Jaguar XE 20d vs. Mercedes C 220 d: Vergleich Griff nach dem Stern

01.06.2015
Inhalt
  1. Jaguar XE gegen Mercedes C-Klasse: Erste Bestandsaufnahme
  2. Der Mercedes liegt satt, der Jaguar XE ist leichtfüßig
  3. XE & C-Klasse: Moderne Connectivity und Assistenz-Systeme

Ist der neue Jaguar XE gut genug, um gegen die aktuelle Mercedes C-Klasse zu bestehen? Ein erster Vergleich der beiden Mittelklasse-Limousinen

Es ist soweit: Jaguar kehrt zurück in die lukrative Mittelklasse. Doch anders als der etwas halbherzig konzipierten X-Type seinerzeit tritt der neue XE mit großen Zielen an. Er will nicht weniger, als sich mit den besten Premium-Modellen dieser Klasse zu messen. Also unternehmen wir die erste Ausfahrt gemeinsam mit dem aktuellen Mercedes C 220 d und dem Jaguar XE 20d, beide mit optionaler Automatik.

 

Jaguar XE gegen Mercedes C-Klasse: Erste Bestandsaufnahme

Der kraftvolle Vierzylinder-Diesel im Mercedes, der bislang den Beinamen BlueTEC trug, hat schon hinreichend bewiesen, dass er kultiviert und sparsam läuft. Sein leicht brummiger Ton tritt nie in den Vordergrund, und er nimmt schon bei geringen Drehzahlen schwungvoll Fahrt auf. Sein Drehmoment von bis zu 400 Nm liegt bereits bei 1400 bis 2800 Umdrehungen an. Doch der komplett neu konstruierte Selbstzünder unter der Haube des XE kontert mit maximal 430 Nm, die zwischen 1750 und 2500 Touren abrufbar sind.

Dementsprechend packt der Jaguar einen Wimpernschlag später zu und zeigt eine minimale Anfahrschwäche. Ab etwa 1600 Umdrehungen wendet sich aber das Blatt und der 180 PS starke Brite hängt williger am Gas und stürmt energischer los. Dabei wirkt er dynamischer als der C 220 d mit 170 PS, obwohl die Werksangaben für den Benz sprechen, der fast eine halbe Sekunde früher auf 100 km/h beschleunigen soll und mit 233 km/h immerhin fünf Stundenkilometer schneller rennt.

Hinsichtlich der Laufkultur gibt sich die Jaguar-Konstruktion keine Blöße, erreicht aber auch nicht jene Geschmeidigkeit, die dem Mercedes-Motor zu eigen ist. Akustisch hält sich der Ingenium-Diesel dezent zurück. Sein Klang ist zunächst etwas knurrig und wechselt bei steigender Drehzahl in ein sanftes Sirren.

So unterschiedlich die Optik beider Limousinen auch ist, so sind doch beide Vertreter konsequenten Leichtbaus sowie aerodynamischer Effizienz. Während bei der C-Klasse beinahe die komplette Außenhaut aus Alu besteht, setzt die Konstruktion des XE mit rund 75 Prozent Leichtmetall-Anteil (C-Klasse: knapp 50 Prozent) noch konsequenter auf Leichtbau. Laut technischen Daten wiegt der Brite 1565 Kilo, der Deutsche lediglich fünf Kilo mehr.

Der Jaguar erreicht einen sehr günstigen Luftwiderstandsbeiwert von 0,26, den die Mercedes C-Klasse mit 0,24 nochmals unterbieten kann. Das ist nicht nur gut für die Effizienz, sondern senkt überdies die Geräuschbelästigung durch den Fahrtwind. Auch wenn der Jaguar kaum Anlass zu Kritik bietet – der Mercedes gleitet noch leiser durch den Wind.

 

Der Mercedes liegt satt, der Jaguar XE ist leichtfüßig

Was sich auf der Autobahn andeutet, wird auf der Landstraße zur Gewissheit: Beide Autos verfügen mit ihren ausgesprochen verwindungssteifen Karosserien über eine solide Basis für beste Fahreigenschaften. Mit der optionalen Luftfederung samt adaptiver Dämpfung (1416 Euro), die im Sport-Modus beinahe schon hoppelig wirkt, betont der Mercedes seine Komfortattribute.

Die Lenkung spricht aus der Mittellage etwas verzögert an, wodurch sich der Wagen ein wenig träger anfühlt als der Jaguar, dessen ebenfalls adaptives Dämpfersystem (1100 Euro) eine grundsätzlich straffere Abstimmung offenbart. Auf kleinste Lenkbefehle reagiert der XE spontan, aber ohne Nervosität.

Die elektro-mechanische Servolenkung bietet dem Fahrer zudem die klarere Rückmeldung, was dem Wagen zu jenem sportlichen Charakterzug verhilft, den man von der Marke erwartet. Auf den kurvigen Bergstraßen des Baskenlandes, wo wir die zwei Kontrahenten erstmals testen konnten, begeistert der Jaguar XE mit Leichtfüßigkeit und Agilität, während der Mercedes mit Souveränität und einer herrlich satten Straßenlage brilliert.

An diesem Erlebnis haben auch die Automatik-Getriebe der Fahrzeuge ihren Anteil. Das achtstufige ZF-Getriebe an Bord des Jag wechselt behände und perfekt getimt durch die Fahrstufen, manuelles Schalten per Lenkradwippen ist selten notwendig, aber stets vergnüglich. Die siebenstufige Automatik in der C-Klasse schaltet zwar weicher, aber auch eine Spur verhaltener.

Die Getriebe sind zudem beide so ausgelegt, dass sie mit ihrer langen übersetzung die Drehzahlen und somit den Verbrauch senken. In der höchsten Stufe rotiert die Kurbelwelle des XE 20d bei Tempo 130 nur 1850 Mal in der Minute. Bei 100 km/h kommt der Jaguar lediglich auf 1500 Touren. Das führt allerdings dazu, dass er an Steigungsstrecken recht oft zurückschalten muss, was eher den Reisekomfort trübt als den Verbrauch fördert.

 

XE & C-Klasse: Moderne Connectivity und Assistenz-Systeme

Außer über die klassischen Fahreigenschaften definiert sich ein Auto heute zunehmend über die Bandbreite seiner Multimedia-Systeme und der Connectivity. In diesem Bereich liegen beide Autos in der Spitzengruppe und bieten alles auf, was das Herz des vernetzten Autofahrers begehrt. Neben der simpel zu bedienenden Telefon-Kopplung warten beide Hersteller mit umfassender Connectivität auf, die es zum Beispiel erlaubt, mobile Endgeräte als Mediaplayer zu integrieren oder einen WLAN-Hotspot im Fahrzeug einzurichten.

Doch während das Mercedes-System in erster Linie auf die Steuerung mittels zentralem Dreh-/Drücksteller setzt, verwendet der Jaguar einen kapazitiven Touchscreen, der sich ähnlich einem Tablet per Gesten und Tippkontakt bedienen lässt. Die Menüstruktur ist intuitiv zu begreifen und zu nutzen. Außerdem erlaubt das InControl-System, ausgewählte Apps auf Android- oder iOS-Geräten im Fahrzeug zu nutzen. Apropos Nutzen: Wie steht es um die klassischen Tugenden Platzangebot und Stauraum?

Anders als es seine nach hinten versetzte Fahrgastzelle und die flache Dachlinie vermuten lassen, fällt der Jaguar XE im Innenraum keineswegs beengt aus. Er bietet vielmehr ein mit dem des Mercedes absolut vergleichbares Raumangebot. Fahrer und Beifahrer genießen sogar etwas mehr Ellenbogenfreiheit, während im Benz der Fond einen Hauch breiter ist. Allerdings ist in der Mercedes C-Klasse die Lehne der Rückbank zugunsten der Kopffreiheit stark geneigt, während man im XE hinten zwar tief, aber angenehm aufrecht sitzt. Für den Stuttgarter spricht dafür der etwas größere (480 gegenüber 455 Liter) Kofferraum.

TECHNIK
   

Jaguar XE 20d
 Mercedes C 220 d
Motor Vierzylinder, Turbodiesel  Vierzylinder, Turbodiesel
Hubraum 1999 cm3  2143 cm3
Leistung 132 kW/180 PS  125 kW/170 PS
Max. Drehmoment 430 Nm  400 Nm
EU-Verbrauch1 4,2 l D  4,4 l D
CO2-Ausstoß1 109 g/km 113 g/km
Beschleunigung1 0-100 km/h in 7,8 s 0-100 km/h in 7,4 s
Höchstgeschwindigkeit1 228 km/h 233 km/h
L/B/H 4672/1850/1416 mm 4686/1810/1442 mm
Kofferraumvolumen 455 l 480 l
Leergewicht 1565 kg 1570 kg
Grundpreis2 39.000 Euro  41.323 Euro
1 Werksangaben
2 inkl. Automatik

Unser Fazit

Schon beim ersten Aufeinandertreffen beweist der Jaguar XE, dass er die etablierte Konkurrenz aus Deutschland nicht fürchten muss. Er begegnet der C-Klasse auf Augenhöhe und profiliert sich mit seinem sportiven Charakter.

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