Günstige Gebrauchtwagen oder Neuwagen? Kampf der Preise und Rabatte

07.04.2015

Die Rabattschlacht auf Deutschlands Automarkt ist in vollem Gange. Viele Käufer suchen lieber nach einem günstigen Gebrauchten, statt Geld in einen Neuwagen zu investieren. Was ist besser?

Die Jagd nach dem günstigsten Auto ist nicht erst seit diesem Jahr eröffnet, denn bereits 2014 drückten die Produktionsfirmen die Preise und der Gebrauchtwagenmarkt ist jedes Jahr überschwemmt mit einer Vielzahl an Fahrzeugen, die noch keine fünf Jahre auf dem Markt sind. Dabei zeigt sich, dass 2014 ein gutes Jahr für die Automobilindustrie war, denn es wurden wieder mehr Autos gekauft, als in den Jahren zuvor.

3,04 Millionen Neuwagen wurden erworben, während 6,5 Millionen Fahrzeuge auf dem Gebrauchtwagenmarkt den Besitzer wechselten. Allerdings erläutert die Industrie ebenfalls, dass der Absatz seit einigen Jahren stagniert und teilweise rückläufig ist und der Kampf um die Käufer dazu führt, dass immer neue Rabatte, Modelloptionen und günstige Preise vorliegen müssen, um die Bilanz hoch halten zu können. BMW verzeichnete beispielsweise einen Rekordumsatz von 80,401 Milliarden Euro, wobei vor allem die Neuauflage des Mini und die Rolls-Royce-Marke stark hervorgetan haben. Auf der anderen Seite kämpfen VW, Opel und Ford mit den Preisen und so ist 2014 eine hohe Rate der Eigenzulassungen der Händler und Hersteller zu verzeichnen, welche als Vorführwagen oder mit Tageszulassung in diesem Jahr günstig auf den Markt kommen. Auf 29,8 Prozent ist die Zahl der Händler- und Herstellerzulassungen 2014 gestiegen und dies zeigt, dass der Preiskampf gerade erst begonnen hat.

 

Junge Gebrauchte als Alternative für kleinen Geldbeutel?

Die Eigenzulassungen führen die Autohersteller durch, um in der offiziellen Statistik des Kraftfahrtbundesamtes aufzutauchen und um dort die Marktanteile wieder nach oben zu treiben, denn dies geschieht auch ohne einen Verkauf oder einer Zulassung des Händlers.

Dies führt dazu, dass diese als günstige Gebrauchtwagen wieder auf den Markt kommen. Der Wertverlust ist am Anfang sehr hoch und liegt meist im Schnitt bei einer Leistung von 15.000 Kilometern bei 24,2 Prozent des Ursprungswertes. In den kommenden Jahren ist der Werteverlust meist mit weiteren fünf bis sechs Prozent berechnet. Der Verlust richtet sich nach der Art des Fahrzeugs, dem Image der Hersteller und dem Zustand im Vergleich zum Alter. Des Weiteren kommt die Gängigkeit am Markt hinzu, denn eine große Auswahl kann den Preis noch weiter drücken.

Der Gebrauchtwagenmarkt ist hart umkämpft und noch liegen die Anteile des Privatmarktes über denen des Markenhandels und des freien Handels. Die zunehmende Professionalisierung macht es Privatverkäufern immer schwerer, den gebrauchten Wagen für einen guten Preis zu verkaufen. Vor allem bei Verkäufen an Autohändler erhalten die Privatverkäufer häufig keine optimalen Konditionen. Easyautosale.com gibt den Tipp, die Inzahlungnahme bei Autohändlern zu nutzen, da keine Gebühren für Entsorgung oder der umständliche private Verkauf stattfinden müssen. Allerdings sollten die Verkäufer dabei auf die Angebote achten, die sich mit Preisen über Schwacke brüsten, denn diese sind häufig nicht an den realen Wert des Autos gerichtet, sondern haben diesen nur beschönigt.

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Gerade die jungen Gebrauchten kommen darüber hinaus mehr und mehr von den Herstellern. Diese richten sogar eigene Servicezentren für Gebrauchtwagen ein, indem sie ein ähnliches Ambiente schaffen wollen wie bei ihrem Neuwagenverkauf.

Der zusätzliche Service für Gebrauchtwagenkäufer soll sich lohnen, denn der Preiskampf auf dem Neuwagenmarkt zwingt die Autokonzerne dazu, den Umsatz über andere Wege zu erhöhen und den Verkauf anzukurbeln. Einige Hersteller bringen dafür Prämien an, die beispielsweise bei Kauf eines jungen Gebrauchten nur bei der Verschrottung des alten Autos zu erhalten sind. Volkswagen spricht da von bis zu 4000 Euro und nennt das Ganze „Umweltprämie“. Allerdings gelten einige Bedingungen:

•    Es muss ein Nachweis der Verwertung des Altautos vorliegen
•    Alte Fahrzeuge mit Zulassung vor dem 01.04.2006 können nicht geltend gemacht werden
•    Konzernfahrzeuge als Altautos sind ausgeschlossen (Audi, Porsche, SEAT, Skoda)
•    Der Käufer muss das Auto mindestens seit vier Monate auf sich zugelassen haben

Quelle: http://www.focus.de/

Dabei ist zu erkennen, dass je nach Modell die Prämienrate stark schwanken kann, von 2500 Euro für den VW CC 2.0 TDI BlueMotion Technology, bis zu 4000 Euro für den Golf Variant 1.6 TDI Comfortline BlueMotion Technology. Die Aktion ist allerdings auf nur zwei Monate begrenzt und läuft bis Ende Mai 2015.

Mercedes-Benz arbeitet ebenfalls mit Prämien und hohem Service für Gebrauchtwagenkäufer, indem eine Eintauschprämie von 1500 Euro beim Kauf eines jungen Gebrauchtwagen und Tausch des alten Fahrzeugs angeboten wird. In den Garantien stehen unter anderem die garantierte Kilometerlaufleistung, Wartungsfreiheit und zehn Tage Umtauschrecht. Dabei sind fast alle Modelle und Klassen für die Eintauschprämie berücksichtigt, allerdings gibt es bestimmte Finanzierungsmodelle, die mit dem Kauf zu nutzen sind.

Experten sehen die Lage der Autohersteller und den Kampf um Gebrauchtwagen und Prämien kritisch, denn so entsteht eine Konkurrenz zu dem eigenen Neuwagenmarkt, wenn gute Gebrauchtwagen von ein bis zwei Jahren für die meisten Käufer durch die vielen Aktionen vorteilhafter sind als Neuwagen mit weniger guten Bedingungen zu hohen Preisen. Die Hersteller ziehen allerdings ihre Vorteile heraus, denn gerade die jüngere Bevölkerung profitiert von den günstigen Preisen und soll sie so an die Marke binden. Jüngere Personen, die in die Arbeitswelt erst einsteigen, besitzen meist nicht genügend finanzielle Mittel, um sich einen Neuwagen zu kaufen oder langfristige Ratenzahlungen gewährleisten zu können, während der Gebrauchtwagenmarkt dabei deutlich unter den Neuwagenpreisen bleibt.

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Im Durschnitt kostete ein Neuwagen 2014 28.330 Euro, während ein Gebrauchtwagen für 9870 Euro zu haben war, allerdings mit starken regionalen Schwankungen. Deshalb wird der Markt für gebrauchte Autos immer größer, denn nur wenige können sich die Neuwagen überhaupt leisten.

Wer sich auf einen jungen Gebrauchten einlassen will, sollte deshalb auf einige Faktoren achten:

•    Im Idealfall ist das Auto nicht älter als drei Jahre und weist nur einen Vorbesitzer auf
•    Lückenlose Dokumentation des Autos inklusive Fahrzeugpapieren Scheckheft, Wartungs- und Reparaturdokumente, Winterrädern
•    Genaue Überprüfung des Autos: Schäden, Kratzer und Ungereimtheiten sofort bemängeln
•    Gewährleistung muss mindestens ein Jahr bestehen
•    Probefahrt ist ein Muss

Weitere Tipps sind in diesem Video zu finden:


Rabattschlachten: Günstigste Angebote und niedrigste Preise


Die Automobilindustrie klagt, dass sie vor allem beim Privatkundenmarkt deutliche Verluste erleidet und nur der Gewerbekundenmarkt die Umsätze stützt. Der Rückgang der Käufe soll mit Rabatten für Neuwagen und Tageszulassungen kompensiert werden und mit einer Rabattquote von rund 23 Prozent übertreffen die Vergünstigungen heutzutage bereits die Rabatte zur Zeit der Abwrackprämie 2009, die damals 21 Prozent betrugen. Selbst Premium-Modelle und teurere Klassen sind mit günstigen Rabatten neu zu kaufen, doch die Privatkunden besitzen immer weniger ein Interesse an diesen Modellen. Sie greifen zu Klein- und Kompaktwagen, die sich dank Preis, Größe und vielseitigen Einsatz für die Familie und Co. bewährt haben.

Kritisch daran wird gesehen, dass die zum Teil überzogenen Rabatte dem Markt nicht langfristig helfen werden, denn durch die sinkenden Erträge können Investitionen zurück gehen und Kundenservice und Verkauf stagnieren oder werden rückläufig. Die Rabattschlacht ist darüber hinaus für viele Kunden unübersichtlich und der Trend zum Leasing schafft einen immer größeren Gebrauchtwagenmarkt für gewerbliche Kunden, denen die Verkäufe kaum nachkommen. Die Problematik der Neuwagen, die nicht verkauft werden können, erläutert dieser Beitrag von n-tv.

Für 2015 haben die Autohersteller in Deutschland verkündet 15 Millionen neue Wagen herzustellen. Die Märkte in Deutschland werden davon nur einen Teil überhaupt aufnehmen können und größere Umsätze sind folglich im Ausland zu finden.  Vor allem Osteuropa, Südafrika, Russland, Kanada und Brasilien gehören bisher zu den führenden Abnehmern der deutschen PKWs. In den nächsten Jahren muss sich jedoch der westeuropäische Markt für den deutschen Export und den inländischen Verkauf stabilisieren, um den Umsatzvorstellungen der Konzerne auch in Zukunft gerecht werden zu können.

AUTO ZEITUNG

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