Infiniti: Gemeinschaftsprojekt gescheitert Mercedes-Plattform für Infiniti zu teuer

13.01.2017
Inhalt
  1. Infiniti-Großprojekt mit Mercedes wohl gescheitert
  2. Infiniti hat Formel für Premium-Erfolge gefunden
  3. Design und Hightech sind die Basis des Infiniti-Erfolgs

Die Zusammenarbeit von Infiniti und Mercedes bei einem Großprojekt ist offenbar gescheitert. Der Grund: Infiniti scheue die Kosten für eine neue Mercedes-Plattform.

Die Kooperation zwischen Infiniti und Mercedes hat einen herben Dämpfer erlitten. Der Nissan-Premiummarke sei die neue Frontantriebs-Plattform von Mercedes zu teuer und wolle sie daher für das künftige Kompaktmodell nicht nutzen. So berichteten es Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Schon im Oktober vergangenen Jahres habe Infiniti entschieden, dass die Entwicklungskosten nicht im Einklang stünden mit der angestrebten Preispolitik. Ursprüngliche Pläne sahen vor, die neue Plattform ab 2017 für neue Modelle beider Marken einzusetzen, gefertigt im gemeinsamen Werk mit Mercedes in Mexiko. Nun aber soll der neue Kompakte von Infiniti auf einer Renault-Nissan-Plattform aufbauen, was die Zusammenarbeit mit Mercedes im mexikanischen Aguascalientes deutlich ineffizienter mache. Trotzdem werde sich Nissan an den Entwicklungskosten für die MFA2 genannte Plattform beteiligen, wenn auch in einem geringeren Anteil. Die Ergebnisse der bisherigen Kooperation zwischen Renault-Nissan (Infiniti) und Mercedes ist die gemeinsame Plattform für Smart und Renault Twingo sowie die neue Mercedes X-Klasse, die auf dem Nissan-Pickup basiert.

Neuer Infiniti QX30 (Video):

 
 

Infiniti-Großprojekt mit Mercedes wohl gescheitert

Im Massensegment sind japanische Hersteller wie Toyota und Nissan so mächtig wie Sumoringer und in manchen Märkten von den Wettbewerbern nicht niederzu-ringen. Insbesondere in den USA sind Toyota, Nissan und Honda absolute Millionseller. Da sich in den Volumensegmenten nicht so viel Geld verdienen lässt, haben sich die Asiaten dort bereits seit Jahrzehnten ins Premium-Segment gewagt und eigene Marken gegründet – etwa Toyota mit Lexus, Honda mit Acura und nicht zuletzt Nissan mit Infiniti. Während Infiniti und Lexus auch in Europa angreifen, hat sich Honda bislang mit Acura noch nicht über den großen Teich getraut. Infiniti dagegen, bereits 1989 gegründet, wird inzwischen in über 50 Ländern vertrieben. Noch ist Infiniti ein kleiner Hersteller. Doch klein ist relativ. Mit 110.000 zugelassenen Autos verkaufte Nissans Luxusmarke 2016 bislang mehr als Alfa Romeo (ca. 35.000) und Jaguar (61.651). Also einigen wir uns auf eher noch unbekannt. "Das müssen wir mit neuen Modellen und einer Ausweitung des Händlernetzes ändern", bringt es Infiniti-Chef Roland Krüger auf den Punkt. Krüger, kein Mann der überflüssigen Worte, möchte Taten folgen lassen. Der ehemalige BMW-Manager setzt dabei in diesem Jahr vor allen Dingen auf den Q30 und das dazu passende SUV-Derivat QX30, das auf Basis der Mercedes A-Klasse der erste wichtige Schritt Richtung mehr Volumen ist. Zudem ist gerade die Produktion des neue Sport-Coupés Infiniti Q60 angelaufen, das auch bei uns im Oktober seinen Verkaufsstart erlebt und als Aushängeschild der Marke gelten soll.

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Infiniti hat Formel für Premium-Erfolge gefunden

Ein neuer V6 mit 405 PS soll neben dem Design ein weiterer Trumpf sein, der bei den Kunden sticht. Und schon im kommenden Jahr will Infiniti mit einer kleinen Technik-Revolution noch eins draufsetzen: Ein neu entwickelter Vierzylinder-Turbo mit variablem Hub und variabler Verdichtung soll der Marke auch zu einem absoluten Alleinstellungsmerkmal verhelfen. "Mit diesem Aggregat können wir selbst als kleine Marke Akzente setzen", so Krüger. Aber zunächst steht die Europapremiere des sportlichen Q60 an. Das fast 4,70 Meter lange Sport-Coupé zielt auf den neuen Audi A5, das BMW 4er Coupé und den Lexus RC. Den Einstieg bildet der Q60 mit dem Zweiliter-Vierzylinder-Turbo von Mercedes, einer Leistung von 208 PS und einem Einstiegspreis von etwa 43.000 Euro. Das Highlight aber ist der neue Dreiliter-V6 Twinturbo, der in Europa ausschließlich in der 405 PS starken Variante erhältlich sein wird und der den Q60 sicher in eine Preisregion um die 70.000 Euro katapultieren wird. Sattes Drehmoment und geringer Verbrauch standen bei der Entwicklung im Fokus. Im Lastenheft finden sich 405 PS (298 kW) bei 6400 /min und ein maximales Drehmoment von 475 Nm bei 1600 bis 5200 Umdrehungen.

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Design und Hightech sind die Basis des Infiniti-Erfolgs

Doch die Erfolgschancen von Infiniti ruhen nicht nur auf den aktuellen Modellen, sondern auch auf vielen weiteren Möglichkeiten: So kann sich die Marke bei der Technologie aus dem Renault-Nissan-Konzern bedienen und auch von den Entwicklungen des Partners Mercedes profitieren. Da sich sowohl Renault als auch Nissan als Pioniere bei der Elektromobilität hervorgetan haben, wäre ein Griff ins Konzernregal ein Leichtes, um die Elektromobilität zu implementieren. Gleichzeitig kann man auf Motoren von Mercedes zurückgreifen, was ja bereits getan wird. Außerdem baut Nissan zusammen mit Mercedes ein Werk in Mexiko, wo auch der künftige Q50 von den Bändern rollen soll. Nissans Premium-Marke, deren Headquarter in Hongkong ist, hat seit ihrer Gründung 1989 schon einiges erreicht. Ein Meilenstein in Europa war 2003 die Vorstellung des SUV FX35, das bei seinem Start in Russland für Furore sorgte und sich nach kurzer Zeit im fünfstelligen Verkaufsvolumen bewegte. Vor allem in den vergangenen Jahren wuchs die Marke stark: 2009 verkaufte Infiniti noch 109.000 Autos weltweit, 2015 waren es schon 215.000 Zulassungen. Ein Teil des Erfolgs ist aber auch die Konzentration auf nur wenige Segmente. Vergebens sucht man bei Infiniti City-Cars, Vans oder Kombis. "Wir wollen uns auch weiterhin auf sportliche Limousinen, Coupés und SUV konzentrieren", definiert Krüger die Strategie der nächsten Jahre. Mit den neuen Modellen, derzeit weltweit über 550 Händlern und vier Designcentern in den USA, England, China und Japan sollten auch die deutschen Premium-Hersteller Infiniti in den Märkten China und USA ernst nehmen.

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