Im Dauertest – Citroën C5 Tourer

14.09.2011
Spulte im Dienst der Redaktion bisher 75.000 Kilometer ab: Citroën C5 Tourer

Der neue Citroën C5 ist ein großer Wurf für die Franzosen, die noch vor einigen Jahren Richtung Belanglosigkeit steuerten. Design-Tiefschläge wie der Xsara Picasso und der erste C5, unbefriedigende Qualität und das Fehlen jedweder Fahrfreude deuteten in diese Richtung. Das hat sich geändert. Citroën ist wieder wer und weg vom Pfad zur PSA-Billigmarke. Dieses neue Selbstbewusstsein ist am C5 spürbar. Das Design ist auffällig, aber stimmig und könnte lange frisch bleiben.

Das Raumangebot des C5 Tourer im Dauertest geht völlig in Ordnung. Der 140 PS-Diesel reicht aus und ist sehr laufruhig. Er holt seine Kraft aus dem Keller, man ist schaltfaul und zügig unterwegs. Wer nicht den Elzer Berg in Richtung Köln permanent mit über 200 km/h hinaufschrubben muss, braucht die stärkeren Varianten nicht unbedingt.

Sehr gut zum komfortablen und entspannenden Charakter des C5 passt das Hydractive-Fahrwerk des Testwagens. Wer den Citroën als Familienkombi begreift und nicht als Le Mans-Teilnehmer in der Cargo-Wertung, wird den sehr hohen Fahrkomfort zu schätzen wissen. Lediglich auf sehr schnell aufeinander folgende Stöße reagiert das Fahrwerk nicht so samtig wie sonst.

Die „Exclusive“-Ausstattung ist sehr umfangreich. Gleichzeitig geben einige Schrullen Rätsel auf. Zum Beispiel stören sich mehrere Kollegen an den vielen, kleinen Schaltern auf dem Lenkrad. Zwei davon sind für die Hupe – wer im Affekt auf die Prallplatte des Lenkrads drückt, nullt den Kilometerzähler oder veranlasst den Bordcomputer zu einer sinnlosen Aktion. Und nach wie vor muss man beim Tanken jedes Mal mit dem Schlüssel um das Auto herumlaufen, um den Tankverschluss aufzusperren. Ein Anachronismus im Jahr 2011. Vorteil für Schusselige: Man kann nicht einfach so losfahren, ohne den Tank verriegelt zu haben.

Fazit: Setzt man die treudeutsche Passat-Brille einmal ab, ist der C5 ein wohlfeiles Angebot. Guter Motor, herrliche Federung, reichlich Platz, attraktives Design. Auf der Minus-Seite stehen die teils billige Materialanmutung und die manchmal etwas törichte Bedienlogik. Doch das stört umso weniger, je vertrauter man mit dem Auto wird.
Stefan Miete/Andreas Of

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