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Kfz-Versicherung Deutschland: Rechte und Pflichten

Klauseln und Fallstricke

Streit entsteht häufig bei abgeschlagenen Autospiegeln, die jedoch nicht vollständig entwendet worden sind. Die Vollkaskoversicherung deckt Schäden dieser Art ab.

Kuriose und trickreiche Versicherungsinhalte

Neben den offensichtlichen Fallstricken und den Hinweisen, auf welche die Versicherten zu achten haben, gibt es noch viele versteckte Inhalte und kuriose Bedingungen, die auf den ersten Blick normal erscheinen können.

Laut toptarif.de forderte etwa eine Versicherung in Großbritannien die Fahrzeughalterin auf, ihren Aufkleber zu entfernen, da es sich um eine Modifikation des PKW handelt, die im Vertrag nicht genehmigt wurde. Ist der Vertrag unterschrieben ist solch eine Klausel rechtens und der Sticker zu entfernen.

Viele Versicherungen bieten Schutz vor Erdrutschen, Lawinen und Vulkanausbrüchen, obwohl diese in Deutschland selten oder fast gar nicht vorkommen. Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet von den bisherigen Erdrutschen in der Bundesrepublik, die jedoch meist glimpflich ausgefallen sind.

Bei einer Teilkaskoversicherung gibt es keine Übernahme der Kosten, wenn zum Beispiel Schnee von einem Dach fällt und das Auto beschädigt, da der Schutz vor dieser Naturgewalt nur in der Vollkasko zu finden ist.

Fährt eine Person während eines Sturmes gegen einen umgestürzten Baum, so muss die Versicherung dies nicht übernehmen, da der Versicherungsinhalt das Stürzen des Baumes auf das Fahrzeug vorsieht, als unmittelbare Einwirkung des Sturmes, außer es liegt eine Vollkasko vor.

Generell übernehmen Versicherungen keine Schäden durch Panik- oder Schreckreaktionen und wer bei Überschwemmungen sein Auto nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht hat, wird wegen grober Fahrlässigkeit selbst in die Tasche greifen müssen.

Bei Wildunfällen greift meist bereits die Teilkaskoversicherung, allerdings fallen nicht alle Tiere unter die Versicherung, denn nur das Haarwild des Jagrechtes ist bei Wildunfällen berücksichtigt. Nicht zum Haarwild gehören beispielsweise Kühe, Pferde, Hunde oder Katzen.

Auch Waschbären fallen noch nicht unter Haarwild. Zusätzlich dazu muss das Auto in Bewegung gewesen sein und falls das Wild überlebt, sollten sofort Polizei oder Jagdpächter den Unfall bestätigen, damit die Versicherung entsprechende Dokumente erhalten kann. Unfälle mit Federwild werden von einigen Policen nicht übernommen.

Diese Tiere fallen unter das Jagdrecht und deshalb stehen dort nicht alle Tiere aufgeführt, wie Biber, Bären oder Waschbären. Die meisten Hühner und Vögel schließt die Teilkasko jedoch aus, obwohl sie im Jagdgesetz eingetragen sind.

Quelle: http://www.gesetze-im-internet.de/

Einige Anbieter geben mit Zusatzversicherungen die Option sich vor Unfällen mit „Tieren aller Art“ zu schützen, andere listen die Tierarten in den Plustarifen zusätzlich auf.

Wer also mit einem Biber zusammenstößt, erhält in der Regel keine Erstattung der Schäden, doch bei einem Seehund wäre alles abgesichert, denn dieser steht ebenfalls im Jagdgesetz.

Experten raten dazu auch bei kleineren Tieren nicht auszuweichen, da der Schaden bei einem Aufprall meist gering ist und ein größerer Schaden beim Ausweichen entstehen kann.

Nach der Kollision sollte immer die Polizei benachrichtigt werden, denn falls das Tier überlebt hat, kann es von Fachkundigen gesucht und versorgt werden und die Versicherung erhält die Bestätigung des Unfalls.

Bei Marderbissen im Motorraum greift zwar in den meisten Fällen ebenfalls die Teilkasko, doch nicht immer werden alle Schäden übernommen. So zahlt die Versicherung in der Regel nur die unmittelbaren Schäden wie betroffene Schläuche und Kabel, doch die Folgeschäden für Motor und Bremse sind nicht enthalten.

Die Rückstufung in die unterschiedlichen Schadenfreiheitsklassen nach Unfällen sollten Versicherte in ihrem Vertrag genau untersuchen. Denn oftmals können die hohen Prämien erst nach Jahren wieder abgebaut werden.

Einige Versicherungen bieten dabei Rabattschutz an, der trotz Unfällen die festgelegte Schadenfreiheitsklasse nicht verändert, allerdings mit bis zu 15 Prozent Aufpreis belegt ist. Wer einen Versicherungswechsel vornimmt, kann in diesem Fall jedoch eine schlechtere Einstufung erhalten, da die Schäden dort ebenfalls anzugeben sind und der neue Versicherer die Rückstufung gemäß der Schäden vorschreibt.

Einige Policen geben diesen Rabatt nur bei jährlichen Unfällen, andere bei bis zu drei Unfällen im Jahr. Versicherungen mit Rabattschutz sollten also die Fahrer meiden, die bereits Unfälle hatten und in absehbarer Zukunft das Auto und die Versicherung wechseln werden.