Jeep Renegade 1.6 Multijet: Kleiner Jeep im Fahrbericht Mit Echtheitszertifikat

04.11.2014

Der Jeep Renegade 1.6 Multijet im ersten Fahrbericht: kleines Auto mit großem Charakter, das auch im Gelände gut zurechtkommt

Bis gerade eben war alles ganz entspannt: Der kleine Renegade stromerte mit unbekümmertem Temperament über kurvige Landstraßen, tapfer bergauf und bergab. Dieses muntere Handling und den schlanken Fuß hatten wir auch von einem Auto erwartet, das technisch eng verwandt mit italienischen Klein- und Kompaktwagen ist. Jetzt wird es aber gleich spannend, denn da vorne verwandelt sich die wellige Asphaltdecke in ein schmales Schotterband. Steinbrocken, Schlaglöcher, tiefe Pfützen – jetzt bekommt der jüngste und kleinste Jeep zumindest eine passende Schlamm-Patina.

 

Jeep Renegade: Das neue Einstiegsmodell ist ein echter Jeep

Der Jeep Renegade 2014 kann aber mehr, als sich nur schmutzig zu machen: Mit souveränem Abrollverhalten pfeffert er über die hochfrequent vibrierende Bahn. Bereits auf diesen ersten Metern ist zu spüren, dass die amerikanischen Jeep-Ingenieure keineswegs nur Fiat-Konzerntechnik mit einer muskulösen Hülle verkleidet haben. Für den Renegade haben die Jungs denitiv die Werkstatt-Tür fest hinter sich zu und ganz lange nicht mehr aufgemacht.

Herausgekommen ist ein überraschend überzeugender Jeep, der viel Funktion mit einer großen Portion Pragmatismus verbindet, dieses aufrichtige Gemisch bodenständiger Tugenden aber mit der gebührenden Abenteuerlust kombiniert. Die Designer mussten keine Rücksicht auf kostensenkende Karosseriegleichteile nehmen, sondern durften einen echten Jeep schneidern: Vierschrötig, mit bulliger Front, großen Rundscheinwerfern, typischem Kühlergrill und steil stehender Windschutzscheibe.

Das klassische, viereckige Heck erzählt ganze Geschichten: Wo beim Ur-Jeep der US-Army große Benzinkanister mit X-förmigen Versteifungsrippen oder ein Reserverad angeschnallt wurden, kommt der Renegade als Gewächs der Moderne ohne Extrasprit und Ersatzrad aus – aber das Kanister-X wurde in den neuen Renegade-Rückleuchten verewigt. Überhaupt haben’s die US-Designer mit versteckten Historienzitaten oder Markenhinweisen: Angedeutete Schlammspritzer im Drehzahlmesser, Topografie-Linien berühmter amerikanischer Offroad-Strecken im Cockpit-Ablagefach oder die Umrisse einer kleinen Dschungel-Giftspinne (deren Aufenthaltsort hier nicht verraten werden soll) würzen den Renegade spielerisch an.

Dabei hat der kleine Jeep eindeutig nicht die Balance zwischen Funktionalität und Lifestyle verloren: Er bietet viel Platz und ein angenehmes Raumgefühl, wirkt einfach, aber ansprechend verarbeitet und ist mit guter Bedienbarkeit gesegnet. Für die erste Ausfahrt haben wir den 120-PS-Einstiegs-Diesel mit Handschaltung und Vorderradantrieb gewählt – eine völlig zufriedenstellende Kombination. Der kleine 1.6 Multijet überzeugt mit gutem Temperament und geringem Benzinverbrauch. Wer die Fuhre in Schwung hält, räubert selbst mit nur einer angetrieben Achse flott über Stock und Stein.

Richtig „jeepig“ wird es dann aber mit den 4x4-Versionen, die dank Fahrmodus-Schalter und optionaler Untersetzung schon sehr begeistert ins Gelände abbiegen und auf jedem Untergrund bedarfsgerechte Traktion bieten. Beim Test der auf diesen Seiten abgebildeten Trailhawk-Variante dürfen wir zum Schluss dann noch erleben, dass im Renegade auch ein Felskratzer steckt: Waten, Klettern, Wühlen – der Renegade bekommt von uns ein Jeep-Echtheitszertifikat mit Stern.

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Unser Fazit

Trotz seiner kompakten Abmessungen bietet der Renegade viel Platz und Funktion. Die Kombination mit dem sparsamen und durchzugsstarken Basis-Diesel sowie Vorderradantrieb macht uneingeschränkt Freude. Als Trailhawk kann der Renegade sogar richtig klettern – Jeep pur.

Johannes Riegsinger

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