Honda Civic Type R 2015: Tracktest Abteilung Attacke

12.05.2016

Der neue Honda Civic Type R trägt optisch dick auf! Rechtfertigt der flinke Japaner sein martialisches Äußeres mit einer eindrucksvollen Vorstellung auf der Rennstrecke?

Wer den Erwerb des neuen Honda Civic Type R in Betracht zieht, sollte über ein gesundes Selbstbewusstsein verfügen. Mit seinem extrovertierten Äußeren zieht der Kompaktsportler im alltäglichen Straßenverkehr die Aufmerksamkeit unweigerlich auf sich. Die Reaktionen reichen dabei von purem Erstaunen über belustigtes Kopfschütteln bis hin zu bewundernder Anerkennung. Derart im Mittelpunkt des Interesses zu stehen, ist nicht unbedingt etwas für sensible Gemüter. Hinzu kommt, dass der Honda Civic Type R 2015 vor Kurzem einen neuen Nordschleifen-Rundenrekord für Kompaktsportler mit Vorderradantrieb aufgestellt hat. In nur 7:50,63 Minuten umrundete ein weitgehend serienmäßiges Entwicklungsfahrzeug die legendäre Eifel- Rennstrecke. Vor diesem Hintergrund hilft es zweifellos, wenn der Type R-Eigner von seinen eigenen fahrerischen Fähigkeiten überzeugt ist, um sich am Steuer des derart dekorierten Japan-Sportlers nicht deplatziert vorzukommen.

 

Civic Type R: Von Dr. Jekyll zu Mr. Hyde

Das soll aber nicht heißen, dass der Civic Type R seinem Fahrer im täglichen Umgang besondere Fähigkeiten abverlangt – ganz im Gegenteil. Das 310-PS-Kompaktmodell gibt sich lammfromm, ja geradezu zurückhaltend. Der aufgeladene Zweiliter-Motor lässt sich problemlos niedertourig – also nahezu ohne Unterstützung durch den Turbolader – und somit verhältnismäßig sparsam fahren. Wer die Hinweise der Schaltpunktanzeige befolgt, rollt bei Innenstadt-Tempo 50 beispielsweise im fünften Gang mit nur rund 1500 Umdrehungen daher. Bei mäßiger Beschleunigung mahnt der grüne Pfeil im Drehzahlmesser nur wenig später noch vor der 60-km/h-Marke zum Wechsel in die höchste der sechs Getriebestufen. Erfreulich ist auch, dass der Civic Type R trotz allen sportlichen Anspruchs und 19-Zoll-Niederquerschnittsreifen (235/35) einen alltagstauglichen Fahrkomfort an den Tag legt. Die serienmäßigen adaptiven Dämpfer passen im Rahmen der vier vorwählbaren Programmstufen die Dämpferkraft permanent den jeweiligen Straßenzuständen an. Auch der Geräuschkomfort ist zufriedenstellend – zumindest in den niedrigeren Drehzahlregionen.

Mehr zum Thema: Bentley Continental GT3-R im Test

Type R absolut stabil und vorhersehbar

Einen großen Teil zur sehr guten Vorstellung auf der Rennstrecke steuert die Bremsanlage von Brembo bei. Sie ist gut dosierbar und packt auch nach mehreren Runden noch unverändert fest zu. Beim harten Anbremsen vor Kurven bleibt der Civic Type R dabei bis auf ein harmloses leichtes Tänzeln an der Hinterachse absolut stabil und vorhersehbar. Untermalt wird das Ganze vom infernalischen Röhren des Turbos. Ab 4500 Touren herrscht im Innenraum ein Geräuschniveau, das dem im verwandten Civic-Rennwagen aus der Tourenwagen-WM ziemlich nahe kommen dürfte. Echte Racer genießen das. Störender ist da eher die nicht optimale Sitzposition. Diese ist wegen des unter den Vordersitzen platzierten Tanks Civic-typisch verhältnismäßig hoch, wodurch das Lenkrad etwas zu tief steht. Außerdem schwappt der Sprit bei forcierter Fahrweise und niedrigem Füllstand so stark hin und her, dass die Zufuhr unterbrochen und der Motor absterben kann. Die Sitze selbst begeistern mit ihrem hervorragenden Seitenhalt, die Sitzfläche könnte aber zumindest für größer gewachsene Piloten etwas weiter geschnitten sein.

Unser Fazit

Mit dem neuen Civic Type R meint es Honda ernst. Fahrdynamisch legt der 310-PS-Sportler die Messlatte extrem hoch, vor allem in Kurven macht dem Japaner so schnell keiner was vor. Leon Cupra, Mégane R.S. und Co. müssen sich warm anziehen.

Tags:
Severin Elektrische Kühlbox
UVP: EUR 123,99
Preis: EUR 65,15 Prime-Versand
Sie sparen: 58,84 EUR (47%)
Nulaxy FM Transmitter
 
Preis:
Alkoholtester
 
Preis:
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.