Jaguar XE 20d: Fahrbericht der Mittelklasse-Limousine Britische Kampfansage

11.02.2015

Der Jaguar XE 20d will mit Dynamik und Effizienz die Mittelklasse erobern. Gelingt dieses Vorhaben? Ein Vorserien-Testwagen gibt uns Aufschluss. Fahrbericht

Über seine dynamische Linienführung mit der weit zurückversetzten Fahrgastzelle und der elegant abfallenden, beinahe coupéhaften Dachlinie brauchen wir nicht mehr viele Worte zu verlieren. Der neue Jaguar XE 2015 ist sicherlich eines der schicksten Autos in der Mittelklasse. Doch in diesem Segment wird mit harten Bandagen gekämpft. Konkurrenten wie Audi A4, BMW 3er und Mercedes C-Klasse lassen sich allein von der schönen Schale des ambitionierten Briten nicht beeindrucken. Vielleicht aber von seinen inneren Werten.

Das Raumangebot ist gut, wenngleich es etwas enger wirkt als bei den Wettbewerbern. Selbst Großgewachsene können sich dank des großen Einstellbereichs der Sitze bequem hinter dem grif gen Lenkrad einrichten. Der Fahrer fühlt sich dabei sehr gut ins Auto integriert, hier passt alles. Auf der Beifahrerseite kneift zwar auch nichts, doch würden wir uns dort ruhig noch etwas mehr Bewegungsfreiheit wünschen. Das Armaturenbrett liegt recht tief und schränkt zumindest das Raumgefühl ein. Ähnliches gilt für den Fond: Die sehr tief montierte Bank oferiert eine an sich bequeme Sitzposition mit großzügiger Beinauflage. Allerdings ällt der Abstand zwischen den Sitzreihen knapp aus. Die Bewegungsfreiheit der hinteren Passagiere bleibt so recht begrenzt, und die Füße müssen beim Einsteigen sauber eingeädelt werden.

 

Jaguar XE 20d: Leichtfüssiges Fahrwerk und effizient

Doch die Entwickler des XE betonen auch gern, dass der Neue ein echtes Fahrerauto sein will – also starten wir. Wie schon von anderen Jaguar-Modellen bekannt, erwacht der Motor nach einem Druck auf den rot pulsierenden Startknopf, während der Automatik-Drehregler aus der Mittelkonsole emporährt. Eine nette Inszenierung, die immer wieder erfreut. Drei Klicks nach rechts steht die ZF-Automatik auf D. Von jetzt an kann man den Regler ohnehin vernachlässigen – bis zur nächsten Parklücke, wo entweder der Rückwärtsgang oder die Park-Position gewählt wird.

Bis dahin übernimmt die elektronische Steuerung des Achtstufen-Getriebes das Kommando und macht ihre Sache so überzeugend, das nur selten der Wunsch aukommt, manuell schalten zu wollen. Geht aber auch: Über zwei Wippen hinter den Lenkradspeichen lassen sich die Gangstufen gezielt abrufen. Nötig ist das fast nie, macht aber Spaß und ördert das aktive Fahrgefühl. Auch der S-Modus des Getriebes operiert mit gut abgepassten Eingrifen und dürfte sportlichen Naturen noch besser gefallen. In aller Regel gibt es aber an den Schaltvorgängen im Normal-Programm wenig zu meckern. Die Gangwechsel erfolgen weich und im richtigen Moment.

Die Lenkung des XE arbeitet elektromechanisch und bietet eine klare Rückmeldung sowie ein gleichmäßiges und ausgesprochen präzises Ansprechverhalten. Im Dynamic-Fahrmodus steigen die Rückstellkräfte der sonst eher leichtgängigen Servounterstützung angenehm an. Das neue System ermöglicht zudem sanfte, aktive Eingrife des Spurhalteassistenten und bietet einen Einparkassistenten, der das Auto selbsttätig sowohl längs als auch quer in die Lücke steuert.

Aber wir fahren lieber selbst, denn das knackige Sportfahrwerk unseres Vorserien-Testwagens mit R Sport-Paket wirkt bereits fein austariert und lässt den zum größten Teil aus Aluminium gefertigten Hecktriebler mit beachtlicher Leichtfüßigkeit ums Eck treiben. Präzise und stabil folgt er dabei sämtlichen Impulsen des Fahrers, der darum schon nach wenigen Metern sehr viel Vertrauen in die dynamischen Fähigkeiten des Autos gewinnt. Auch die Bremsen haben uns auf der ersten Ausfahrt mit ihrer guten Dosierbarkeit sowie kräftiger Verzögerung überzeugt.

Kraftvoll legt auch der nagelneue Zweiliter-Vierzylinder mit doppelter Turboaufladung los. Bereits ab Leerlaufdrehzahl packt er lustvoll zu und reagiert spontan auf jeden Beschleunigungswunsch des Fahrers. Die Kraftentfaltung des von Jaguar selbst entwickelten Aluminium-Aggregats ist makellos, der Leistungszuwachs über das Drehzahlband geht angenehm gleichmäßig vonstatten. Oberhalb von 4000 Touren dreht der 20d zwar noch tapfer weiter, legt aber keine Kraft mehr zu. Die von Jaguar angekündigte Laufkultur auf dem Niveau eines Sechszylinders bleibt der Vierzylinder jedoch vorerst noch schuldig. Hochfrequente Vibrationen lassen die Finger am Lenkrad leicht kribbeln. Doch wie gesagt, der Testwagen stammt noch aus der Vorserienproduktion.

Bis zum Verkaufsstart im Juni bleibt noch Zeit für den finalen Feinschliff. Auch die Dämmung des Diesels dürfte bei dieser Gelegenheit noch einmal nachjustiert werden: Der etwas schnarrige Tonfall ist eine Spur zu präsent, was aber auch daran liegt, dass Wind- und Abrollgeräusch erfreulich gering ausfallen. Seine oberste Zielsetzung hat der XE indes schon erreicht: Sogar mit dem vierzylindrigen Diesel unter der Haube vermittelt er ein sehr sportliches Fahrgefühl und bescheidet sich dennoch laut Bordcomputer mit durchschnittlich 5,3 Liter Diesel pro 100 km.

Unser Fazit

Der Jaguar XE ist eine reizvolldynamische Alternative in der Mittelklasse. Sein leichtfüßiges Fahrwerk und der effiziente Antrieb sind klasse. Das Raumangebot im XE ist gut, der Schnitt figurbetont.

Martin Urbanke

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