Interview: Ulrich Hackenberg

08.05.2009

Ulrich Hackenberg, Entwicklungschef der Marke Volkswagen, über den Polo-Nachfolger und weitere Neuheiten

„Der neue Polo legt in allen Eigenschaften noch einmal deutlich zu“

» zum neuen VW Polo

Herr Hackenberg, was sind die Stärken des neuen VW Polo?
Der Polo ist in Deutschland das erfolgreichste Auto seiner Klasse, und das Auto legt nun in allen Eigenschaften noch einmal deutlich zu. Dazu zählen die neuen Hightech-Diesel, zum Beispiel die 1,6-Liter-TDI und der künftige 1,2 Liter große Dreizylinder, der in einer be-sonders verbrauchsgünstigen BlueMotion-Version mit Start-Stopp-Technik und Bremsenergie-Rückgewinnung bei nur 87 Gramm CO2  pro Kilometer liegen wird. Oder auch der sparsame und dynamische 1,2-Liter-TSI-Turbobenziner mit 105 PS. Im Übrigen finden unsere kraftstoffsparenden BlueMotion-Modelle bei den Kunden derzeit große Resonanz – wir werden hier das Angebot in allen Modellreihen ausbauen.

Wird im Polo erstmals auch das Doppelkupplungsgetriebe (DSG) im Angebot sein?

Ja, das besonders sparsame Siebengang-DSG, das mit einer Trockenkupplung arbeitet. Und auch beim Thema Sicherheit packen wir noch etwas drauf – alle Polo-Modelle haben nun serienmäßig das ESP-System.

Und sonst …

… bietet der neue Polo insgesamt mehr Emotionalität als das Vorgängermodell. Er macht in der gesamten Qualität, der Akustik und bei den hochwertigen Innenraum-Materialien einen ähnlich großen Schritt wie der neue Golf. Und das an den Dämpfern, der Lenkung sowie weiteren Details überarbeitete Fahrwerk arbeitet nun noch geschmeidiger und spürbar präziser.

Ein ähnliches Größenformat wie der Polo hat die in Detroit gezeigte VW-Studie BlueSport. Welche Serienchancen hat dieser Mittelmotor-Roadster?

Da ist noch nichts beschlossen, aber nach der überwältigenden Resonanz des Publikums könnte es hier zu einem positiven Ergebnis kommen.

Werden wir das neue Label BlueSport künftig auch bei anderen VW-Modellen sehen?

Das ist gut vorstellbar, denn hier sollen sich Fahrspaß und Dynamik mit sehr niedrigem Verbrauch und geringen Emis-sionen verbinden.

Stichwort Verbrauch: Wie weit ist denn das VW-Kleinwagenprojekt up!, das uns modernste Minis im Format des früheren VW Lupo bescheren soll?
Wir liegen voll im Fahrplan, Anfang 2011 starten die ersten Modelle. Auch mit dem jetzt beschlossenen Frontantrieb lassen sich die charakteristische Karosserieform und alle geplanten Motorisierungen umsetzen.

Was für Antriebe planen Sie?

Bei den Benzin- und Dieselmotoren ist die up!-Reihe für Dreizylinder-Aggregate – TSI und TDI – ausgelegt, und bei den Getrieben denken wir sowohl über moderne DSG-Systeme als auch über automatisierte Handschaltgetriebe nach. Und diese Kleinwagen-Baureihe ist von vornherein auch für den unkonventionellen Elektroantrieb ausgelegt.

Welche Größe könnten die Dreizylinder-Motoren haben?

Wir können uns hier durchaus kleinere Hubräume als in den aktuellen Dreizylindern in Kombination mit Direkteinspritzung und Turboaufladung vorstellen.

Können Sie zum up!-Elektroantrieb etwas mehr sagen?
Wir haben hier unterschiedliche Konzepte in der Planung. Entsprechende Pilotfahrzeuge werden, um Erfahrungen zu sammeln, demnächst im Kundenbetrieb getestet – unter anderem auch als reine Elektrofahrzeuge mit Lithium-Ionen-Batterie.

Welche Elektro-Reichweiten sollten hier möglich sein?
Nach unserer Meinung brauchen wir eine Reichweite von mindestens 100 Kilometern. Solche Elektroautos dürften in namhaften Stückzahlen aber erst ab 2013 verfügbar sein – hier werden von einigen Wett-bewerbern derzeit einige Illu-sionen verbreitet. Es wird nämlich nicht so sein, dass wir morgen plötzlich alle mit E-Autos unterwegs sind.

Von ganz unten nach ganz oben: Wird es bei VW einen Nachfolger für den Phaeton geben?

Das ist geplant, wird aber noch ein Weilchen dauern. Bis dahin werden wir den aktuellen Phaeton noch einmal deutlich verbessern und aufwerten. Das künftige Nachfolgemodell wird ein ähnliches Format haben, sich dann aber optisch und inhaltlich deutlicher von ähnlichen Topmodellen des VW-Konzerns unterscheiden.

Das Gespräch führten Wolfgang Eschment, Volker Koerdt, Jürgen Schramek, Martin Urbanke und Jürgen Voigt

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