Vergleich Kia pro_cee'd GT vs. VW Golf GTI: Bilder & technische Daten Kia jagt den GTI

03.04.2013

Noch ist der Platzhirsch VW Golf GTI stärker, doch mit dem pro_cee’d GT stößt Kia ins Segment der Sport-Kompakten vor. Netter Versuch oder ernsthafter Rivale?

Die Koreaner kommen! Einst belächelt, erobert Kia heute mit Modellen wie dem cee’d oder dem Sportage wichtige Marktanteile. Dabei steht längst nicht mehr nur der günstige Preis im Vordergrund, sondern auch Markenwerte wie Emotion – und ganz wichtig: Qualität. Jüngster Spross der Kia-Modellfamilie ist der dreitürige Kia pro_cee’d, von dem es von Anfang an auch einen sportlichen Ableger geben soll, den Vorstellung in Genf: Kia und sein GTI-Killer. GT, Gran Turismo – dieses Prädikat bezeichnete einstmals langstreckentaugliche Sportwagen. Mondäne Automobilmanufakturen wie Ferrari oder Aston Martin verliehen ihren Boliden gern einen schwungvollen GT-Schriftzug.

Doch spätestens der VW Golf GTI demokratisierte den Club der feinen Herren. So ist es folgerichtig, dass Kia heute an dieselbe Tür klopft und Einlass begehrt. Dies geschieht dezent: Nach außen hin tritt der pro_cee’d GT nur in ein paar wenigen Details als Sportler in Erscheinung. Vier im Quadrat angeordnete Tagfahrleuchten machen dicke Backen, dazwischen prangt ein großer Lufteinlass. Am Heck gibt sich der Stoßfänger ein wenig mehr ausmodelliert als beim normalen cee’d. Alles in allem wirkt der pro_cee’d GT etwas muskulöser und geduckter – er liegt 15 Millimeter tiefer.

 

DER tURBOLADER BRinGt DRUCK in JEDER LAGE

Soundtechnisch stapelt der neue Kia tief: Von außen hört man wenig, im Innenraum aber dringt der Turbomotor recht sonor an die Ohren der Passagiere, wird dabei aber nie aufdringlich.

Dem Direkteinspritzer mit seinen 1,6 Liter Hubraum haben die Techniker einen Twin Scroll-Turbolader aufgepflanzt. Dabei strömt das Abgas durch zwei getrennte Kanäle zum Turbinenrad des Turboladers. Das soll helfen, das konstruktiv bedingte verzögerte Ansprechen des Turboladers bei plötzlicher Vollgasanforderung zu minimieren. Und dieses Konzept geht durchaus auf: Der mit dem Abgaskrümmer in einem Gehäuse verblockte Lader geht wenig spektakulär zu Werke. Bei etwa 1700 /min spürt man einen leichten Ruck – sonst nichts. Wie an einem Gummiband zieht der GT willig hoch bis an den roten Bereich – eine Gedenksekunde oder ein Turboloch ist kaum zu spüren. Das Resultat aller leistungssteigernden Maßnahmen sind 204 PS – deutlich mehr als so mancher Mitbewerber mitbringt, aber eben auch deutlich weniger als etwa der neue VW Golf GTI, der ohne Performance-Paket schon 220 PS auf die Antriebsräder loslässt. Der Golf hat gegenüber dem Kia pro_ cee’d GT zudem einen Hubraumvorteil von rund 400 cm³. Und das merkt man, denn mit dem größeren Hubraum geht auch mehr Drehmoment einher. Die Folge: Der Koreaner kann bei der Beschleunigung und beim Durchzug nicht mit dem Wolfsburger mithalten.

Das ausgewogene Fahrwerk des Kia hinterlässt bei unserer ersten kurzen Ausfahrt einen guten Eindruck: Die Feder- und Dämpferelemente sprechen feinfühlig an, das Heck federt nach tiefen Senken nur wenig aus. Der GT nimmt auch tiefere Löcher im unbeladenen Zustand mit gutem Restkomfort. In Kurven gibt er sich neutral bis leicht untersteuernd und sicher, die Lenkung könnte allerdings gefühlvoller und weniger synthetisch sein. Die Taste für die Lenkungseinstellung war zwar im Vorserienfahrzeug vorhanden, doch noch ist unklar, ob der GT nicht eine mit weniger Kompromissen behaftete sportlichere Lenkung ohne Einstellmöglichkeit erhalten soll.

Der VW Golf GTI verfügt im Gegensatz zum Kia optional über adaptive Dämpfer und deckt damit einen größeren Bereich zwischen Dynamik und Komfort ab.

 

Eher dezente Sportlichkeit im Innenraum

In puncto Leistung und Lenkung gibt es also noch Verbesserungspotenzial. Doch wie sieht es mit der gefühlten Sportlichkeit abseits der üblichen „Quartettwerte“ aus? Hier kann der Die Anfänge: Bilder von der Kia pro_cee'd GT-Studie Punkte sammeln. Im Innenraum empfangen Fahrer und Beifahrer Recarositze mit sehr gutem Seitenhalt und genügender Sitztiefe. Im Cockpit haben die Koreaner das Layout des Tachos verändert und weitere Anzeigen – unter anderem die für den Ladedruck des Turbos – im mittleren Rundinstrument integriert. Die ansteigende Fensterlinie wirkt dynamisch, auch wenn sie zur Rundumsicht nicht eben beiträgt. Ansonsten gilt im Innenraum: Bis auf die Nähte und den Schaltknauf ist alles wie im normalen cee’d. Ein bisschen mehr sichtbarer Sportsgeist wäre durchaus wünschenswert.

Ab März kann man den pro_cee’d GT ordern, ab etwa Mai sollen erste Exemplare zum Händler rollen. Auch eine fünftürige GT-Version ist geplant.

FAZIT: Ein Golf GTI-Killer ist der Kia pro_cee’d GT nicht, aber der neue Turbomotor ist der richtige Weg ins Sportzentrum. Das Fahrwerk gibt sich ausgewogen, nur die Lenkung stört den guten Gesamteindruck – zu synthetisch, zu wenig Rückmeldung. Doch eines steht fest: Kia kommt!

TECHNIK
   

VW GOLF VII GTI
KIA pro_cee'd GT
Motor 4-Zylinder, 4-Ventiler,
Turbo, Direkteinspritzung
4-Zylinder, 4-Ventiler,
Turbo, Direkteinspritzung
Hubraum 1984 cm³ 1591 cm³
Leistung 162 kW / 220 PS
bei 4500 – 6200 /min
150 kW / 204 PS
bei k. A. /min
Max. Drehmoment 350 Nm
bei 1500 – 4400 /min
265 Nm
bei k. A. /min
Getriebe 6-Gang, manuell 6-Gang, manuell
Antrieb Vorderrad Vorderrad
L/B/H 4268 / 1790 / 1442 mm ca. 4310 / 1780 / 1450 mm
Radstand 2631 mm 2650 mm
Leergewicht 1351 kg ca. 1300 kg
Kofferraumvolumen 380 – 1270 l ca. 340 – 1210 l
MESSWERTE
   
0 - 100 km/h¹ 6,5 s 7,7 s
Höchstgeschwindigkeit¹ 246 km/h 230 km/h
EU-Verbrauch¹ 6,0 l S/100 km 7,4 l S/100 km
CO2-Ausstoß¹ 139 g/km 171 g/km
KOSTEN    
Grundpreis 27.700 Euro ca. 25.000 Euro
¹ Werksangaben

Thorsten Elbrigman

Tags:
Severin Elektrische Kühlbox
UVP: EUR 123,99
Preis: EUR 87,10
Sie sparen: 36,89 EUR (30%)
Nulaxy FM Transmitter
 
Preis: EUR 23,79 Prime-Versand
Alkoholtester
 
Preis: EUR 16,99 Prime-Versand
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.