Autopolituren: Elf Hartwachse im Test Gut gewachst

Gut gewachst

Wachs soll den Lack schützen und für Glanz sorgen. Doch was können die Konservierer wirklich? Wir testen elf Produkte im Labor und in der Praxis

Wer den schönen Lack seines Autos schadlos über Herbst und Winter bringen will, sollte jetzt an eine wirkungsvolle Konservierung denken. Das ist allerdings mit Handarbeit verbunden, denn Flüssig-, Sprüh- und Heißwachse, wie sie gegen Aufpreis von Waschanlagenbetreibern angeboten werden, bringen nicht viel: Die dabei verwendeten Chemikalien sind wasserlöslich und verfügen meist nur über eine geringe Bindekraft. Dieser Schutzfilm hält daher nur bis zum nächsten Nieselregen, der nächsten Fahrzeugwäsche, oder er ist spätestens nach einer Woche Sonnenschein - durch die UV-Belastung - unwirksam. Besser ist es, einen gleichmäßigen Schutzfilm aus Hartwachs aufzutragen.


Elf Hartwachse im Test
Die Versprechen der Hersteller reichen von Farbauffrischung über Tiefenreinigung bis zum UV- und Kratzschutz. Im Testfeld sind auch Kombi-Produkte vertreten, die angeblich genauso gut polieren wie konservieren können. Die Auswahl auf dem Markt ist enorm. Wir versuchen, die Spreu vom Weizen zu trennen und wählten für unseren Praxis- und Labortest elf Auto-Hartwachse zu Preisen von 4,50 bis 17 Euro aus.

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Erster Schritt: Das Auftragen
Die Proben wurden nach den Anleitungen der Hersteller sowohl auf farbige Prüfbleche als auch auf Fahrzeuge mit neuwertiger Lackierung aufgetragen. Hierbei gibt es bereits erste Unterschiede: Während sich die Produkte von Rex, Turbo, Aral, Einszett, Sonax Xtreme und die beiden untersuchten Dr. Wack-Wachse leicht auftragen, gut verteilen und auch mit wenig mechanischem Aufwand polieren lassen, bieten die Produkte von Liqui Moly und Arexons nur eine befriedigende Verteilbarkeit. Und für die Glanzarbeit ist ein höherer Kraft- und Zeitaufwand nötig. Das bringt Punktabzug, denn wer sein Auto pflegt, möchte das flott erledigen.

Den Labortest bestehen alle Mittel
Die eigentliche Konservierungsleistung ließen wir durch penible Prüfungen im DEKRA-Umweltlabor in Stuttgart ermitteln. Dazu wurden Glanzgrad und Farbtiefe gemessen sowie das Wasser-Abperlverhalten beurteilt. Für diese Prozedur musste die behandelte Lackoberfläche zwölf Waschzyklen mit einem normalen Autoschampoo durchlaufen. Das Erfreuliche zuerst: Alle getesteten Auto-Hartwachse erfüllen ihre Hauptaufgabe mit Bravour. Sie bilden einen Schutzfilm, der mehrere Wochen hält, das Auto durch spiegelnden Glanz und prächtige Farbtiefe attraktiver erscheinen lässt sowie Schmutz und Regenwasser weniger Halt bietet.

Teuer ist nicht immer gut
Kräftige Unterschiede gibt es beim Preis. Und da zeigt sich, dass "teuer" nicht unbedingt gut sein muss. Vom Marktführer Sonax und Herausforderer Dr. Wack Chemie ließen wir neben der jeweils teuren Premium-Produkte ein preiswerteres Pflegemittel mituntersuchen. Das Ergebnis ist ein klares Votum für Sparer: Der Mehrpreis für das fast doppelt so teure Produkt steht in keinem Verhältnis zur Konservierungsleistung. Nur das teure A1-2K-Polier-Fixierwachs von Dr. Wack zeigt einen Vorteil: Mit der Creme aus der Zweikomponententube kann man im gleichen Arbeitsgang strapazierten Lack oder kleine Kratzer auspolieren. In punkto umweltgerechter Rezeptur und Materialverträglichkeit erfüllen alle Hartwachse unsere hohen Forderungen. Sie hinterlassen also keine Schädigungen oder Versprödungen an Kunststoff-Scheinwerfern (Polykarbonat), Gummidichtungen, Kunststoff-Zierstreifen oder Aufklebern. Die Probanden von Rex, Turbo, Aral und Dr. Wack (A1 SpeedWax plus 3) ließen lediglich auf unbehandeltem Aluminium eine leichte Mattierung erkennen.

Gut konservierter Lack ermattet langsamer
Wer Wert auf Langzeitschutz legt, ist mit den getesteten Konservierern von Rex, Turbo und Aral am besten bedient. Bei diesen Produkten perlt das Wasser auch nach zwölf Fahrten durch die Waschanlage noch perfekt ab. Gut schneiden auch Dr. Wack mit A1 Speed Wachs plus 3 und Einszett mit zehn Wäschen ab. Das A1-2K-Politur-Fixierwachs schwächelte in dieser Disziplin dagegen schon nach drei Wäschen. Ein gut konservierter Lack trotzt Umwelteinflüssen wie UV-Licht, Sandflug und Winterschmutz für längere Zeit und sichert so den Werterhalt. Damit sich die Mühe lohnt, empfehlen wir ein Wachs mit langer Wirkung.

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