Klein mit Pfiff – Historie der Minis Nostalgische Kurzware

25.10.2008

Grundbedürfnisse, Graubrot, Langeweile? Nicht im Kleinwagen. Denn schon mit der Isetta fuhr man Zelten und hatte Spaß. Wir klappen das Faltdach zurück und zeigen, wie pfiffig Kleinwagen immer schon waren

Wie viel Auto braucht man? Also für mich bitte eine Limousine mit sechs Zylindern und Automatikgetriebe. Eine Klimaanlage darf auch nicht fehlen, am besten noch ein Schiebedach obendrauf. Und natürlich die ganze heutige Sicherheitstechnik mit Airbags, ESP und computerberechneter Knautschzone.

Stopp. Das ist von Grundbedürfnissen nun doch ein bisschen weit weg. Ging es beim Autofahren nicht eigentlich darum von A nach B zu kommen, wann immer man will und dabei nicht nass zu werden? Also noch mal von vorne: eine dichte Karosserie, schön wäre mit Faltdach, maximal vier Zylinder und das Ganze nicht schwerer als eine Tonne.

Zwei Türen reichen, zwei Sitze auch. Denn mehr als zwei müssen selten im Auto sitzen. Wie erklärte Smart 1998 sein Konzept? „Statistisch sitzen in einem Auto 1,2 Personen. Wir waren großzügig und haben eins für zwei gebaut.“ Bestechend, diese Logik und zielführend beim Minimum-Denken. Daimler-Benz ist es gelungen. Das war bestimmt nicht einfach, war doch in den Neunziger-Jahren der große 600 SEL das Aushängeschild der automobilen Kompetenz bei Mercedes-Benz. Ein Statement und ein richtig gutes Auto. Mit sechs Liter Hubraum, zwölf Zylindern und 408 PS, dazu sämtliche Elektronik, die es zu diesem Zeitpunkt im Auto gab.

Das muss ein harter Schnitt gewesen sein: drei statt zwölf Zylinder, 600 Kubikzentimeter statt 600 Kubikdezimeter, 2,50 Gesamtlänge statt drei Meter Radstand. Und doch smart. Heute kostet der Sprit 1,60 Euro. Umgerechnet sind das drei Mark zehn – so viel, wie es zu Zeiten der Neuen Deutschen Welle Mitte der Achtziger-Jahre nur in einem Liedtext von Markus möglich war. Da ist die Beschränkung auf das Wesentliche erst recht sinnvoll.

Die Älteren werden sich erinnern: Das rollende Minimum war schon mal da, nur extremer und aus einer anderen Not heraus geboren. In den Fünfziger-Jahren („Wir hatten nichts“) stiegen die ersten Motorradfahrer auf Autos um. Die hatten es satt, vom Regen nass zu werden und bei Kälte zu frieren auf dem Weg von A nach B. Goggomobil, Isetta, Kleinschnittger, Lloyd hießen die erschwinglichen Träume der Roller- und Motorradpiloten. Unsere Bildergalerie zeigt die Highlights der Kleinwagenentwicklung vom Hanomag Kommisbrot bis zum Smart.
aof

Buchtipp: „Kleinwagen der Fünfzigerjahre“
Den Bogen vom Hanomag Kommisbrot bis zum Smart schlägt Peter Kurze in seinem Buch „Kleinwagen der Fünfzigerjahre“. Doch die beschriebenen Kleinwagen beschränken sich nicht auf Marken wie zum Beispiel Lloyd, Borgward und Kleinschnittger. Auch das Hanomag Kommisbrot aus den Zwanziger-Jahren und der Mini aus den Sechzigern sind drin. Die zeitgenössischen Bilder sind großformatig abgedruckt und zum großen Teil farbig. Informativ ist das Buch zudem, denn der Autor nennt viele Fakten und erzählt Geschichten aus den Firmenarchiven.

„Kleinwagen der Fünfzigerjahre“
ISBN 978-3-7688-2511-5
Delius Klasing Verlag, Bielefeld
12,90 Euro

AUTO ZEITUNG

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