Jeep Cherokee 2014: Fahrbericht, Bilder und technische Daten Neuer Indianerhäuptling

27.04.2014

Er ist das Bindeglied zwischen Luxus- und Offroad-Klasse – wie schafft der neue Jeep Cherokee 2014 den Spagat? Unser Fahrbericht klärt auf

Die Selbstfindung des Jeep Cherokee hat durchaus etwas länger gedauert: Nachdem er in den USA Mitte der 70er-Jahre daran beteiligt war, ein ganzes Segment zu begründen, musste der Indianerhäuptling mit Erscheinen des größeren Bruders Grand Cherokee in den 90er-Jahren zunehmend Federn lassen. Die Generationen ab 2001 wurden in Europa gar als Liberty verkauft, 2011 der Import wegen mangelnden Erfolgs final eingestellt. Die Kunden hatten sich längst mit dem großen und luxuriösen Grand Cherokee angefreundet oder die kernige Offroad-Ikone Wrangler bevorzugt – für den zwischen allen Stühlen sitzenden Cherokee oder Liberty schien zumindest in Europa die Zeit abgelaufen zu sein: zu rustikal, um in der Straßen-SUV-Ecke Traktion aufzunehmen, zu wenig derbe, um als Gelände-Haudegen durchzugehen.

Seit Oktober 2013 rollt aber in den USA die neue Generation des Cherokee an, die jetzt auch nach Europa kommt. Und dieses Mal hat die Jeep-Mannschaft alles anders gemacht: auf derselben Plattform, die am anderen Ende beispielsweise die Alfa Romeo Giulietta hergibt, stellen die US-Offroad-Spezialisten einen Cherokee vor, der mitten ins Herz des heftig rollenden SUV-Trends trifft. Der Fokus liegt auf Alltagstauglichkeit, Straßen-Einsatz und Vielseitigkeit. Das dynamische Design, die kompakte, moderne Erscheinung und maßvolle Vierzylinder-Diesel machen ihn aus dem Stand zum Konkurrenten von erfolgreichen Lifestyle-SUV à la Audi Q5 oder BMW X3. Offroad? Dafür gibt es die speziell ausgelegte Trailhawk-Variante, die mit Reduktionsgetriebe, Hinterachs-Sperrdifferenzial sowie mehr Bodenfreiheit selbst den berüchtigten Rubicon Trail schaffen soll.

 

Jeep Cherokee 2014: Modern und komfortabel

Die normalen Longitude- und Limited-Varianten des Cherokee sind jedoch je nach Motorisierung sogar mit reinem Vorderradantrieb zu haben. Selbst als Allradler möchte der Cherokee kein Kraxler sein, sondern einfach ein möglichst vielseitiges Reise- und Alltagsauto, das sich mit der Marke angemessener Durchschlagskraft auch auf Schotterstraßen und im Wintersport-Einsatz anständig schlägt. Das Rezept heißt also: Vorderradantrieb und bei auftretendem Schlupf per elektrisch gesteuerter Lamellenkupplung mit Motordrehmoment beaufschlagte Hinterachse. Das spart beim Cruisen auf sommerlichem Asphalt Sprit, und imWinter schlägt sich der Cherokee dann doch bis zur Skihütte durch. Im Kampf um möglichst große Effizienz legt Jeep dabei sogar die bei den ähnlichen Konzepten der Konkurrenz leer mitrotierende Antriebswelle still – bei optimaler Traktion trennt vorn eine Kupplung den Motor ab und hinten eine zweite die Hinterachse.

Trotzdem dürfte der Cherokee in seiner Klasse eines der geländegängigsten Angebote sein – mit serienmäßig vorwählbaren Fahrprogrammen ist der Mittelklasse-Jeep bereit für allerhand Unfug. Für viele Kunden könnte allerdings ein anderes Superlativ viel wichtiger sein: Mit strammen 2,5 Tonnen Anhängelast setzt sich der Cherokee in der von uns gefahrenen Kombination mit 170-PS-Diesel, Allradantrieb und neuer Neunstufen-Automatik von ZF als Schleppmeister an die Spitze des Segments.

Der Cherokee wirkt gut gemacht, und auch wenn die Materialien im Innenraum teilweise nicht ganz den Standard der um einiges teureren deutschen Konkurrenz erreichen, darf man sich doch an sauber verarbeitetem Leder (Ausstattung Limited) und knarzfrei eingepassten Verkleidungen freuen. Die Sitze sind komfortabel, das Platzangebot fällt auf allen Plätzen großzügig aus, und die Fondsitzbank ist sogar längs einstellbar und mit neigungseinstellbaren Lehnen ausgestattet.

Der Zweiliter-Turbodiesel hat vor allem in der Drehzahlmitte kräftigen Punch zu bieten, seine Laufkultur ist weich und das Laufgeräusch eher zurückhaltend. Sowieso frönt der Cherokee einem angenehm komfortablen Grundcharakter: Ohne je schwammig oder undefiniert zu wirken, gibt er sich auch auf schlechten Straßen schluckfreudig, nimmt lange Bodenwellen ebenso anständig wie kurze Stöße. Dass der Jeep auf kurvigen Strecken trotzdem nicht die Kontrolle verliert, spricht für eine saubere und ausgereifte Abstimmung: Ohne Hektik, aber mit freundlicher Willigkeit und schöner Kontrollierbarkeit fegt der neue Cherokee um die Ecken. Ein gelungener Einstand – Willkommen zurück.

Unser Fazit

Gut ausgestattet, komfortabel und mit hoher Alltagstauglichkeit – der neue Cherokee kann sich sehen lassen.

Johannes Riegsinger

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