GRIFFIGES GUMMI

16.09.2008

Sechs SUV-Profile der Dimension 215 / 65 R 16 H stellen sich dem harten Tests auf trockener Straße, im Schlamm & bei Nässe
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Kompakte Soft-Offroader wie der Kia Sportage verlangen zwar weder hochdynamische Qualitäten von einem Pneu, noch erfordern sie extreme Traglasten, exotische Dimensionen oder ausgeprägte Wühler-Eigenschaften. Doch ungeachtet dessen sollen sie natürlich so sicher wie möglich sein: Eine harmonische Mischung aus hoher Verzögerungsleistung bei Vollbremsungen auf allen Untergründen, ein berechenbares, gutmütiges Fahrverhalten, Schutz vor plötzlichem Aufschwimmen bei Regenwetter und zugleich möglichst viel Traktion auf verschiedenen Bodenbeschaffenheiten - die Liste der Anforderungen ist lang.

Neben den beiden Premium-Pneus von Goodyear und Michelin treten mit BF Goodrich und Uniroyal zwei weitere Vertreter bekannter Marken sowie zwei Reifen der relativ unbekannten Hersteller GT Radial und Matador zum Kräftemessen an. Sämtliche Profile gehören in das Segment der so genannten 90/10-Reifen - Pneus, die ihre Tugenden zu 90 Prozent auf die Straßeneigenschaften ausrichten und eine Verwendung im Gelände lediglich mit zehn Prozent gewichten.

Offroad: nur zwei sicher

Trotzdem unterziehen wir die Reifen den üblichen Traktionsmessungen, die wir für SUV-Profile als Standard erachten - schließlich will niemand mit seinem Allradler beim erstbesten Ausflug ins Gelände stranden. Wie zu erwarten liegt das Testfeld eng beieinander, im Schlammbecken lassen sich sogar gar keine signifikanten Zugkraftunterschiede nachweisen.

Weit wichtiger als die Traktion ist aber die Fahrsicherheit auf Schotter. Und da klaffen große Lücken zwischen den Profilen von BF Goodrich sowie Uniroyal und dem Rest der Konkurrenz. Während diese beiden selbst auf unbefestigten Feldwegen noch eine verlässliche Rückmeldung liefern und ein klar definiertes Fahrverhalten an den Tag legen, geraten Ausweichmanöver mit den übrigen Pneus zur Nerven- oder Glückssache. Erfreulich gut schneiden dagegen alle Kandidaten beim Bremstest ab.

Eklatante Unterschiede

Noch entscheidender ist aber, welcher Pneu auf nasser Straße den nötigen Grip aufbaut - zumal sich in der Bewertung der Nässe-Eigenschaften riesige Unterschiede ergeben. Beispiel Bremsen: Auf der relativ glatten Bremsbahn (Reibbeiwert unter 0,5), die etwa der Griffigkeit von Asphalt im Kreuzungsbereich entspricht, benötigt bereits der beste Reifen, der Uniroyal, ewig lange 81,1 Meter, um aus 100 km/h bis zum Stillstand zu verzögern. Derselbe Wagen steht jedoch mit dem BF Goodrich erst nach 100,6 Metern und mit dem GT Radial sogar erst nach 103 Metern. Das entspricht jeweils einer Restgeschwindigkeit von rund 45 km/h.

Auch die Aquaplaning-Versuche bringen große Abweichungen ans Licht: Wo der Kia mit den Uniroyal-Pneus noch sicher seine Bahn zieht, schwimmt der Testwagen mit den Reifen von BF Goodrich, GT Radial und Michelin bereits auf. Die subjektiven Fahreindrücke bescheinigen in erster Linie dem Matador und dem Uniroyal einen ordentlichen Nass-Grip, während die übrigen Kandidaten sich - und den Fahrer - mit mehr oder weniger kleinen Problemen im Grenzbereich plagen.

Feld rückt zusammen

Bei gutem Wetter rückt die Leistung des Feldes dichter zusammen, einen wirklich schlechten Reifen gibt es nicht. Die möglichen Rundenzeiten und Slalom-Geschwindigkeiten bewegen sich durchweg auf einem einheitlich-niedrigen Niveau. Die Unterschiede im Komfort lassen sich zwar spüren und hören, sind aber auch nicht so massiv, dass sie als entscheidendes Kriterium in die Gesamtnote eingingen. Auch die Fahrsicherheit differiert nur in einem überschaubaren Rahmen.

Erst der Bremstest trennt die Wettbewerber voneinander: So heimst der Uniroyal mit 39,8 Meter Anhalteweg aus 100 km/h ganze 20 Zähler mehr ein als der Michelin, der erst nach 45,9 Metern steht - was einer Restgeschwindigkeit von 36,5 km/h entspricht.

Am Ende liegt der Uniroyal unangefochten an der Spitze. Er sammelt unter allen Bedingungen die meisten Punkte. Zweiter wird der Matador, der mit einem beachtlichen Nass-Grip aufwarten kann. Beide Marken gehören übrigens zur Conti-Gruppe. Dritter wird der Goodyear, der mit nasser Straße hadert und offroad viel Grip, aber zu wenig Präzision zeigt. Es folgen die Produkte aus dem Michelin-Konzern: der BF Goodrich, der seine Schwächen bei Nässe teilweise mit guter Offroad-Performance ausgleicht, sowie der Michelin, der mit schlappen Aquaplaning-Resultaten und einem langen Trockenbremsweg patzt. Letzter wird schließlich der aus Indonesien stammende GT Radial, der zwar billig zu haben ist, ansonsten aber nicht überzeugt. Martin Urbanke

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