzt jetzt auf RC. Volkswagen und Mini dagegen blieben ihren Buchstaben treu. Der GTI blickt inzwischen auf eine über 30-jährige Tradition zurück, und BMW erinnert auch beim neuen Mini an John Cooper, den legendären Mini-Tuner der 60er-Jahre. Doch zurück in die Zukunft – die heutigen Kontrahenten Mini Cooper S, Opel Corsa OPC, Peugeot 207 RC (wir entschieden uns für die besser ausgestattete und preislich attraktivere Cup-Version), Clio Renault Sport und VW Polo GTI Cup Edition kommen nicht mehr mit einer Leistung um die 100 PS aus, um auf das eingangs erwähnte Leistungsgewicht zu kommen. Der Kundenwunsch nach mehr Komfort und Sicherheit steigerte das Gewicht. Soll es also schnell vorangehen, braucht man bis zu 197 PS Leistung. Im Alltag und auf dem Handlingparcours haben wir die Kraftzwerge getestet – reichen rund 22500 Euro aus für alltagstauglichen Fahrspaß?

 

Karosserie

Zugegeben: Sportwagen müssen keine Raumwunder sein, und auch die Kundschaft ist sich darüber im Klaren, dass ein Kleinwagen nicht umsonst in dieser Fahrzeugkategorie eingestuft ist. Doch neben dem Spaßfaktor sollen auch die sportlichen Kleinen genügend praktischen Nutzwert bieten. Vorn geht es, vom knapper geschnittenen Mini abgesehen, bei allen Wettbewerbern erstaunlich geräumig zu. Insbesondere im Peugeot finden auch Großgewachsene ein überzeugendes Raumangebot: Die Sitze sind hier tief angeordnet, und zusammen mit der hohen Dachlinie ergibt sich vorn viel Kopffreiheit. Aber auch Opel, Renault und VW überzeugen mit mehr als ausreichendem Platzangebot für zwei Personen. Hinten ist es erwartungsgemäß enger – vor allem im Mini, dessen Raumangebot nur kindertauglich ist. In den Opel-, Renault- und VW-Fonds können auch mal zwei Erwachsene mitreisen, ohne eine gebückte Haltung einzunehmen. Die coupéhafte Dachlinie des Peugeot schränkt die Kopffreiheit schon deutlich mehr ein. Den bequemen Zustieg über zwei zusätzliche Fondtüren gibt es nur beim Polo (821 Euro extra). Nahezu Gleichstand – mit Ausnahme des Mini – herrscht beim Kofferraumvolumen, sodass die Sicherheitsausstattung und die Verarbeitungsqualität den Ausschlag über den Kapitelsieg geben. Auch hier leisten sich die Kontrahenten kaum Schwächen. Zwar kostet beim Mini der Schleuderverhinderer DSC (ESP) 350 Euro Aufpreis, und auch Volkswagen verlangt für Kopfairbags 451 Euro extra, doch die Details wie Front- und Seitenairbags sowie ein Bremsassistent, der in Notsituationen den maximalen Bremsdruck aufbaut, haben alle serienmäßig an Bord. Unterschiede ergeben sich allerdings bei der Verarbeitungsqualität. So sind der Renault und vor allem der Volkswagen auf den Marterstrecken des Versuchsgeländes vorbildlich steif und stabil. Kein Knistern und Knacken deutet auf Mängel hin – das überzeugt. Der Mini-Innenraum gefällt zwar mit liebevoll gestalteten Details, doch die verwendeten Materialien halten dem optischen Anspruch nicht immer stand. Auch pfeift es bei hohem Tempo gehörig an den rahmenlosen Scheiben. Beim neuen Opel stören vor allem lieblos verlegte Kabel zwischen den Sitzen und schlechte Passungen in der Mittelkonsole. Höherwertige Materialien und Oberflächen ständen auch dem Peugeot gut. Somit liegt der VW nach dem ersten Schlagabtausch knapp vor den beiden Franzosen.

KarosserieMax. PunkteVW Polo GTI Cup EditionRenault Clio Sport F1Peugeot 207 RC CupOpel Corsa OPCMini Cooper S
Raumangebot vorn1006062636255
Raumangebot hinten1004042394225
Übersichtlichkeit704543434246
Bedienung/ Funktion1008683828375
Kofferraumvolumen10018201620
Variabilität1003535352015
Zuladung/ Anhängelast802814152116
Sicherheit1507083847971
Qualität/ Verarbeitung200147145134134140
Kapitelbewertung1000529527511503443

 

Fahrkomfort

Nachdem Platzangebot, Sicherheitsausstattung und die gebotene Qualität geklärt sind, heißt es Platz nehmen. Wer sportliche Ansprüche hegt, darf hier nicht patzen, denn eine richtige Sitz- und Lenkposition ist entscheidend für den Wohlfühlfaktor. Darüber sind sich offensichtlich alle Wettbewerber einig. Schon auf den ersten Blick fallen ihre stark konturierten Sportsitze ins Auge. Opel und Renault vertrauen auf Recaro-Möbel, die auf Anhieb passen. Besonders der Opel-Sitz überzeugt mit bestem Seitenhalt, guter Schulterabstützung und einer selbst für große Fahrer ausreichend hohen Rückenlehne mit integrierter Kopfstütze. Seine straffe Polsterung macht ihn zudem wirklich langstreckentauglich. Im Renault ist die integrierte Kopfstütze etwas kürzer geraten, und die hohe Sitzposition erschwert es, eine wirklich entspannte Sitzhaltung zu finden. Die GTI-Sitze im Polo sehen zwar längst nicht so sportlich aus wie die stark konturierten Sitze der Kontrahenten, doch sie überzeugen mit ausgezeichneter Passform, gutem Seitenhalt und ausreichender Oberschenkelauflage. Gerade in diesem Bereich können die Mini-Möbel nicht mithalten. Die Sitzflächen und die Lehnen sind zu kurz, und auch der Seitenhalt kann nicht überzeugen. Zudem fallen die grobe Rastung der Neigungseinstellung sowie die Sitzhöheneinstellung negativ auf – letztere sollte vorsichtig heruntergedrückt werden, sonst besteht Klemmgefahr an den Sitzschienen. Im Peugeot fällt es schwer, eine passende Sitzhaltung zu finden. Zwar sind die Möbel ausreichend konturiert, doch das nachgiebige Material stützt weder den Rücken ordentlich ab, noch reicht der Seitenhalt aus. Die tiefe Sitzposition allerdings vermittelt zumindest großgewachsenen Piloten echtes Rennwagenfeeling. Das gilt nicht nur für die Sitzposition im Peugeot, sondern vor allem für das ruppige Komfortverhalten der Feder/Dämpfer-Einheit. Querfugen und Kanaldeckel reicht der 207 RC ebenso gnadenlos weiter wie kleine Unebenheiten, die zu ständigen Vertikalbewegungen führen. Eine nervige Unsitte, die auch im Renault und im Mini, ausgerüstet mit dem 200 Euro teuren Sportfahrwerk, längere Strecken zur Tortour werden lassen. Die permanente Muskelanspannung, um diese Bewegungen abzufangen, ermüdet auf Dauer. Deutlich angenehmer geht es im Opel zu, der derartige Unebenheiten nicht so direkt an die Insassen weitergibt. Das beste Absorptionsverhalten bietet allerdings der VW Polo. Mit ihm werden auch lange Etappen nicht zur Qual. Auf die kernige Geräuschuntermalung hätten die VW-Techniker aber besser verzichten sollen. Ein Resonator leitet die während der Beschleunigung auftretenden Ansauggeräusche an den Innenraum weiter. Zunächst ganz nett, doch auf Dauer ist das Ganze etwas übertrieben – wer es nicht mag, kann sich den Resonator in der Werkstatt ausbauen lassen. Diese Möglichkeit haben Renault-Besitzer leider nicht, ihnen geht das hohe Drehzahlniveau des Zweiliter-Saugmotors permanent auf die Ohren. Der Opel begeistert mit seinem kernigen Auspuffsound – unter Volllast faucht es mächtig aus dem mittig platzierten Endrohr. Der Rest des Testfeldes gibt sich hier akustisch zurückhaltender. In der Summe setzt sich auch in diesem Kapitel der VW Polo GTI durch und landet knapp vor dem Opel Corsa OPC. Das Schlusslicht bildet wieder der Mini.

FahrkomfortMax. PunkteVW Polo GTI Cup EditionRenault Clio Sport F1Peugeot 207 RC CupOpel Corsa OPCMini Cooper S
Sitzkomfort vorn150100918410085
Sitzkomfort hinten1005652515233
Ergonomie150123117117121110
Innengeräusche501015121616
Geräuscheindruck1005250585661
Klimatisierung502930302819
Federung leer200120115112117112
Federung beladen200115113109114110
Kapitelbewertung1000605583573604546

 

Motor und Getriebe

Einzig Renault setzt in diesem Testfeld auf einen nicht aufgeladenen Vierzylinder. Um dennoch mit der Turbo-Konkurrenz mithalten zu können, wählten die Renault-Techniker einen hochdrehenden Zweiliter-Motor. Das Triebwerk stellt seine Leistung von 197 PS bei 7250 Umdrehungen bereit – damit ist der Clio der Stärkste im Testfeld. Viel wesentlicher ist allerdings die Drehzahl von 5550 Touren, bei der das maximale Drehmoment von nur 215 Newtonmetern zur Verfügung steht. Damit ist klar: Wer im Renault zum Zwischenspurt ansetzen will, muss schalten. Ansonsten ist das mit einer variablen Einlassnockenwellen-Verstellung arbeitende Triebwerk recht phlegmatisch. Dank eng gestuftem Getriebe und präziser Schaltführung gelingt es aber spielerisch, den drehfreudigen Motor bei Laune zu halten. Der Verbrauch von 11,9 Liter Super Plus ist allerdings recht hoch. Noch mehr genehmigt sich nur der Mini – 12,1 Liter. Und das ist umso erstaunlicher, da es sich beim Mini-Motor nicht nur um die modernste Konstruktion mit Benzindirekteinspritzung, hoher Grundverdichtung und Turbolader handelt, sondern um den gleichen Motor wie im Peugeot, der dort mit nur 10,5 Liter auf 100 km auskommt. Der von Peugeot und BMW gemeinsam entwickelte, 1,6 Liter große Vierzylinder gefällt nicht nur mit seiner geschmeidigen Kraftentfaltung, sondern auch mit seiner ausgesprochen großen Elastizität. Bereits bei 1600 Umdrehungen steht das maximale Drehmoment von 240 Nm bereit. Kurzzeitig erlaubt die Motorelektronik eine so genannte Overboostfunktion. Mittels kurzfristiger Ladedruckanhebung sind gar 260 Nm abrufbar. Wichtige Punkte verliert der sparsame Peugeot allerdings mit seiner unpräzisen Fünfgangschaltung. Jenseits der 120 km/h stimmt hier die Übersetzung nicht mehr, sodass der 207 RC nicht nur den Anschluss an die auch im oberen Geschwindigkeitsbereich sprintstarken Rivalen verliert, sondern zudem noch ruppig in den Drehzahlbegrenzer rennt. Hier setzt sich der Mini vom Peugeot ab. Seine stimmige Getriebeabstufung passt eindeutig besser zum Charakter des Motors und erlaubt ihm, ohne Probleme seine Höchstgeschwindigkeit zu erreichen. VW setzt beim Polo auf bewährte Technik. Der GTI ist mit dem bekannten 1,8 Liter großen Fünfventiler mit Turboaufladung ausgerüstet. Das 180 PS starke Triebwerk arbeitet zwar ohne Benzin-Direkteinspritzung, ist aber mit 9,5:1 dennoch relativ hoch verdichtet und somit geschmeidig in der Kraftentfaltung. Obwohl VW den Motor nur mit einem Fünfganggetriebe kombiniert, überzeugt der GTI mit druckvoller Beschleunigung in jedem Geschwindigkeitsbereich. Die Schaltung passt perfekt zur Leistungscharakteristik und lässt sich präzise bedienen. Der Verbrauch von knapp über elf Litern geht angesichts der gebotenen Fahrleistungen noch in Ordnung. Das gleiche Urteil gilt auch für den 192 PS starken Opel-Motor, elf Liter pro 100 Kilometer sind ein akzeptabler Wert. Das meiste Lob verdient aber die exakte Führung und sehr gute Abstufung der Sechsgangbox. Das brandneue 1,6-Liter-Triebwerk (das im Astra mit 180 PS Leistung die 170 PS starke Zweiliter-Version ablöste), beeindruckt zunächst mit sehr guten Fahrleistungen, kraftvollem Durchzug – per Overboost liefert der Motor kurzfristig bis zu 266 Nm Drehmoment – und ausgeprägter Laufruhe. Doch obwohl der Opel den Kapitelsieg einheimst, erntet sein Antrieb auch Kritik. Auf Benzin-Direkteinspritzung zu verzichten und gar auf eine Verdichtung von nur 8,8:1 bei gleichzeitig hohem Ladedruck zu setzen, ist unzeitgemäß. Die Folge ist eine unharmonische Kraftentfaltung mit deutlich spürbarem Ladedruckeinsatz. Wer sich dran gewöhnt hat, kann aber auch seinen Spaß haben – Erinnerungen an die 80er sind ja nicht immer die schlechtesten.

Motor und GetriebeMax. PunkteVW Polo GTI Cup EditionRenault Clio Sport F1Peugeot 207 RC CupOpel Corsa OPCMini Cooper S
Beschleunigung150161161159161161
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit1509585909595
Getriebeabstufung1008786778985
Kraftentfaltung503933363738
Laufkultur1006161646666
Verbrauch325148139156150136
Reichweite2556755
Kapitelbewertung1000596571589603586

 

Fahrdynamik

Dass diese Erinnerungen auf dem Handlingparcours ebenfalls wieder wach werden, ist kein so gutes Zeichen. Der Opel zerrt bei vollem Leistungseinsatz an den Vorderrädern und drängt selbst bei Beschleunigungen im mittleren Geschwindigkeitsbereich noch aus der Spur. Wachsamkeit am Lenkrad ist also gefragt, denn der bissige OPC entwickelt ein nicht zu unterschätzendes Eigenleben. Starkes Anbremsen vor dem Einlenkpunkt quittiert der kleine Rüsselsheimer mit spürbarer Unruhe und bleibt nicht sauber in der Spur. Da seine Lenkung insbesondere um die Mittellage äußerst gefühllos, sehr leichtgängig und direkt agiert, fällt es schwer, den genauen Einlenkpunkt zu treffen. Immer wieder muss der Pilot nachkorrigieren, was zusätzliche Unruhe ins Spiel bringt. Da der Corsa OPC zudem auf Lastwechsel in Kurven mit einem Eindrehen des Hecks reagiert, ist besonders dann Wachsamkeit gefragt, wenn das ESP deaktiviert ist. Wer sich allerdings an die Eigenheiten des Opel gewöhnt hat, kann Freude mit ihm haben – die Sitze geben ja, wie gesagt, besten Seitenhalt. Das genaue Gegenteil und die größte Überraschung des Tests sind die überragenden Handlingeigenschaften des Clio Renault Sport. Seine Lenkung vermittelt genau das Feingefühl und die Direktheit, die nötig ist, um den Franzosen aus der traditionsreichen Alpine-Fabrik in Dieppe in die nächste Kurvenkombination zu werfen. Ein kurzer Tritt aufs Bremspedal, und der Kleine verzögert exakt so, wie es der Fahrer wünscht – die Vierkolben-Brembo-Bremse lässt sich sehr genau dosieren und bleibt auch bei hoher Beanspruchung standfest. Erst sehr spät baut der Clio überschüssiges Kurventempo über die Vorderräder schiebend ab. Das Eindrehen des Hecks lässt sich mit einem kurzen Lastwechsel einleiten und spielerisch beherrschen – das weckt Vertrauen. Erwies sich das hohe Drehzahlniveau auf langer Fahrt noch als störend, vermittelt es hier echtes Renngefühl, da die knackige Schaltung geradezu süchtig macht. So fällt es dem Piloten nicht schwer, auf dem Handlingparcours die schnellsten Rundenzeiten zu erzielen. Doch der Renault ist nicht der einzige schnelle Franzose, der Peugeot folgt ihm wie ein Schatten. Völlig unspektakulär zieht er seine Bahnen und überrascht am Ende mit sehr guten Rundenzeiten und einem berechenbaren Fahrverhalten – seine straffe Abstimmung kommt ihm hier zugute. Lastwechselreaktionen scheint der neutral ausgelegte 207 RC nicht zu kennen. Lob verdienen die standfesten Bremsen, die warm die besten Bremswege ermöglichen. Ähnlich unspektakulär und sehr fahrsicher präsentiert sich der Polo Cup Edition und erinnert mit seiner präzisen Fahrwerksabstimmung an seinen großen Bruder, den Golf GTI. Mit seiner insgesamt sehr ausgewogenen Feder-Dämpfer-Auslegung, die im Testfeld den besten Kompromiss aus Alltagstauglichkeit und Sportlichkeit bildet, ist allerdings keine bessere Rundenzeit möglich. Dafür fällt es mit dem Polo auf Anhieb leicht, schnell und zielgenau durch Wechselkurven zu wieseln – die Fahrsicherheit des Wolfsburgers überzeugt. In der Domäne des Mini hat sich also viel getan – die Konkurrenz macht es dem kultigen Schmuckstück immer schwerer zu glänzen. Doch so leicht gibt er sich nicht geschlagen und holt in diesem Kapitel den zweiten Platz. Die Lenkung gefällt dabei mit viel Präzision und guter Rückmeldung, die Bremsen mit hervorragender Dosierbarkeit, und Seitenneigung scheint ein Fremdwort zu sein. Der schnelle Ritt über winklige Landstraßen macht mit dem neutral abgestimmten Cooper S einen Höllenspaß. Langsames Cruisen weniger, dann fällt seine stößige Sportfederung zu sehr auf. Übrigens: Für nur 160 Euro steht ein mechanisches Sperrdifferenzial in der Preisliste – genau das Richtige, um die Traktion in Kurven weiter zu optimieren. Noch mehr Agilität verspricht der Sport-Button (130 Euro), hiermit lässt sich das Ansprechverhalten von Lenkung und Gaspedal noch verschärfen. BMW hat wohl ein Herz für Kurvenräuber.

FahrdynamikMax. PunkteVW Polo GTI Cup EditionRenault Clio Sport F1Peugeot 207 RC CupOpel Corsa OPCMini Cooper S
Handling1507179797475
Slalom1006575655479
Lenkung1007077666075
Geradeauslauf503535332935
Bremsdosierung301920191921
Bremsweg kalt15092106949398
Bremsweg warm150921061019398
Traktion1003335333035
Fahrsicherheit150120120120110115
Wendekreis201610131214
Kapitelbewertung1000613663623574645

 

Umwelt und Kosten

In diesem Kapitel liefern sich die fünf Rivalen ein knappes Rennen. Der Renault muss schon früh Punkte lassen, denn das F1-Modell ist mit 24500 Euro (Basis-Clio RS 22500 Euro) nicht nur das teuerste Auto im Test, sondern es hat auch die schlechtesten Emissionswerte. Der Mini kann seinen günstigen Grundpreis und den guten Werterhalt nicht in einen Punktegewinn ummünzen, denn Klimaanlage, CD-Radio und ESP gehören bei ihm nicht zum Lieferumfang. Opel, Peugeot und Renault glänzen mit einer üppigen Ausstattung. Sowohl Cooper S (413 Euro) als auch Polo (400 Euro) punkten mit niedrigen Werkstattkosten, während der ADAC für den Corsa (672 Euro) und den Renault (678 Euro) höhere Werte ermittelt. Der Peugeot schont mit den besten Abgaswerten die Umwelt. Viele Punkte verdient sich der VW – nicht zuletzt mit den umfassendsten Garantieleistungen.

Kosten/UmweltMax. PunkteVW Polo GTI Cup EditionRenault Clio Sport F1Peugeot 207 RC CupOpel Corsa OPCMini Cooper S
Bewerteter Preis675237221241236244
Wertverlust502422252429
Ausstattung25162121216
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502827191920
Werkstattkosten201613141316
Steuer1099999
Versicherung402829303035
Kraftstoff552927312926
Emissionswerte258276898385
Kapitelbewertung1000469445479464470

 

Fazit

Der Polo GTI Cup Edition gewinnt den Vergleichstest, da er das ausgewogenste Auto ist und sich keine Schwächen leistet – und trotzdem extrem viel Spaß macht. Diese Vielseitigkeit macht ihm keiner nach. Der Renault spielt die Rolle des Extremisten perfekt. Er ist der geborene Kurvenräuber – die Alltagstauglichkeit geht ihm aber verloren. Peugeot zeigt mit dem 207 RC gute Ansätze, scheint aber diverse Dinge, zum Beispiel Schaltung oder Sitzposition, nur halbherzig entwickelt zu haben. Der Opel Corsa OPC enttäuscht in der wesentlichen Disziplin: Lenkung und Fahrwerksabstimmung können so nicht überzeugen. Und der Mini? Leider ist der Kurvenkünstler so klein und leistet sich zu viele Zugeständnisse an das Design – aber viel Spaß macht er.

Gesamtbewertung

Max. PunkteVW Polo GTI Cup EditionRenault Clio Sport F1Peugeot 207 RC CupOpel Corsa OPCMini Cooper S
Summe500028122789277527482690
Platzierung12345

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