INTERVIEW: Volker Mornhinweg Hybrid ist ein Thema

06.11.2008

Volker Mornhinweg, Geschäftsführer der Mercedes-AMG GmbH, über die weltweiten Verkaufserfolge und künftige Antriebskonzepte bei AMG

Sind Sie zufrieden mit den Absatzzahlen für 2007? Und wie sieht die Entwicklung in diesem Jahr aus?
Mit rund 20000 verkauften Einheiten haben wir im Jahr 2007 weltweit ein gutes Wachstum verzeichnet. Und für 2008 sieht es noch besser aus: Unsere Verkaufsentwicklung ist in allen Märkten positiv und somit gegen den allgemeinen Trend – sogar in den USA.

Worauf führen Sie den Erfolg von AMG zurück?
Zum einen sind die neuen Modelle C 63 AMG und SL 63 AMG bei den Kunden sensationell gut angekommen, und auch unsere S-Klasse sowie der CL halten sich ausgesprochen gut. Zum anderen ist unsere Produktpalette jetzt noch pointierter und sportlicher ausgerichtet. Mit dem SL 65 AMG Black Series gehen wir zudem mit einem ganz besonderen Modell an den Start. Außerdem gibt es mittlerweile weltweit, wie zum Beispiel in unseren wichtigsten Märkten Japan, USA, Deutschland und China – die AMG-Performance-Center, in denen die Kunden ganz individuell beraten werden. Dazu haben wir uns spezielle Mercedes-Händler ausgesucht. Und erstmals unterstützen wir unsere Aktivitäten mit gezielten Marketingmaßnahmen. So schalten wir Anzeigen auch in Lifestyle-Magazinen und haben in den USA einen Werbespot im Fernsehen laufen

Der Verbrauch wird in Deutschland ein immer wichtigeres Thema. Sie haben Anfang des Jahres von einer Verbrauchssenkung bei Ihren Modellen von bis zu 30 Prozent gesprochen. Wie wollen Sie das schaffen und wann?
Wir beobachten den Markt sehr genau, und natürlich interessiert uns die Verbrauchsdiskussion sehr. Um unsere Verbrauchsziele zu erreichen, haben wir eine längerfristige Strategie entwickelt, schließlich darf die Performance unserer Modelle nicht zurückgestuft werden. Zunächst werden wir den Antriebsstrang modifizieren. Das heißt: Getriebe und Reifen werden optimiert. Außerdem wollen wir das Gewicht durch Leichtbau senken. Im nächsten Jahr werden wir dann bei einigen Modellen elektrisch geregelte Wasserpumpen, Ölpumpen und Generatoren einsetzen. Auch eine nasse Anfahrkupplung spielt eine wichtige Rolle, ebenso wie eine Start-Stopp-Automatik, die kommen wird. Ab 2010 werden wir mit Direkteinspritzung und hochaufgeladenen Motoren dann den größten Schritt in Richtung Verbrauchssenkung machen. Zudem haben wir unsere Modellpalette auf dem Prüfstand und schauen, ob wir sie nach unten abrunden können.

Kann ein Dieselmotor – trotz der derzeit hohen Dieselpreise – für AMG wieder eine Rolle spielen?
Mercedes setzt ja stark auf BlueTec und ist damit speziell in Amerika sehr erfolgreich. Da der amerikanische Markt für uns der wichtigste ist, überlegen auch wir, ob und wie wir diese Technik einsetzen können. Wir müssen ein leistungsstarkes und zugleich leichtes Auto anbieten. Der Kunde muss nach wie vor spüren, dass er in einem AMG sitzt.

Als ein Technologie-Entwickler darf AMG den Hybrid nicht ignorieren. Ist ein AMG-Hybrid vorstellbar?
Wir schauen uns das Thema Hybrid intensiv an. Allerdings ist uns auch klar, dass wir unseren Kunden einen echten High-Performance-Hybrid bieten müssen. In unseren Leistungsbereichen wird der Hybrid heute zwar noch belächelt, wenn man aber weiter in die Zukunft sieht, werden wir auch da etwas in petto haben müssen. Wir wollen für solche Techniken die Emotion am Fahren neu erfinden. Dies wird allerdings nicht vor 2012 möglich sein. Aber danach sind wir guter Hoffnung, den Kunden etwas Adäquates anbieten zu können.

Wird es in Zukunft ein komplett bei AMG gebautes Auto geben? Vielleicht den Flügeltürer?
AMG arbeitet bei neuen Mercedes-Modellen von Anfang an intensiv mit. Ab einer bestimmten Fertigungsstufe gehen wir dann aber in die interne Entwicklung und beliefern dann das Werk direkt, in dem unsere Teile schließlich eingebaut werden. Sowohl die bestehenden als auch die künftigen Fahrzeuge entstehen im engen Schulterschluss mit der Mutter Mercedes-Benz. Zum Thema Flügeltürer ... lassen Sie sich überraschen

VITA
Volker Mornhinweg
, Jahrgang 1960, steht seit 2005 als Vorsitzender der Geschäftsführung an der Spitze der Mercedes-AMG GmbH und ist damit weltweit für alle AMG-Aktivitäten zuständig. Nach seinem Studium an der FH für Technik in Esslingen stieg er 1985 bei Mercedes-Benz ein. Dort war er unter anderem verantwortlich für Produktvorplanungen und die zentralisierte Produktionsplanung. Außerdem leitete er das Powertrain-Werk Berlin-Marienfelde. 2003 wurde er Vice President Executive Management Development der damaligen DaimlerChrysler AG.

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