General Motors: Zündschloss-Rückruf 2014 wird ausgeweitet Rückruf-Erweiterung

31.03.2014

Bisher betraf der GM-Rückruf wegen defekter Zündschlösser nur Modelle aus den Jahren 2003 bis 2007, nun müssen auch bis 2011 gebaute Autos der diversen GM-Marken in die Werkstatt

Die Zahl der zurückgerufenen Autos steigt weltweit um fast eine Million auf 2,6 Millionen Einheiten. Nach den Modelljahren 2003 bis 2007 werden nun auch alle jüngeren Fahrzeuge der gleichen Typen in die Werkstätten gebeten. Bei den Autos von 2008 bis 2011 wurde zwar ein verbessertes Zündschloss verbaut, doch fürchtet die Opel-Mutter, dass alte Teile bei Reparaturen verwendet worden sind.

 

General Motors: Zündschloss-Rückruf 2014 wird ausgeweitet

Etwa 95.000 Zündschlösser seien an Händler und Werkstätten verkauft worden, teilte das Unternehmen am späten Freitag (Ortszeit) in Detroit mit. Es sei nicht möglich, den Verbleib aller Bauteile nachzuvollziehen. Deshalb habe man sich zu einem Rückruf aller Wagen entschlossen. «In Sicherheitsfragen gehen wir kein Risiko ein», sagte Konzernchefin Mary Barra. «Vorsichtshalber rufen wir deshalb auch die restlichen Modelljahre zurück.»

Kurz nach Barras Amtsantritt hatte GM im Februar die ersten Wagen zurückbeordert, schloss aber schon bald darauf weitere Wagen ein. Nun, nach einem Monat, ist der Rückruf drei Mal so groß. Die meisten betroffenen Autos sind Chevrolets, Pontiacs und Saturns, die in den USA verkauft wurden. Aber auch verwandte Opel GT Roadster brauchen neue Zündschlösser. GM teilte zunächst nicht mit, wie viele Opel nach dem neuerlichen Rückruf insgesamt betroffen sind. Zuvor waren es 2300 in ganz Europa.

GM muss sich den Vorwurf anhören, das Problem ein Jahrzehnt lang ignoriert zu haben, nachdem die Zündschlösser schon in der Entwicklung nicht richtig funktionierten. Es kann passieren, dass der Zündschlüssel von selbst in die Aus-Position zurückspringt, vor allem wenn schwere Dinge am Schlüsselbund hängen. Das schaltet neben dem Motor auch Servolenkung, Bremskraftverstärker und Airbags ab. Das Unternehmen selbst geht von zwölf Todesfällen bei Unfällen aus, Verbraucherschützer kommen auf weit höhere Zahlen.

GM müht sich, ein Image-Desaster wie beim millionenfachen Toyota-Rückruf 2009/2010 zu vermeiden. Mehrfach wandte sich Barra an die Öffentlichkeit. In dieser Woche muss sie gleich zwei Mal vor Ausschüssen des US-Kongresses Rede und Antwort stehen. Es laufen mehrere Klagen von Unfallopfern und Autobesitzern, die den Wert ihrer Wagen geschmälert sehen. Anwälte forderten dabei auch den Rückruf der neueren Typen.

GM hatte zwischendurch die Konstruktion der Zündschlösser verbessert. Das Fachmagazin «Automotive News» hatte unter Berufung auf einen früheren GM-Ingenieur berichtet, dass der Autobauer den «Kardinalfehler» begangen habe, dem neuen Bauteil keine neue Teilenummer zu geben. Deswegen sei es nicht möglich, die Typen von außen zu unterscheiden. Mit den neueren Wagen seien keine tödlichen Unfälle bekannt, erklärte der Konzern.

AUTO ZEITUNG

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