Jaguar XF Sportbrake 3.0 V6 Diesel S: Oberklasse-Kombi im Fahrbericht Edel-Kombi in Fahrt

30.11.2012

Schick war der Jaguar XF schon immer, geschmackvoll eingerichtet sowieso. Jetzt entwickelt er in der Kombiversion mit dem klangvollen Namen Sportbrake auch noch praktische Tugenden, beschränkt sich bei der Antriebstechnik aber vollständig auf Dieselmotoren. Passt das?

Kritisch betrachtet war der Frachter bei Jaguar längst überfällig: Audi A6 Avant, BMW 5er Touring und Mercedes E-Klasse T-Modell haben das Segment bislang allein unter sich aufgeteilt. Verglichen mit diesen drei Konkurrenten ist Jaguar Land Rover zudem ein recht kleines Unternehmen, das sicherlich nicht über dieselben Entwicklungsressourcen verfügt. Da dauert es eben länger, bis ein neues Modell serienreif ist.

Konsequenterweise konzentrieren sich die Briten auf die wesentlichen Versionen und bieten ausschliefllich Diesel-Triebwerke an. Die Basis bildet ein etwas knurriger, aber kräftiger Vierzylinder-Turbo mit 200 PS (ab 48.550 Euro). Darüber rangieren zwei V6 mit zweistufiger Turbo-Aufladung die 240 (52.550 Euro) und 275 PS (56.550 Euro) leisten – jeweils in Kombination mit Hinterradantrieb und achtstufiger Automatik von ZF.

 

Jaguar XF Sportbrake Diesel S: GESCHMEIDIGER BITURBO-V6

Für unseren ersten Fahrbericht stand uns in Schottland das Topmodell Jaguar XF Sportbrake 3.0 V6 Diesel S zur Verfügung, das mit seinem mächtigen Drehmoment von bis zu 600 Nm äußerst lässig anschiebt. Zudem erfreut der parallel-sequenziell aufgeladene Selbstzünder mit vibrationsarmem Lauf und sonorem Sound. Überdies verfügt er im Bedarfsfall über beachtliche Reserven und beschleunigt den trotz Alu-Bauweise fast 1,9 Tonnen schweren Kombi laut Werksangabe in 6,6 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h.

Exakt 67 Kilo des Gewichts sind dem neuen Heck geschuldet. Der Sportbrake ist lediglich fünf Millimeter läger und, wegen der serienmäßigen Dachreling, zwei Zentimeter höher als die Limousine. Weil die Dachlinie erst deutlich später abfällt, gibt's auf der Rückbank aber 48 Millimeter mehr Innenhöhe. Der Kofferraum fasst 550 bis 1675 Liter. Zum Vergleich: In einen Audi A6 Avant passen 565 bis 1680 Liter, der BMW 5er Touring schluckt 560 bis 1670 Liter. Nur das Mercedes E-Klasse T-Modell ist spürbar geräumiger: 695 bis 1950 Liter.

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Weitere Transporter-Tugenden sind eine nun werksseitig verfügbare Anhängerkupplung (1150 Euro, maximal 1850 Kilo) inklusive Anhängerstabilisierung mittels Fahrdynamikregelung und die elektrisch betriebene Heckklappe (520 Euro). Zum Standardumfang zählen solide Befestigungsösen samt Schienensystem im Ladeboden sowie die auch per Zughebel vom Kofferraum aus umlegbaren, asymmetrisch geteilten Rücksitzlehnen. Ein Trenn-Netz zwischen Fahrgast- und Gepäckabteil gibt es zwar als Zubehör, doch lässt es sich bei umgeklappten Sitzen ohnehin nicht nutzen.

Damit der XF Sportbrake bei voller Zuladung nicht in die Knie geht, spendierten ihm die Techniker aus Gaydon eine neue Hinterachskonstruktion mit Luftfeder-Elementen. Die sorgt für ein gleich bleibendes Fahrverhalten und einen guten Abrollkomfort trotz straffer Grundabstimmung. Auch die bei den V6-Versionen serienmäßigen adaptiven Dämpfer tragen zum agilen Handling bei und lassen den Sportbrake willig und freudvoll über kurvige Landsträßchen schnüren. Bei unserer durchaus zügigen Testfahrt pendelte sich die Verbrauchsanzeige im Bordcomputer schließlich bei 9,7 Litern ein. Bei so viel Fahrspaß würden wir mal sagen: Das passt.
Martin Urbanke

Fazit: Dezent sportlich mit individueller Note – der Jaguar XF Sportbrake ist ein typischer Jaguar, bloß praktischer. Sein Antrieb ist ein echtes Filetstück.

AUTO ZEITUNG

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