Kaufberatung VW Polo 2010 – Alle 52 Modelle Große Polo-Parade

27.07.2011

Einst ein schmaler Hans, heute der Klassen-Primus: Der neue VW Polo ist mehr als nur ein Kleinwagen. Wir helfen Ihnen bei der Wahl des richtigen Modells

Eigentlich müsste VW einen ausgeben. Denn im März 1975, vor ziemlich genau 35 Jahren, zeigten die Wolfsburger den ersten Polo – dieses schmale, spartanische 3,51-Meter-Wägelchen, das es für rund 7500 Mark beim Händler um die Ecke gab. Es war fast identisch mit dem damaligen Audi 50, unter der Haube saß ein schwachbrüstiger Vierzylinder mit 900 cm3 Hubraum und 40 PS, in den Türen billige Verkleidung aus Pappe. In der Stadt gerade noch zu ertragen, rappelig laut auf der Autobahn.

Und heute, nach mehr als zehn Millionen verkauften Exemplaren aus vier Generationen? Ein Klassenprimus, ein Überflieger. Mit seiner feinen Verarbeitung, der Länge von 3,97 Metern und voluminösen 1,68 Meter Breite ragt der Polo schon in die Golf-Klasse. Im Innenraum gedämpfte Akustik, auf Wunsch luxuriöse Extras – von Lederausstattung und Klimaautomatik bis zur elektronischen Einparkhilfe und Touchscreen-Display.

Alle aktuellen Vergleichstests gegen seine Konkurrenten hat der im Sommer letzten Jahres gestartete neue Polo gewonnen. Zu seinen Stärken zählen neben der hervorragenden Verarbeitung und dem exzellenten Geräuschkomforts auch die großen, bequemen Vordersitze, die ausgewogene Federung/Dämpfung, die sehr sicheren Fahreigenschaften (inklusive vorbildlicher Bremswerte aus 100 km/h), der nach dem Umklappen der Rücksitze durchgängig ebene Ladeboden, die großen, praktischen Ablagen und die einfache, intuitive Bedienung. Der VW Polo ist mittlerweile ein angenehmes Reiseauto für die ganze Familie.

EINSTIEG BEI 12.150 EURO
Kritik gibt es für das nur durchschnittliche Volumen seines Kofferraums: 280 bis 952 Liter bei komplett umgeklappten Rücksitzen – da bieten andere mehr. Der tschechische Konzern- und Plattformkollege Skoda Fabia zum Beispiel (300 bis 1163 Liter) oder auch der Opel Corsa (285 bis 1100 Liter).

Der Fabia hat dank seines geraderen Dachverlaufs auch mehr Platz und spürbar mehr Kopffreiheit in der zweiten Sitzreihe. Und bei den Preisen ist der Polo ohnehin kein Sonderangebot – die Bandbreite reicht hier von 12 150 Euro fürs dreitürige, 75 PS starke Benziner-Basismodell bis zu den (noch nicht offiziellen) 22 500 Euro des 180 PS starken Der neue VW Polo GTI 2010.

Damit sind wir bei den Karosserieversionen. Der Polo offeriert sich, mal abgesehen von der großen Heckklappe, mit zwei oder vier Türen. Letztere gibt es ab 735 Euro Aufpreis, bei elektrischen Fensterhebern (vorn und hinten) summiert sich das Ganze auf 925 Euro.

Den Sportler mimt der neue Polo GTI, und den rockig-spaßigen Stadt-Land-Allrounder spielt, ebenfalls ab Ende Mai, die Neuauflage des CrossPolo.

Mittelfristig dürften keine weiteren Polo-Ableger starten: Das fertige, sehr einfach ausgestattete Stufenheckmodell soll nicht in Westeuropa, sondern hauptsächlich in Russland und Indien verkauft werden, und für diskutierte Kombi- oder SUV-Modelle gibt es derzeit kein Okay vom Vorstand.

SPARSAME VW-MOTOREN
Das aktuelle Motorenprogramm deckt – von sparsam bis sportlich – so ziemlich alle Wünsche ab. Bei den zivilen Benzinern dient der 60- PS-Dreizylinder als Einsteiger, allerdings nur in der etwas mageren Trendline-Ausstattung. Die 70-PS-Version dieses 1,2-Liters ist die bessere Wahl: spürbar mehr Power bei gleichem Verbrauch, nur 525 Euro teurer und auch in der empfehlenswerten Comfortline- Ausstattung verfügbar.

Darüber rangiert der 1,4-Liter-Vierzylinder mit 85 PS – der lässt sich zudem mit der sparsamen und schnellen siebengängigen Doppelkupplungsautomatik (DSG) kombinieren. Top-Benziner ist der nur 1,2 Liter große Vierzylinder-TSI mit Direkteinspritzung und Turboaufladung: Er hat sehr spritzige 105 PS und ist deutlich sparsamer als der 1,4-Liter. Trotz des Mehrpreises von 1350 Euro ist er unser Favorit, wenn es mit dem Polo öfter auf die Langstrecke gehen soll.

Bei den Turbodieseln, die alle TDI heißen, ist die Wahl schwieriger. Einsteiger ist die 75-PS-Version des neuen 1,6 Liters – nur als Trendline erhältlich. Mit 90 PS arbeitet er, bei gleichem Verbrauch, eine Klasse besser, die 2250 Euro Mehrpreis relativieren sich durch die Annehmlichkeiten der serienmäßigen Comfortline-Ausstattung. Und nur er ist mit DSG-Automatik zu haben – die 105-PS-Version des 1,6-Liters verkauft VW lediglich mit Fünfgang-Handschaltgetriebe.

Zudem gibt es den 90 PS starken TDI auch als verbrauchsgünstiges „BlueMotion Technology“-Modell, das im 100-km-Schnitt rund 0,5 Liter Diesel weniger brauchen soll: 3,7 Liter (96 g CO2/km). Beim Sparen helfen ein Start-Stopp-System mit Bremsenergie-Rückgewinnung, die Gang-Empfehlung, Boden- und Hinterachsverkleidungen sowie rollwiderstandsarme Reifen.

Noch mehr Freude am Sparen? Dann kommt der Polo BlueMotion in Frage. Sein 1,2 Liter großer Dreizylinder-Diesel soll nur 3,3 Liter schlucken – in der Praxis, sprich im Vergleichstest der AUTO ZEITUNG (Heft 6/2010) waren es noch günstige 4,2 Liter im Gesamtschnitt, ohne den Vollgas-Abschnitt hätte hier allerdings eine Drei vor dem Komma gestanden.

Im Sprint ist er fixer als der 1,6-Liter mit 75 PS. Kein Wunder bei dem Aufwand. Im AZ-Test erhielt der BlueMotion auch gute Noten im Fahrkomfort. Test-Reichweite: satte 1071 Kilometer.

Trotzdem raten wir hier eher zum 90-PS-TDI in der weniger extremen BlueMotion-Technology-Ausführung. Der bietet bei geringfügigem Mehrverbrauch klar mehr Leistung – und die Option auf alle interessanten Extras.

Eine Überlegung wert ist auch der neue Polo BiFuel, der bis Anfang Juni zum Preis von 16.325 Euro startet und sich sowohl mit Benzin als auch mit dem billigen Autogas (LPG; rund 62 Cent pro Liter) fahren lässt – der Wechsel funktioniert einfach per Knopfdruck. VW verspricht für den BiFuel die gigantische Reichweite von bis zu 1300 Kilometern.

Ob sich das rechnet, hängt natürlich von der individuellen Jahresfahrleistung ab – und der Nähe von Autogastankstellen. Infos im Internet unter www.autogastanken.de.

MOTOREN-TIPP

1.2 TSI
Unser Favorit ist der kleine 1,2-Liter-TSI mit 105 PS. Er ist sparsamer als der 1,4-Liter mit 85 PS, dazu leise, kultiviert und an der Ampel kaum zu hören. Für Einsteiger ist der 70-PS-Polo eine gute Wahl, zumal es ihn auch in der Comfortline-Ausstattung gibt. Übrigens: Möglichst vier Türen ordern – der Dreitürer verkauft sich später schlecht.
1.6 TDI
Bei den Dieseln raten wir zum mittleren 1,6-Liter mit 90 PS, der taugt für alle Gelegenheiten und lässt sich zudem mit dem DSG-Getriebe kombinieren – das ultimative Gespann. Für Spritsparer empfehlen wir die BlueMotion-Technology- Version dieses Modells, denn die lässt freie Wahl für die favorisierten Extras.

DREI AUSSTATTUNGEN
Überlegung braucht auch das Thema Ausstattungen. Beim Polo heißen sie Trendline, Comfortline und Highline. Das Ganze funktioniert nach klassischem Prinzip: Im Paket gibt es die Ausstattungen günstiger, als wenn man sie einzeln kaufen würde. Allerdings hat das beim Polo auch Haken, wie die große Motoren-Technik-Übersicht zeigt: Die Basismotorisierungen gibt es nur in der relativ mageren Basisausstattung, andere Modelle muss man zwangsweise mindestens als Comfortline kaufen.

Interessant und empfehlenswert sind in diesem Zusammenhang die aktuellen Sondermodelle „Team“, mit denen VW uns auf die Fußballweltmeisterschaft einstimmen will. Sie sind für alle Motorisierungen zu haben, bieten beim Polo Preisvorteile von bis zu 1630 Euro und ergänzen, beziehungsweise variieren die Ausstattung des Polo Comfortline. Zum Beispiel mit beheizbaren Sportsitzen (vorn), Dreispeichen-Lederlenkrad, einem Tempomaten und dem Radiosystem RCD 210 (2 x 20 Watt, vier Lautsprecher).

Und im so genannten „Team Plus“-Paket gibt es die 16-Zoll-Leichtmetallräder „Cartagena“ (Reifen 215/45 R 16, inklusive Reserve-Notrad) für günstige 550 Euro einschließlich Reifenkontrollanzeige. Das spart über 180 Euro gegenüber dem regulären Rad-Preis beim Comfortline. Ratsame Extras?

Zum Beispiel beim Trendline-Dreitürer die „Easy-Entry“-Einstiegshilfe für 180 Euro (Serie ab Comfortline) – inklusive Beifahrersitz-Höheneinstellung und Schubladen unter den Vordersitzen. Erleichtert den Durchstieg in den Fond ungemein. Auch ein CD-Radio macht Sinn, gut ist das RCD 310 mit MP3-Funktion (Titelanzeige), Multimediabuchse und sechs Lautsprechern (4 x 20 Watt). Es kostet jedoch 640 Euro.

Wählt man hier die Ausführung mit dem schönen Touchscreen-Navisystem RNS 310, sind weitere 500 Euro fällig. Da finden sich alternativ auf dem Markt fürs halbe Geld tragbare Geräte, die dann auch im Zweitwagen der Familie nutzbar sind.

Unverständlich: Wenn man beim Basismodell Trendline die einfache Klimaanlage „Climatic“ (435 Euro) ordert, gibt es die nur im „Cool & Sound“-Paket in Verbindung mit einem Radio – das verlangt beim einfachsten Radio RCD 210 nach zusätzlichen 475 Euro. Übrigens: Ab Juni sind für den Polo auch Xenon-Scheinwerfer zu haben, der Preis steht aber noch nicht fest.

AUSSTATTUNGEN

Trendline:
Vier 14-Zoll-Stahlräder, Reifen 175/70 R 14, Wärmeschutzglas, 12-Volt- Steckdose (Laderaum), nur Fahrersitz mit Höheneinstellung, Rückbank nur ungeteilt umklappbar, Stoffsitzbezüge, ABS, ESP, Isofi x-Ösen, Fensterheber vorn elektrisch.
Comfortline: Vier 15-Zoll- Stahlräder, Reifen 185/60 R 15, zusätzlich u.a.: Kühlergrill Schwarz/Chrom, Einstiegshilfe Easy-Entry, Mittelarmlehne mit Box, Rücksitzbank/-lehne geteilt umklappbar, doppelter Ladeboden, Schubladen unter den Vordersitzen, Leseleuchten, elektrische Fensterheber rundum, Klimaanlage Climatic, Einparkhilfe, ZV mit Funkfernbedienung, auch Beifahrersitz höheneinstellbar. Highline: Vier Leichtmetallräder; zusätzlich unter anderem: Lederlenkrad, Sportsitze vorn, Reifenkontrollanzeige, beheizte Scheibenwaschdüsen, Nebelscheinwerfer.

GTI-MODELL MIT 180 PS
Für die Gas-und-Spaß-Fans hat der VW-Händler demnächst den passenden Polo parat – den GTI natürlich, der Anfang Juni startet. Er rennt in nur 6,9 Sekunden auf Tempo 100 und laut VW bis zu 229 km/h. Dafür sorgt ein nur 1,4 Liter großer, aber 180 PS starker Vierzylinder-TSI, der per Kompressor und Turbo aufgeladen wird.

Dabei soll dieser Direkteinspritzer im Schnitt mit nur sechs Liter Super auskommen. Das Sportfahrwerk und die klassischen Sportsitze mit dem Karomuster sind inklusive, ebenso die Tieferlegung (15 mm) und 17-Zoll-Leichtmetallräder.

Erstmals ist für eine präzise Kurvenlinie die Vorderrad- Querdifferenzialsperre XDS in Aktion. Serienmäßig gibt es das schon erwähnte Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG), das sich auch über Schaltwippen am Lenkrad betätigen lässt. Und nach unseren Informationen ist der GTI-Preis niedriger als erwartet: 22 500 Euro.

CROSSPOLO FÜRS GRÖBERE
Für Stadtindianer und alle, die gern ein bisschen höher sitzen, lässt VW Anfang Juni auch den CrossPolo los – zum Einstiegspreis von 16 550 Euro. Das Auto hat ein rustikales Outfit, Sportsitze, ein Lenkrad mit Lochlederbezug, eine um 15 Millimeter höhergelegte Karosse, kratzfeste Kunststoffverkleidungen, eine Dachreling, 17-Zoll-Alu-Räder und eine bulligere Front. Den Halbwilden wird es auf Wunsch auch wieder knallbunt geben, zum Beispiel in „Magna Orange“.
Wolfgang Eschment

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