IM INTERVIEW: Audi-Chef Rupert Stadler Audi will Absatz- und Renditeziele eher ereichen

25.09.2008

Der Vorstandschef von Audi, Stadler, spricht über die nächsten Ziele des Ingolstädter Autobauers

Herr Stadler, Audi fährt auch 2007 zu neuen Absatzrekorden. Schaffen Sie es womöglich, im Endspurt noch die Eine-Million-Marke zu knacken?
Nein, das war für dieses Jahr auch nicht das anvisierte Ziel, zumal der Absatz des neuen A4 gerade erst in Schwung kommt. Die Zielgröße für unseren weltweiten Absatz hieß 950 000 verkaufte Fahrzeuge. Diese Zahl werden wir leicht übertreffen. Die Million ist unser Ziel für 2008.

Im Jahr 2015 wollen Sie 1,5 Millionen Autos verkaufen und der Premium-
Anbieter Nummer eins sein - sind Sie voll auf Kurs?
Wir sind sehr gut auf Kurs, auch bei den Renditezielen - hier wollen wir ja acht Prozent Umsatzrendite bis zum Jahr 2010 erreichen. Die Million beim Absatz war ursprünglich für 2010 geplant - und die wollen wir, wie gesagt, nun bereits 2008 erreichen.

Das klingt so, als ob Audi die Ziele für 2015 schneller erreicht als geplant.
Ich glaube, wir können sowohl die Absatz-, als auch die Renditeziele früher erreichen. Erst einmal geht es aber darum, dass wir uns qualitativ weiterentwickeln - dass noch mehr Kunden von unseren Autos begeistert sind, dass wir sie emotional bei der Marke Audi haben. Im Vordergrund steht substanzielles Wachstum.

Wann erreichen Sie zehn Prozent Umsatzrendite?
Nach 2010.

Wo sehen Sie denn die größten Potenziale auf der Kostenseite?
Wir haben jetzt mit dem neuen Audi A4 unseren modularen Technikbaukasten gestartet. Das ist ein wesentlicher Eckpfeiler für zukünftige Produktivitätsfortschritte über alle unsere Modellreihen.

Wie lange brauchen Sie, bis dieser Baukasten zur kostengünstigen Selbstbedienung für alle künftigen Modelle komplett verfügbar ist?
Das ist ein laufender Prozess, aber in zwei, drei Jahren sollte der Baukasten in voller Blüte stehen. Dann können wir durch viel höhere Stückzahlen zum Beispiel bessere Skaleneffekte beim Teileeinkauf erzielen.

Was bringt das letztendlich fürs gesamte Geschäft?
Wir erwarten dadurch jährliche Produktivitätszuwächse von mindestens sechs Prozent. Dass wir uns das zutrauen, belegt auch unsere Entscheidung, das künftige SUV-Modell Audi Q5 mit unseren Mitarbeitern in Ingolstadt in einem unserer Stammwerke zu fertigen.

Sind Toyota und Lexus immer noch der Maßstab für Sie, was die Effektivität der Produktion betrifft?
Wir vergleichen uns in jedem Bereich mit den Besten - bei der Produktentwicklung, im Karosserie- oder Werkzeugbau. In einigen Bereichen sind wir an Toyota mindestens dran, wenn nicht ein kleines Stück besser. Auf anderen Feldern haben wir noch Potenziale - das gilt auch für die Rendite.

In welchen Absatzmärkten sehen Sie denn die größten Potenziale?
Derzeit sicher in China. Der Markt wächst immer noch rasant, und wir wollen dort unsere Führung im Premiumbereich verteidigen, was uns sehr gut gelingt. Dazu kommen Osteuropa, aber auch Südkorea oder Australien. Und auf dem US-Markt wachsen wir auch - in kleineren Schritten.

2007 wollen Sie in China 100000 Autos verkaufen. Und in fünf Jahren?
Unser langfristiges Ziel in China sind 200.000 Einheiten. Wann das soweit sein wird, kann ich heute noch nicht sagen, das wäre zu spekulativ. Das hängt neben dem Marktwachstum noch von anderen Faktoren ab.

Bis 2015 kann Audi dieses Ziel erreichen, oder?
Ja, das sollte möglich sein.

Mit dem Ergebnis in den USA können Sie aber noch nicht zufrieden sein. Ihr Wettbewerber BMW verkauft dort gut zweieinhalb Mal so viele Autos.
Die Verkaufszahl allein macht nicht glücklich, sie müssen auch Geld verdienen. In den USA ist der Wettbewerb am intensivsten, bei den aktuellen Dollarkursen ist das gesamte Geschäft extrem unter Druck. Deshalb hat sich unsere Devise vom qualitativen Wachstum, ohne gekaufte Marktanteile, ausgezahlt: In den ersten zehn Monaten dieses Jahres hatten wir ein Absatzplus von zehn Prozent.

Wir wollen die Anzahl der exklusiven Audi-Händler von 90 auf bis zu 150 erhöhen. Jedes Jahr bis zu 15 Händler mehr - so stellen wir uns das vor. Bis 2015 wollen wir in den USA in Richtung 200000 Autos wachsen - langfristig natürlich noch mehr.

Bei VW rückt die Entscheidung zum Bau eines Produktionswerkes in den USA näher. Wäre es nicht sinnvoll, dort auch gleich Audi-Modelle zu bauen?
Ja, wenn sich dort Chancen auftun, würden wir die gemeinsam mit den Kollegen von VW ergreifen - wir wollen das Geld ja nicht zweimal investieren, sondern suchen für beide Partner eine Gewinnsituation. Das setzt natürlich Modelle voraus, die in den USA mit entsprechenden Stückzahlen verkauft werden können, und das Ganze muss wirtschaftlich sein.

Apropos: Sie investieren in den nächsten fünf Jahren rund zehn Milliarden Euro in die Fahrzeugentwicklung? Welche Modelle sind neu im Programm?
Das beginnt mit dem Audi A3 Cabrio und geht weiter mit dem neuen SUV Q5. Dann haben wir weiter oben die eine oder andere schöne Idee. Kurz: Wir haben noch etliche Phantasie.

Bei Mercedes gibt es eine R-Klasse mit Van-Eigenschaften, bei BMW bald ein ähnliches Modell. Bei Audi gab es dazu mal die Studie Roadjet.
Das war ein ähnliches Konzept, aber Autos, die unseren Kunden erst erklärt werden müssen, sehe ich kritisch. Wir haben das in dieser Form deshalb nicht vor - da gibt es viele andere attraktive Ideen, denen sich Audi widmen kann. Bei denen kommen dann unsere Markenwerte - sportlich, progressiv, hochwertig - besser zur Geltung.

Würde sich vom SUV Q7 analog zum BMW X6 eine Coupé-Version anbieten?
Der Q7 ist vom Design her doch schon nahezu das Coupé im SUV-Bereich.

Wird es vom neuen Audi A4 nur die vom Vorgänger bekannten Karosserieversionen - Limousine, Kombi, Cabrio - geben? Oder auch Neues?
Neben den klassischen Versionen haben wir noch mehr Ideen. Darüber möchte ich

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