Hyundai Santa Fe gegen Mitsubishi Outlander Überhol-Versuch

26.02.2007
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Ein Hauch von Freiheit und Abenteuer, Allradantrieb und große Kofferräume: Moderne SUV taugen für viele Gelegenheiten und erfreuen sich steigender Beliebtheit. Davon soll nun auch der neue Mitsubishi Outlander profitieren – im Diesel-Vergleichstest trifft er jetzt auf den in Deutschland beliebten Hyundai Santa Fe

Mit nur 1600 Zulassungen in Deutschland spielte der Outlander 2006 eher den Außenseiter unter den Allradlern, während sich Hyundai-Händler angesichts von über 7500 verkauften Santa Fe die Hände reiben konnten. Bei der zweiten Outlander-Generation sollen nun auch die Mitsubishi-Verkäufer nicht länger Däumchen drehen. Günstige Preise und ein Dieselmotor von VW könnten das neue SUV auf die Erfolgsspur bringen.

 

Karosserie

Die Outlander-Insassen fühlen sich auf allen Plätzen gut untergebracht. Doch der Santa Fe ist noch ein Stück großzügiger geschnitten, er bietet mehr Kopf- und Ellbogenfreiheit. Die Bedienung erschließt sich sowohl im Japaner als auch im Koreaner ohne ein umfangreiches Studium der Betriebsanleitung. Dem Hyundai fehlt allerdings ein Einklemmschutz an den elektrischen Fensterhebern, und die Gasdruckfedern seiner Heckklappe sind etwas unterdimensioniert, denn die Klappe schwingt nur im Zeitlupentempo auf. Auch bei der Zuladung hinkt der Santa Fe mit 560 Kilo dem Outlander (610 Kilo) hinterher. In Sachen Qualität und Verarbeitung hinterlässt der Hyundai einen etwas hochwertigeren Eindruck als der Mitsubishi. So ist etwa dessen Dachverkleidung deutlich minderwertiger. Als Entschädigung lässt sich der Outlander leichter beladen, denn seine Heckklappe ist zweigeteilt. Weil die untere Hälfte nach unten aufschwingt, ergibt sich eine niedrigere Ladekante als beim Hyundai. Beide fahren ab Werk mit zwei Zusatzsitzen im Kofferraum vor – allerdings gegen Aufpreis. Hyundai: "Sitzpaket" 1530 Euro. Mitsubishi: Serie ab "Intense"-Ausstattung – 3500 Euro Aufpreis gegenüber der Basis-Version.

KarosserieMax. PunkteMitsubishi Outlander 2.0 DI-DHyundai Santa Fe 2.2 CRDi 4WD
Raumangebot vorn1007074
Raumangebot hinten1007073
Übersichtlichkeit707474
Bedienung/ Funktion1009087
Kofferraumvolumen1005755
Variabilität1004545
Zuladung/ Anhängelast804747
Sicherheit1506965
Qualität/ Verarbeitung200160166
Kapitelbewertung1000682686

 

Fahrkomfort

Auf kurviger Strecke stört beim Santa Fe der mangelnde Seitenhalt auf den Sitzflächen. Dafür hat die Rückbank neigungsverstellbare Lehnen. Im Outlander sind die Sitze straffer gepolstert und bieten vorn mehr Seitenhalt. Die hintere Sitzbanklehne ist ebenfalls neigungsverstellbar, und die Sitzbank lässt sich zusätzlich in Längsrichtung verschieben. Bei beiden kann man das Lenkrad nur in der Höhe, nicht jedoch axial justieren, was es großen Leuten erschwert, eine ideale Sitzposition zu finden. Positiv fallen beim Outlander die vielen Ablagen auf – unter anderem zwei Handschuhfächer. Bei der Akustik gefällt der Santa Fe mit leiseren Innengeräuschen und deutlich sanfter klingendem Motorsound als der Outlander. Nachbesserungsbedarf herrscht aber bei der Dosierbarkeit seiner Heizung: Der Klimaautomatik fällt es schwer, ein gleich bleibendes Raumklima zu schaffen. Der angenehm straff gefederte Outlander meistert Fahrbahnunebenheiten etwas souveräner als der zu gelegentlichem Stuckern neigende Santa Fe. Unter voller Beladung wirkt der Hyundai aber ausgewogener als der Mitsubishi. Dessen Hinterachse teilt auf Fahrbahnkanten deutlich kräftigere Stöße aus.

FahrkomfortMax. PunkteMitsubishi Outlander 2.0 DI-DHyundai Santa Fe 2.2 CRDi 4WD
Sitzkomfort vorn1509691
Sitzkomfort hinten1009086
Ergonomie150133130
Innengeräusche502024
Geräuscheindruck1006872
Klimatisierung503137
Federung leer200138135
Federung beladen200137138
Kapitelbewertung1000713713

 

Motor und Getriebe

Unter der Haube vertrauen die Japaner auf europäische Technik: Der Zweiliter-Turbodiesel des Outlander stammt aus dem VW-Regal und leistet 140 PS. Er gefällt mit guter Durchzugskraft und einem niedrigen Testverbrauch von nur 8,6 Litern auf 100 Kilometern. Zudem glänzt der 1750 Kilo schwere Mitsubishi mit seinem präzise schaltbaren Sechsganggetriebe und munteren Fahrleistungen. Auf der Negativ-Seite des Pumpe-Düse-Triebwerks stehen eine Anfahrschwäche im kalten Zustand sowie ein relativ rauer Lauf. Hier kann der 2,2 Liter große Common-Rail-Diesel mit 155 PS im Hyundai eher überzeugen. Bei den Fahrleistungen und im Verbrauch hinkt der Koreaner allerdings wegen seines hohen Leergewichts von gut zwei Tonnen hinterher. Zudem ist die Schalthebelführung seines Fünfganggetriebes nicht sonderlich präzise. Überdies ist der Outlander im Gegensatz zum Hyundai mit einem serienmäßigen Partikelfilter ausgestattet. Santa Fe-Kunden können den Filter kostenlos nachrüsten lassen – wann, ist noch nicht klar.

Motor und GetriebeMax. PunkteMitsubishi Outlander 2.0 DI-DHyundai Santa Fe 2.2 CRDi 4WD
Beschleunigung150130118
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit1505749
Getriebeabstufung1007368
Kraftentfaltung502929
Laufkultur1006469
Verbrauch325180168
Reichweite251215
Kapitelbewertung1000545516

 

Fahrdynamik

Im Grenzbereich untersteuert der Hyundai deutlich stärker als der Mitsubishi. Außerdem lenkt der Japaner spontaner ein und produziert weniger Aufbaubewegungen. Bei beiden dreht das Heck sanft ein, sobald man in schnellen Kurven vom Gas geht. Hier ist das ESP jedoch rechtzeitig zur Stelle. Die Lenkpräzision wird indes von der deutlich spürbaren Walkarbeit der Reifen beeinträchtigt. Für Richtungswechsel braucht das Outlander-Lenkrad kleinere Lenkwinkel als der Santa Fe. Mehrere schnelle Richtungswechsel hintereinander beantworten beide mit spürbar verhärtender Lenkung. Der sich automatisch zuschaltende Allradantrieb des Santa Fe kann nicht verhindern, dass beim Herausbeschleunigen aus Spitzkehren kurveninneres Vorder- und Hinterrad zunächst nach Traktion suchen. Hier produziert der permanent allradgetriebene Outlander (Frontantrieb per Wahlschalter) weniger Schlupf. Beim Bremsen aus Tempo 100 steht der Koreaner zwischen 1,6 (Kaltbremswert) und drei Metern (Warmbremswert) früher als der Japaner.

FahrdynamikMax. PunkteMitsubishi Outlander 2.0 DI-DHyundai Santa Fe 2.2 CRDi 4WD
Handling1503324
Slalom1002922
Lenkung1007472
Geradeauslauf504040
Bremsdosierung302020
Bremsweg kalt1503450
Bremsweg warm1503565
Traktion1008480
Fahrsicherheit150126128
Wendekreis20128
Kapitelbewertung1000487509

 

Umwelt und Kosten

Ein um 4900 Euro geringerer Grundpreis, ein niedrigerer Wertverlust, weniger Emissionen und eine längere Garantie gegen Durchrostung verschaffen dem Mitsubishi in diesem Kapitel einen uneinholbaren Punktevorsprung vor dem Hyundai. Da fallen die etwas höheren Werkstattkosten und die teurere AZ-Normausstattung kaum ins Gewicht. Da für den Outlander noch keine Versicherungseinstufungen feststehen, haben wir diesen Bewertungspunkt ausgeklammert. Doch selbst mit einer ungünstigen Typklasseneinstufung hätte der neue Mitsubishi Outlander am Ende die Nase immer noch vorn.

Kosten/UmweltMax. PunkteMitsubishi Outlander 2.0 DI-DHyundai Santa Fe 2.2 CRDi 4WD
Bewerteter Preis675193168
Wertverlust502220
Ausstattung25518
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502522
Werkstattkosten201013
Steuer1077
Versicherung40
Kraftstoff554039
Emissionswerte257244
Kapitelbewertung1000374331

 

Fazit

Mitsubishi hat mit dem Outlander 2.0 DI-D auf den Santa Fe 2.2 CRDi 4WD gezielt und getroffen. Der Japaner beeindruckt mit besserer Agilität und niedrigeren Kosten als der Koreaner. Mit besseren Bremsen hätte er auch das Fahrdynamik-Kapitel gewonnen. Der Santa Fe gefällt mit Platz, höherer Qualitätsanmutung und gutem Komfort. Letztendlich scheitert er an seinen schlechten Abgaswerten, bedingt durch den noch fehlenden Partikelfilter, der bislang nur für die Automatikversion erhältlich ist. Mitsubishi-Verkäufer dürfen sich also die Hände reiben.

Gesamtbewertung

Max. PunkteMitsubishi Outlander 2.0 DI-DHyundai Santa Fe 2.2 CRDi 4WD
Summe500028012755
Platzierung12

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