Interview mit Audi-Vertriebschef Schwarzenbauer "Mehr Exklusivität"

18.03.2009

Audi-Vertriebschef Peter Schwarzenbauer über die Auswirkungen der AbwrackprämieUmweltprämie, die Marktentwicklung und den Auftritt des neuen A1 und weitere Modellneuheiten

Herr Schwarzenbauer, profitiert auch Premiumhersteller Audi von der Abwrackprämie?
Die AbwrackprämieUmweltprämie stabilisiert den Markt und hat damit einen wichtigen Effekt. Alle Premiumhersteller profitieren jedoch deutlich weniger als die Volumenanbieter. Bei Audi spüren wir eine leichte Belebung vor allem im Verkauf von Jahreswagen – ein positiver Impuls für unsere Händler. Bis jetzt haben wir rund 5000 zusätzliche Neuwagen verkauft, die meisten davon waren A3- und A4-Modelle.

Sind Sie mit den jetzt bekannten Absatzzahlen des Monats Februar zufrieden?
Der Februar sah schon deutlich besser aus als der Januar. Wir haben weltweit rund 63400 Fahrzeuge verkauft, etwa elf Prozent weniger als im Vorjahresmonat. In Deutschland waren es 18189 Neuzulassungen, 0,4 Prozent mehr als im Vorjahr. In Westeuropa wie auch in den USA konnten wir unseren Marktanteil steigern – wir haben uns dort also besser entwickelt als der Gesamtmarkt. 

Damit waren Sie in Deutschland weitaus besser als BMW.

Der Marke Audi haben mehr Kunden ihren Zuspruch gegeben.

Wo steht Audi am Ende des Jahres in Deutschland?

Eine Voraussage ist schwierig, weil die weiteren Auswirkungen der Umweltprämie noch schwer einzuschätzen sind. Aber auch wenn es 2009 noch zu einen Gesamtmarktabsatz von etwa drei Millionen Fahrzeugen kommt, wie ihn schon einige prognostizieren, werden alle Premiumhersteller von diesem Zusatzvolumen wenig profitieren.

Und weltweit?

Wir gehen davon aus, dass der Weltmarkt um etwa 15 Prozent auf 46 bis 47 Millionen Einheiten einbrechen wird. Audi hingegen könnte das Jahr mit einem Minus von etwa zehn Prozent beenden, also klar besser als der Markt. Andererseits werden wir zum ersten Mal seit 13 Jahren einen Absatzrückgang hinnehmen müssen.

Wann geht es mit den Automärkten wieder aufwärts?
Erste positive Signale könnten wir schon Ende 2009 sehen, auch durch die vielen Konjunkturprogramme. Aber eine wirkliche Aufwärtsbewegung sehen wir frühestens 2010.

In den USA fährt Audi noch  hinterher, beim Image liegen Sie dort hinter BMW und Mercedes.
Noch liegen wir in den USA in der Bekanntheit hinter den Wettbewerbern. Das wird sich ändern, auch dank breit angelegter Markenkampagnen. Audi ist derzeit sehr aktiv vor Millionen Fernsehzuschauern – mit Aktionen bei der Amtseinführung des Präsidenten, beim Superbowl und zur Oscar-Verleihung. Bei unseren 271 Händlern setzen wir auf mehr Exklusivität, noch konsistenteren Premiumauftritt und effektivere Prozesse. Bis 2012 wollen wir 90 Prozent des Absatzes über Exklusivhändler erzielen. Während Wettbewerber in den USA wegen der Krise auf die Bremse treten, geben wir bei Marketing und Vertrieb richtig Gas.

Zur Modellpolitik: Was erwarten Sie vom Kleinwagen A1?
Sehr viel. Mit dem Audi A1 wollen wir eine völlig neue Kundengruppe ansprechen. Und er kommt genau zur richtigen Zeit. Ab Frühjahr 2010 wird er bestellbar sein.
 
Wird das ein Mini-Killer?
Dieses Fahrzeug hat eine eigene Positionierung und ein ganz eigenes Potenzial. Es wird eine breite Zielgruppe ansprechen – vom Single bis zur jungen Familie – mit einem echten Premiumangebot im Kleinwagensegment, das zu Recht die vier Ringe auf dem Kühlergrill trägt..

Welche weiteren neuen Modelle sind für Audi wichtig?
Zum Beispiel die Serienversion der in Detroit vorgestellten Sportback-Studie, die den Raum zwischen A6 und A8 besetzt. Für die A5-Gruppe und die Q-Reihe gibt es auch noch die ein oder andere gute Idee. Zum Beispiel einen Q3 unterhalb des Q5.
Das Gespräch führte Wolfgang Eschment

Sehen Sie in der Bildgalerie die gesamte Audi-Q-Familie und weitere Modell-Neuheiten

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