Hyundai Veloster Turbo: Mitfahrt Action im 24h-Rennen-Sieger

07.10.2016

Laut, hart und ungefiltert gibt er sich, der Hyundai Veloster Turbo. Die Mitfahrt im 24h-Rennen-Sieger 2016 zeigt, was der 230 PS starke, zu Großteilen serienbelassene Rennwagen drauf hat!

"Klack", "Klack", "Klack", knallt Markus Schrick die Gänge rein und gibt Vollgas im 230 PS starken Hyundai Veloster Turbo. Der Geschäftsführer von Hyundai Deutschland ist im Fahrersitz des Rennsport-Veloster in seinem Element. Drückt weiter aufs Gas, visiert die nächste Kurve der Nordschleife an, haut in die Bremsen und zieht, dabei sauber auf der Ideallinie, wieder raus aus der Kurve. Ich auf dem oder viel mehr im Beifahrersitz – so tief sind die Rennschalensitze im Veloster Turbo montiert – begleite den harten Trainingsritt über die Nordschleife. Schon nach wenigen Kurven hat der komplett entkernte, extrem laute und Rennwagen-typisch hart abgestimmte Hyundai Veloster mein Vertrauen gewonnen, mosert oder jammert nicht in den Kurven und bleibt stoisch der Linie von Markus Schrick treu. Wie treu, das hat das Auto beim 24h-Rennen 2016 am Nürburgring unter Beweis gestellt: Nach 104 Runden auf der 25,278 Kilometer Rennstrecke stand der Sieg in der SP2T-Klasse (zwei Liter Hubraum und Turbo) fest! Während aber beim Erfolg das Fahrer-Quartett Joachim Kiesch, Jürgen Nett, Timo Schupp und Alexander Köppen den Hyundai Veloster Turbo über den Ring jagte, greift bei meiner Mitfahrt Teamchef Markus Schrick selbst ins Lenkrad.

Mitfahrt im Hyundai Veloster Turbo im Video:

 

Hyundai Veloster Turbo: 80 Prozent Serienteile

Auch wenn sich der Veloster Turbo in farbenfroher Rennmontur zeigt, ist er deutlich seriennäher als sein Anblick vermuten lässt: Über 80 Prozent der Antriebsbauteile gleichen der serienmäßigen Ausgangsbasis. Die Brüder Jürgen und Peter Schumann vom gleichnamigen Saarbrücker Autohaus haben den Hyundai Veloster Turbo 2013 von Hand aufgebaut, dessen Innenraum komplett entkernt und in gut 200 Arbeitsstunden für 24h-Rennen und VLN-Läufe fit gemacht. Wie fit, wird einem schon beim Einstieg in den Hyundai Veloster Turbo klar: Der Käfig aus 40 Meter hochfestem Stahl ist derart massiv, dass selbst ich als schlanker, aber auch groß gewachsener Mensch nur mit artistischen Verrenkungen hineinkomme. Einmal im Innenraum angekommen, vom Sechspunktgurt für die Ewigkeit fixiert, zeigt sich vor mir das Armaturenbrett aus der Serie. Viele kleine Anzeigen für Öl- oder Turbodruck und diverse Temperaturanzeigen ersetzen die Musikbox, die Anzeige für die originale Klimaanlage hingegen scheint im Hyundai Veloster Turbo nur eine Attrappe zu sein. Zwar fächelt ein passiver Lüfter an der Fahrertür Frischluft in den Innenraum, doch ist es ein Kampf gegen Windmühlen: Das 1,6-Liter-Aggregat in der Front des Hyundai Veloster Turbo bollert derart fröhlich vor sich hin, dass ich schon nach wenigen Metern auf der Nordschleife ins Schwitzen komme.

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230 PS im Hyundai Veloster Turbo

Seit 2013 ist der Turbomotor im Hyundai Veloster Turbo im Einsatz, drehte in diesem Zeitraum über 20.000 Rennkilometer auf der Nordschleife (entspricht einer Alltagsbelastung von rund 300.000 Kilometern) und wurde erst einmal revidiert. Hyundai ist stolz darauf, in seinem Rennboliden Großserientechnik zu verwenden – die sich obendrein als sehr standfest erweist. Mit veränderter Motorsoftware, modifiziertem Turbolader bei 1,5 bar Ladedruck (Serie: 0,95 bar) und neuen Nockenwellen leistet der Vierzylinder 230 PS (Serie: 186 PS) und 300 Newtonmeter maximales Drehmoment (Serie: 265). Mutet die Leistung erstmal wenig an, prügelt mir der 1,6er vom Start weg sämtliche Zweifel an seiner Power heraus, brüllt mich und meine Ohren nur so an und treibt den Hyundai Veloster Turbo – immer auf der Suche nach der Ideallinie – durch die Kurven des Nürburgrings. Doch schon in der ersten Runde beendet der Wettergott die Hatz, es fängt an zu regnen. Bei seifig-nassem Untergrund geraten 235er vorne und 215er Slicks hinten sowie Sperrdifferenzial von Drexler im Brünnchen schnell an ihre Grenzen. Der Hyundai Veloster Turbo rutscht. Markus Schrick schaltet über Seriengetriebe und -kupplung wieder herunter und dosiert die Bremsen des 1100 Kilo leichten Hyundai Veloster Turbo – vorne von AP Racing, hinten vom Serien-Veloster – nur noch ganz vorsichtig. "Bleiben Sie im Rennanzug", ruft Markus Schrick gegen den Motorlärm zu meiner Seite des Veloster Turbo herüber. "Wir drehen gleich noch eine Runde."

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Hyundai Veloster Turbo mit 240 km/h Spitze

Wenige Minuten später lässt der Regen nach. Trotzdem krallen sich nun Regenreifen anstelle der Slicks in den Asphalt, unterstützt von Eibach-Federn und Sachs-Dämpfern. "Klack", "Klack", "Klack", treibt Markus Schrick den Hyundai Veloster Turbo mit zig schnellen und harten Gangwechseln erneut auf Drehzahl, immer im optimalen Bereich rund um 5000 U/min. Bei Tempi nahezu immer jenseits der 100 km/h – womit der Tacho-Zeiger auch nahezu immer außerhalb meines durch Helm, Sturmhaube und Fixierung im Rennschalensitz extrem beschnitten Sichtbereichs ist – macht sich der Hyundai Veloster Turbo auf die Jagd nach ähnlich motorisierten BMW 3er und Opel Astra GTC. Er legt sich sogar frech mit GT3-Rennern an. Wohl wissend, dass es ein ungleicher Kampf mit eindeutigem Ausgang ist. In der Spitze rast der Hyundai Veloster Turbo mit über 240 Sachen über den Nürburgring – laut, knochentrocken, aber auch extrem souverän. Was sich für mich wie einer Achterbahn der Extreme, mit scharfen Kurven und riesigen Loopings anfühlt, bedeutet für den Hyundai Veloster Turbo nicht einmal annähernd das Limit. "Das waren etwa 80 Prozent des Möglichen", brüllt Markus Schrick gegen den Lärm im Veloster an – und gibt wieder Gas. "Klack", "Klack", "Klack".

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