Kleine Kombis Kleine Laster

08.04.2008
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Hand aufs Herz: Wann haben Sie zum letzten Mal einen Lattenrost transportiert? Schon seit Längerem nicht mehr? Dann sind die kleinen Lademeister von Peugeot und Skoda eine echte Alternative

Preisfrage: Wie viele Vans sind häufig mit sieben Personen besetzt? Und wie oft werden große Kombis wirklich bis unter das Dach beladen? Der Blick ins Straßenbild gibt die Antwort – und provoziert gleich die nächste Frage: Geht es da nicht auch eine Nummer kleiner?
Für alle, deren Antwort Ja lautet, bietet Skoda den neuen Fabia Combi an, der unter anderem dem Peugeot 207 SW Konkurrenz machen soll. In den beiden Klein-Lastern lässt sich zwar keine Wohnzimmerkommode verstauen, doch für den Wochenendeinkauf im Supermarkt reicht das Gepäckabteil allemal. Und damit wohl auch für den Autoalltag der meisten Menschen.

 

Karosserie

Dank ihres Kofferraums sind die Bonsai-Lademeister gegenüber den Schrägheckvarianten durchaus eine Überlegung wert. So ist der 207 SW nur 12,6 Zentimeter länger als sein Schwestermodell, bietet aber ein Gepäckvolumen zwischen 337 und 1258 Litern (Schrägheckversion: 270 bis 923 Liter). Noch besser kann es der Skoda. Er ist lediglich sieben Millimeter länger als der Fünftürer, dafür aber mit einer Transportkapazität zwischen 480 und 1460 Litern gesegnet (Fünftürer: 300 bis 1163 Liter). Nachteilig wirkt sich im Fabia allerdings die Stufe im Ladeboden bei umgeklappter Rücksitzbank aus. Beim Raumangebot für die Insassen wirkt der Peugeot vorne großzügiger. Im Fond herrschen bei beiden Autos ähnlich gute Platzverhältnisse.
Deutliche Unterschiede sind dafür in Qualität und Verarbeitung feststellbar. Hier gibt sich der Skoda durchweg solider und hochwertiger als der Peugeot. Dank versenkbarer hinterer Kopfstützen und der gegenläufigen D-Säule ist der Franzose jedoch beim Einparken etwas übersichtlicher.

KarosserieMax. PunkteSkoda Fabia Combi 1.6Peugeot 207 SW 120 VTi
Raumangebot vorn1005963
Raumangebot hinten1004142
Übersichtlichkeit705962
Bedienung/ Funktion1008582
Kofferraumvolumen1004728
Variabilität1002540
Zuladung/ Anhängelast802524
Sicherheit1507276
Qualität/ Verarbeitung200145134
Kapitelbewertung1000558551

 

Fahrkomfort

In beiden Kontrahenten passen die Vordersitze wie angegossen, doch im Peugeot fällt die Polsterung etwas straffer aus. Im Skoda-Fond sitzen die Passagiere mit etwas stärker angewinkelten Beinen als auf der 207-SW-Rückbank.
In Sachen Ergonomie punktet der Peugeot dank seiner niedrigeren Ladekante und eines Heckfensters, das separat geöffnet werden kann. Es erleichtert das Beladen in engen Parklücken. Außerdem kann man die Fondsitze mit nur zwei Handgriffen in eine ebene Ladefläche verwandeln. Beim Skoda wird es komplizierter, weil erst die Kopfstützen entfernt und Sitzflächen vorgeklappt werden müssen, bevor sich die Lehne umlegen lässt. Hinzu kommt, dass sein Kofferaumboden tiefer liegt als die Ladekante, was Rückengeschädigte kaum erfreuen dürfte. Praktisch: Die seitlichen Fächer im Laderaum fassen allerlei Krimskrams.
Allerdings zeigt der Fabia Combi, dass Fortschritt auch Rückschritt bedeuten kann. Wo das Vorgängermodell über eine Fernentriegelung für die Tankklappe verfügte, kramten die Tschechen für den Neuen den abschließbaren Tankdeckel aus der Mottenkiste. Den hat der 207 SW übrigens auch.
Unterwegs überzeugt der Skoda mit ausgewogenen Federungseigenschaften, die ihm durchaus Langstreckentauglichkeit verleihen. Die Federelemente des Peugeot arbeiten dagegen insbesondere auf schlechten Straßen spürbar unsensibler. Zum Ausgleich schont der Peugeot die Ohren der Mitfahrer mit seinem leiseren Motor.

FahrkomfortMax. PunkteSkoda Fabia Combi 1.6Peugeot 207 SW 120 VTi
Sitzkomfort vorn1508485
Sitzkomfort hinten1005051
Ergonomie150115120
Innengeräusche502534
Geräuscheindruck1005356
Klimatisierung503032
Federung leer200113105
Federung beladen20010896
Kapitelbewertung1000578579

 

Motor und Getriebe

Dass der 1,6-Liter-Motor des Peugeot zusammen mit BMW entwickelt wurde, merkt man dem 120 PS starken Aggregat deutlich an. Zu seinen Tugenden zählen eine für Vierzylinder hohe Laufruhe und Drehfreude; Eigenschaften, für die BMW-Aggregate allgemein bekannt sind. Das hubraumgleiche, aber nominell 15 PS schwächere Skoda-Triebwerk arbeitet deutlich brummiger, tritt aber aus niedrigen Drehzahlen etwas spontaner an als der Franzose, um dem Konkurrenten jenseits der 4000/min-Marke wieder den Vortritt zu lassen. Vorne bleibt der Skoda indes bei der Präzision des Getriebes. Die Peugeot-Schaltbox wirkt im Vergleich dazu etwas knochig.
Dass der Fabia in der Beschleunigung nahezu gleichauf mit dem Peugeot liegt, dürfte maßgeblich auf das um 140 Kilogramm niedrigere Leergewicht des Skoda-Testwagens zurückzuführen sein. Allerdings zeigt das Duo mit Spitzengeschwindigkeiten von 200 km/h (Peugeot) und 192 km/h (Skoda), dass man auch einen kleinen Kombi problemlos auf große Fahrt schicken kann.
Beim Testverbrauch unterbietet der Skoda mit 8,6 Liter Super auf 100 Kilometer den Peugeot um 0,3 Liter. Besonders sparsam sind also beide nicht. Hier könnten Sechsgang-Getriebe Abhilfe schaffen.

Motor und GetriebeMax. PunkteSkoda Fabia Combi 1.6Peugeot 207 SW 120 VTi
Beschleunigung150129128
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit1506270
Getriebeabstufung1008575
Kraftentfaltung502828
Laufkultur1006162
Verbrauch325180176
Reichweite2589
Kapitelbewertung1000553548

 

Fahrdynamik

Auf kurvigen Landstraßen legt der Peugeot ein spürbar agileres Einlenkverhalten an den Tag als sein tschechischer Konkurrent. Zudem produziert der Franzose in Wechselkurven deutlich weniger Seitenneigung. Er erfordert zwar gegenüber dem Fabia Combi geringfügig höhere Lenkkräfte, bietet aber eine Spur mehr Rückmeldung. Die etwas giftig ansprechende Bremse und das beim Gaslupfen eindrehende Heck machen den 207 SW eher zum Dynamiker, dessen fahrdynamische Talente vom ESP allerdings manchmal etwas früh eingebremst werden.

Der Skoda hingegen hat mitunter Mühe, seine Motorkraft auf die Fahrbahn zu bringen. Wie der 207 SW neigt auch er im Grenzbereich dazu, moderat über die Vorderräder zum Kurvenaußenrand zu schieben. Lastwechselreaktionen sind dem Fabia nahezu unbekannt. Mit seinen kürzeren Bremswegen sammelt er gegenüber dem Peugeot kräftig Punkte.

FahrdynamikMax. PunkteSkoda Fabia Combi 1.6Peugeot 207 SW 120 VTi
Handling1504137
Slalom1006455
Lenkung1006566
Geradeauslauf503534
Bremsdosierung302019
Bremsweg kalt1508463
Bremsweg warm1509187
Traktion1002938
Fahrsicherheit150120110
Wendekreis201814
Kapitelbewertung1000567523

 

Umwelt und Kosten

Nach der Preiserhöhung zum 1. Januar 2008 ist der Peugeot mit einem Grundpreis von 18.350 Euro gut 2300 Euro teurer als der Skoda. Zwar ist der Franzose sehr gut ausgestattet – unter anderem mit dem serienmäßigen, großzügigen Panorama-Glasdach. Bei den für die AZ-Normausstattung relevanten Details kann er jedoch im Vergleich zum Fabia Combi nur die ab Werk montierten Leichtmetallräder ins Feld führen. Die laut DAT stärkere Wertminderung und die vom ADAC prognostizierten höheren Werkstattkosten verschlechtern die Peugeot-Bilanz weiter. Auch das mäßige Servicepaket des 207 SW mit nur zwei Jahren Mobilitätsgarantie sorgt dafür, dass er in diesem Kapitel das Nachsehen hat. Bei den Versicherungstarifen gibt es keine großen Unterschiede zwischen Peugeot und Skoda.

Kosten/UmweltMax. PunkteSkoda Fabia Combi 1.6Peugeot 207 SW 120 VTi
Bewerteter Preis675305276
Wertverlust503430
Ausstattung251721
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502819
Werkstattkosten201614
Steuer1099
Versicherung403635
Kraftstoff553736
Emissionswerte258885
Kapitelbewertung1000570525

 

Fazit

Der neue Skoda Fabia Combi hat gute Chancen, als solider und komfortabler Mini-Kombi mit reichlich Platz und akzeptablem Preis an den Erfolg des Vorgängers anzuknüpfen. Störend fällt in erster Linie der brummige und etwas durstige Motor auf. Weniger verbrauchen könnte auch der Peugeot 207 SW, der die höhere Laufkultur bietet. Seinen Charme entfaltet der pfiffig gestylte Franzose mit praktischen Details wie der separat zu öffnenden Heckscheibe oder dem genialen Klappmechanismus für die Fondsitzbank. Trotzdem gewinnt der Skoda diesen Vergleich – nicht zuletzt wegen seines überlegenen Sieges im Kosten-Kapitel.

Gesamtbewertung

Max. PunkteSkoda Fabia Combi 1.6Peugeot 207 SW 120 VTi
Summe500028262726
Platzierung12

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