Faszination Jeep: Mit dem Cherokee Trailhawk offroad durch Utah Hill Climbing

23.11.2014

Noch besser als mit dem Motorrad funktionieren Klettertouren mit Vierradantrieb. Den Beweis liefert der Offroader Jeep Cherokee Trailhawk in seiner angestammten Umgebung. Faszination

Dass es gut vorwärts geht, kann man eigentlich nicht sagen. Für die letzten fünf Meilen brauchten wir gut zwei Stunden. Glatte, rutschige Felsen, teilweise atemberaubend steile Auffahrten und spitze Steinkanten als natürliche Feinde von Ölwannen, Felgen und Querlenkern fordern gefühlvolles Agieren mit Lenkung, Gas und Bremse. Wohl dem, der hier auf dem „Hell’s Revenge“-Trail mit Unterfahrschutz unterwegs ist – so wie wir. Und der neue Jeep Cherokee Trailhawk fühlt sich hier im Südwesten der USA auf seinen grobstolligen Rädern ausgesprochen wohl.

 

Jeep Cherokee Trailhawk: Offroad-Trip durch die USA

Nicht nur die anspruchsvollen Streckenpassagen, die allzu oft in Zentimeterarbeit und nur mit Einweiser zu bewältigen sind, halten den üblicherweise gehetzten Zivilisationsmenschen auf. Es ist auch die eindrucksvolle Landschaft, die mit ihrer Schönheit regelmäßig zum An- und Innehalten auffordert. Ob die ersten Siedler, die sich hier einst mühevoll ihren Weg suchten, die Landschaft ebenso genießen konnten? Im alltäglichen Überlebenskampf wohl eher nicht. Es war vielmehr die Schinderei für Mensch, Tier und Material, die dem Trail seinen Namen gegeben haben dürfte, der übersetzt „Rache der Hölle“ lautet.

So freuen wir uns umso mehr darüber, es entspannt angehen lassen zu können – dank 272 PS starkem 3,2-Liter-V6-Motor, Allradantrieb, zusätzlicher Hinterachsdifferenzialsperre, Geländereduktion, ordentlicher Bodenfreiheit (22,4 Zentimeter) sowie anständiger Böschungs- (vorn 29,9, hinten 32,2 Grad) und Rampenwinkel (22,9 Grad). Die „Rache der Hölle“ muss keine Kupplung der Jeep Cherokee fürchten, denn alle Wagen der Kolonne verfügen über eine Neunstufen-Automatik. Fürs Wohlbefinden sorgt die Klimaanlage – und die Kühlbox mit üppiger Picknick-Füllung.

Es ist noch warm im bereits herbstlichen Utah. Für das Farben- und Formenspiel der Landschaft hätte Mutter Natur einen Design-Award verdient. Felsen, von Wind und Wasser über Jahrmillionen zu bizarren Skulpturen geformt, changieren je nach Tageslicht zwischen Ockergelb und Blutrot. Das Laub leuchtet in Orange, Braun bis Blassgrün in den Wäldern rundum des  Castle  Valley. Die puder-gezuckerten Gipfel der La Sal Mountains künden davon, dass die bunte Pracht bald in tristes Wintergrau wechseln wird. Doch bis dahin dauert es noch eine Weile.

Obschon in der Überzahl und oftmals für den Einsatz  abseits  der  Straßen  perfektioniert,  sieht man nicht nur Jeep auf dem Colorado-Plateau. Quads, die hier All Terrain Vehicle (ATV) heißen und gemietet werden können, Hummer H1 oder Moto Crosser, ja sogar Mountainbiker haben gemeinsam ihren Spaß. Einige Trails lassen sich sogar mit nur einem PS per Mietpferd meistern. Wer sich begegnet, ist freundlich, grüßt und hält etwas Small Talk: „Woher?“ „Wohin?“ „Welcher Offroader?“ „Welches Bike“? „Enjoy your day!“

In Deutschland, wo bereits das Befahren eines Forstwegs von manchen am liebsten als Schwerverbrechen geahndet würde, wären Szenen wie diese undenkbar. Offroad-Spaß ist hier ausdrücklich erlaubt und kostet oft gar nichts oder nur ein paar Dollar Eintritt ins entsprechende Gebiet. Und so tummeln sich an den Eingängen der Trails zahlreiche mächtige Pick-ups à la Dodge Ram oder Ford F 150, nicht selten in besonders kräftigen „super duty“-Ausführungen – dabei tragen oder ziehen sie allerlei Grobstolliges.

Wer abseits des rechten Weges unterwegs ist, genießt dennoch keineswegs Narrenfreiheit.  Wer die Trails verlässt, quer durch die Natur pflügt und dabei erwischt wird, läuft Gefahr, zu heftigen Geldstrafen verdonnert zu werden oder gar im Knast zu landen. Inzwischen ist es Nachmittag, und wir sind auf dem „Dome Plateau“-Trail unterwegs. Hier dominieren Sand und Geröll. Wieder nur Schritttempo.

Die Konzentration lässt nach. Mitunter verfehlen wir die Fahrlinie mit der optimalen Bodenfreiheit. Knirschgeräusche aus dem Fahrzeugboden sind die Quittung. Sandige Schrägfahrten wollen mit beherztem Gasgeben und Gegenlenken genommen werden. Unregelmäßig stufige Felshänge zeigen die Grenzen der Verschränkungsbereitschaft der Einzelradaufhängung auf. Manchmal hängen mitunter gar zwei Räder in der Luft.

Aber mit eingeschalteter Geländereduktion und aktivierter Hinterachsdifferenzialsperre geht es dann doch weiter – dem Selec Terrain-System und den zur Verfügung stehenden fünf Fahrmodi („AUTO“, „SNOW“, „SPORT“, „SAND/MUD“, „ROCK“) des Cherokee sei Dank. Auf steilen Abfahrten hält auf Wunsch das „Selec Speed Control“-System das Kriechtempo ohne Zutun des Fahrers konstant. Das funktioniert auch bergauf.

Doch bei uns hat die Fahrt (Lenk-)Hand und (Gas-)Fuß und macht trotz der ersten Ermüdungserscheinungen immer noch Spaß. Die Wohlfühlgrenze  der  Besatzung  endet  erst nahe der Kippgrenze. Früher, so erzählt Fotograf Barry, wurden die Trails teilweise als Straßen genutzt. Er selbst hat mit seinem Vater die  harmloseren Teile des „Dome Plateau“-Trails im vorigen Jahr unter die Räder von dessen Ford A (Baujahr 1930) genommen.

Meine Verwunderung, einem alten Auto solche Strapazen zuzumuten, kontert er mit einer Gegenfrage: „Wieso? Die sind doch früher hier auch gefahren.“ Ist halt immer pragmatisch, der Amerikaner. Obwohl moderner, sicherer und komfortabler unterwegs, halten wir auch auf diesem Trail unterwegs mindestens so oft wie die Automobilisten in den 30er-Jahren für Reparaturen. Wir belassen es aber bei Fotostopps und genießen währenddessen die atemberaubende Landschaft mit allen Sinnen.

Atmen dagegen führt mehr und mehr zu Hustenreiz, denn die trockene Luft lässt uns gefühlt mehrere Kilogramm des aufgewirbelten Staubs einatmen, der unterwegs die Sicht auf die in die Dämmerung vorausfahrenden Jeep einschränkt. Endlich erreichen wir das Ziel, ein Camp nahe der Wind Caves, einiger Felsenhöhlen inmitten einsamer Prärie. Hier brutzeln schon die Steaks auf dem Grill. Kühles Bier spült den Staub aus unseren Kehlen und erhöht das Schlafbedürfnis abrupt. Hundemüde kriechen wir nach dem Essen in die Zelte – und wenig später wieder heraus.

Es ist die absolute Stille, die völlig ungewohnt ist. Trotz der vor der Abfahrt ausgesprochenen Warnung vor Bären und Coyoten lässt sich zum Glück keiner der Kameraden blicken. Von Menschenseelen ganz zu schweigen. Ohnehin teilen sich in dieser Region Amerikas nur acht Einwohner einen Quadratkilometer, während sich in Deutschland rund 230 auf der gleichen Fläche arrangieren müssen. Ebenso ist Lichtsmog hier ein Fremdwort – stattdessen erleuchtet die Milchstraße die klare, aber nur vier Grad kalte Nacht mit ihrer ganzen Pracht.

Am nächsten Morgen präsentiert uns die Natur einen Tagesanbruch wie aus dem Bilderbuch. Binnen Sekunden überwindet die Sonne die Horizontlinie, lässt den Tag wie aufgedimmt Fahrt aufnehmen. Den Kaffee gibt es am Lagerfeuer. Fehlt nur noch, dass der Marlboro-Mann sich gleich dazusetzt. Wir brechen mit den Jeeps auf zurück in die Zivilisation und legen unterwegs am träge dahin ießenden Colorado-River noch einen Stopp an der Red Cliffs Lodge ein. Die beliebte Lodge ist ein Ranch-Hotel, wo man Wildwest-Atmosphäre schnuppern kann.

„Woher kommt Ihr?“ „Was macht Ihr?“ Die Neugier und die Offenheit der Cowboys und des einzigen Cowgirls scheinen nicht gespielt. Alle wirken locker, lässig und stressfrei. Angesichts der übermächtigen und überwältigenden Natur eine gute Methode, sich mit den Dingen zu arrangieren. Sie wäre vielleicht auch tauglich für Europa – etwa wenn der Jeep nicht durch die Wildnis, sondern gemächlich über eine malerische Landstraße rollt.

Elmar Siepen

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