Jaguar F-Type S Cabriolet im Fahrbericht: Bilder und technische Daten Wasser und mehr

14.01.2014

Meer, Palmen, weiße Häuser – rund um Santa Barbara sieht Kalifornien tatsächlich aus wie Kalifornien. Für die Entdeckungstour ist das Jaguar F-Type S Cabriolet genau richtig. Fahrbericht

Mythos Nummer eins wird schon direkt nach der Ankunft am Flughafen LAX ad acta gelegt. Von wegen: „It never rains in southern California.“ Dicke Tropfen prasseln auf die Windschutzscheibe des Range Rover, der uns zum Hotel nach Santa Monica bringt. Statt Traumvillen stehen am Straßenrand schäbige Nutzbauten aus Holz, statt Nobelkarossen und Luxussportwagen dominieren Pick-ups und skurrile Kleinwagen mit Stufenheck den Highway. Dafür ist der Fahrbahnbelag besser als erwartet – der chronisch knappe Bundesstaat Kalifornien hält seine Straßen gut in Schuss.

Am nächsten Morgen ist der Himmel immer noch grau, es nieselt. Für die Foto-Tour im Jaguar sind die Aussichten also eher trüb. Nur für die Region nördlich von Los Angeles verspricht der Wetterbericht der Handy-App ein paar Stunden Sonnenschein – also wird das Städtchen Santa Barbara zum Tagesziel der Fahrt erkoren. Jetzt keine Zeit mehr verliefen: Auf dem regenfeuchten Hotelparkplatz wartet ein Jaguar F-Type S in Ultimate Black auf den Startbefehl. Rein in die schwarzen Sportsitze, ein energischer Druck auf den bronzefarbenen Start-Button, und der 380 PS starke V6 erwacht fauchend zum Leben. Den Wählhebel der Achtstufen-Automatik auf D gerückt, ein vorsichtiger Fußstreichler auf dem Gaspedal, und der Jaguar gleitet blubbernd zur Ampel an der Ecke. Wie automatisch rutscht die rechte Hand auf die Mittelkonsole und drückt den Hebel fürs Verdeck. In exakt zwölf Sekunden ist der schwarze Stoff verstaut – an seiner Stelle spannt sich ein schwarz-grauer Himmel über unseren Köpfen. Ebenso reflexartig wie der Verdeckschalter wird die Sitzheizung – Stufe drei – aktiviert. Die Luft ist frisch, der nasse Asphalt verbreitet eine unangenehme Kühle.


Jaguar F-Type S Cabriolet: Spritztour durch Santa Barbara


Nach einigen kurzen Ampelsprüngen ist der Ventura Freeway in Richtung Norden erreicht. Auf streckenweise drei Spuren geht es mit bis zu 65 Meilen pro Stunde, umgerechnet 104 km/h, voran. Der Jaguar säuselt untertourig in Fahrstufe sechs oder sieben vor sich hin. Einheimische Fahrer, mutiger oder mit den Eigenarten der hiesigen Polizei besser vertraut, riskieren auch schon mal 80 Meilen pro Stunden und ziehen mit ihren Pick-ups am F-Type vorbei. Das serienmäßige adaptive Fahrwerk des Jaguar läuft im Normal-Modus und bügelt alle Asphaltflicken und Nähte glatt. Im Dynamic-Modus könnte man Fahrwerk, Schaltung und Motor auch richtig scharf stellen, aber dafür ist (noch) keine Notwendigkeit zu erahnen. Bei Spurwechseln oder nach Ortsdurchfahrten einmal richtig beschleunigen, den zweiflutigen Sportauspuff wild trompeten lassen, dann wieder runter vom Gas und von den Pick-ups überholen lassen – das ist der Rhythmus.

Nach anderthalb Stunden ist Santa Barbara erreicht, und wie versprochen bricht die Sonne durch. Über dem Meer endlos blauer Himmel. Auf der Hafenpromenade am Strand ist wenig Verkehr. Weiße Häuser im spanischen Stil, Kirchen und jede Menge Palmen erinnern an Südeuropa. Und an Postkartenansichten aus Kalifornien. Nirgendwo sieht der Sonnenstaat mehr nach Kalifornien aus als hier. Deshalb ist Santa Barbara auch eine der teuersten Wohngegenden der USA: Der durchschnittliche Hauspreis beträgt 1,13 Millionen Dollar, rund 840.000 Euro. Da liegt es nahe, dass auch die Durchschnitts-Einkommen besonders hoch sind, was nur zum Teil an prominenten Einwohnern wie Kirk Douglas oder TV-Talkerin Oprah Winfrey liegen dürfte. Wir machen uns jedenfalls aufs Schlimmste gefasst und steuern den Pier von Santa Barbara an, eine befahrbare Seebrücke, die weit in den Pazifik hinausreicht. Doch die Kreditkarte kommt nicht ins Glühen: Die ersten 90 Minuten parkt man hier sogar umsonst, und nach zwei Stunden werden nur drei Dollar fällig. In Köln ist Parken teurer.

Aber zuerst legen wir uns auf dem Pier auf die Lauer und warten auf prominente Strandspaziergänger. Unversehens werden allerdings wir mit unserem Jaguar Cabriolet zu den VIPs der Seebrücke. Chinesische Touristen fotografieren sich vor dem schwarzen Jaguar F-Type, kontakfreudige Pensionäre suchen das Gespräch. „Was hat der denn unter der Haube?“ Oder: „Mein Chef hatte früher auch einen Jaguar, einen E-Type.“ Nur schwer können wir uns losreißen, um die Umgebung von Santa Barbara zu erkunden. Wir rollen zurück über die Seebrücke, bezahlen unsere drei Dollar und steuern die Berge im Hinterland an. Hier stauen sich zwar bedrohlich die Regenwolken, dafür locken kurvige Straßen. Und schon setzt die schwarze Katze zum Sprint an. Abseits der Hauptstraßen lässt es sich etwas zwangloser Gasgeben: Der mit einem Kompressor aufgeladene V6 reagiert erstaunlich schnell auf Beschleunigskommandos. Die Achtstufen-Automatik erweist sich immer wieder als Sahnestück, schaltet sanft und fast stets zum passenden Zeitpunkt. Man kommt kaum auf die Idee, über die Schaltpaddel am Lenkrad ins Geschehen einzugreifen.

 

ZUR NOT HELFEN WINDSCHOTT UND BEHEIZBARES LENKRAD

Trotz großen Fahrspaßes wird’s gegen Abend aber immer ungemütlicher in den Bergen. Gut, dass der Jaguar auch eine funktionierende Heizung hat. Wohlige Wärme umstreicht die Beine, dank Windschott (210 Euro) wehen nur die obersten Haarspitzen. Für alle Fälle sind sogar Frontscheibe (430 Euro) und Lenkrad des Porsche-Jäger: Jaguar F-Type beheizbar, doch beides werden wir in Kalifornien (hoffentlich) nicht so schnell brauchen.

Bevor der große Regen einsetzt, geht’s zur Sicherheit wieder in Richtung Küste, die nach wie vor im Sonnenschein liegt. Über den Pacific Coast Highway cruisen wir von Santa Barbara zunächst in Richtung Malibu.

Zwischen dem schwarzen Basaltgestein links und rechts der Küstenstraße streift unser glänzend-schwarzer F-Type wie eine Raubkatze umher. Wir machen einen Stopp am verwaisten Strand und parken hinter den Rettungsbuden der Bay-Watcher. Dann schnell noch ein Foto mit geschlossenem Verdeck, bevor um 16.52 Uhr die Sonne im Meer untergeht. Dach auf oder Dach zu? Wir trotzen der Abendkühle und reihen uns wieder auf dem Highway in Richtung Los Angeles ein – und trauen uns nun mehr: Der Jaguar F-Type schwimmt im Strom mit, nicht jeder Pick-Up zieht an uns vorbei. Im immer dichter werdenden Feierabend-Verkehr kommt auch der optionale Spurhalteassistent zum Einsatz, die serienmäßigen Bi-Xenon-Scheinwerfer und der Fernlichtassistent (325 Euro) erweisen gute Dienste. Kaum zurück in Santa Monica, fängt es wieder an zu tröpfeln. Blitzschnell schließt sich das Verdeck. Auch an einem Regentag hat Kalifornien seinen Reiz – man muss nur mit dem richtigen Auto unterwegs sein.

Klaus Uckrow

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