Geländereifen 235/60 R 18

15.12.2008

Sneakers statt Stollensohlen: Moderne SUV verlangen nach Pneus, die Komfort, Dynamik und Sicherheit unter einen Hut bringen – ohne dabei Traktion und Haltbarkeit zu vernachlässigen. Sieben Offroad-Sommerreifen der Größe 235/60 R 18 im Praxistest

Bislang galt dieses 235er-Format als exotisch. Neben dem Mitsubishi Pajero Sport rollten der Opel Frontera sowie der Hyundai Santa Fe der ersten Serie auf diesen Pneus. Mittlerweile gewinnt die Größe jedoch zusehends an Bedeutung: Audi Q7, Porsche Cayenne und VW Touareg setzen ebenso auf die 18-Zöller wie Land Rover, Mazda und Volvo.

Sämtliche Versionen des XC90 zum Beispiel verwenden diese Reifen, die Komfort, Sicherheit, hohe Traglasten, Geschwindigkeiten von weit über 200 km/h und ein Optimum an Traktion im Offroad-Einsatz unter einen Hut bringen sollen. Welcher Gummi diesen Anforderungen am besten gerecht wird, klärt unser Test.

Betrachtet man die technischen Daten, fällt auf, dass der Michelin und der Dunlop weder ein XL-Logo (extra hohe Traglast) noch den Reinforced-Schriftzug (verstärkte Reifenkonstruktion) tragen.

Das schränkt ihre Verfügbarkeit bei schwergewichtigen SUV ein. Michelin, Nokian und Pirelli lassen es zudem bei 240 km/h Topspeed (V) bewenden, die übrigen Pneus verkraften sogar Tempo 270 (W).

Außerdem erkennt man bereits im Stand, dass der Dunlop und der Goodyear Ableger der gleichnamigen Pkw-Reifen sind, während die übrigen Profile eigens für den Einsatz als SUV-Pneus entwickelt wurden. Das muss jedoch nicht viel bedeuten, wie die Ergebnisse der Offroad-Tests belegen.

Der optisch rustikalste Reifen, der Yokohama Advan S.T., erzielt insgesamt die wenigsten Punkte. Seiner hohen Zugkraft auf feuchtem Gras steht wenig Vortrieb auf sandigem Boden gegenüber, und auf flotten Pistenetappen bietet er die geringsten Sicherheitsreserven.

Der Goodyear Eagle F1 hingegen entspricht optisch bis aufs kleinste Detail dem Sportwagen-Pneu GS-D3, bremst auf losem Schotter aber am besten.

Und der Dunlop - gleichfalls eine exakte Kopie der Straßenversion - erreicht die schnellste Rundenzeit auf dem Pisten-Parcours und hat auf Sand die höchste Zugkraft.

Einigkeit im Schlamm

Dennoch: Als Traktor-Reifen haben alle Probanden nur ein bescheidenes Talent. Die Zugkraft auf Schotter liegt beim gesamten Testfeld beinahe auf einem Niveau, und im Schlamm lassen sich gar keine signifikanten Unterschiede mehr erkennen. Dank Allrad und Regelelektronik wühlt sich der XC90 brav durch das Gelände, doch die Zugkraft entspricht jeweils rund 2750 N - unabhängig vom montierten Profil. Diese Gummis sind nun mal für den Straßengebrauch optimiert - die einen besser, die anderen schlechter.

Achtung: Aquaplaning

Zu den Guten zählt der Cross Contact UHP von Continental: Bei regennassen Bedingungen erlaubt er sich keine Schwächen und vermittelt dem Fahrer ein beruhigend sicheres Gefühl, das von den Messwerten durchweg bestätigt wird. Noch präziser und sicherer fährt sich der große Volvo bei nasser Straße mit dem brandneuen Pirelli-Profil.

Der Scorpion Zero Asimmetrico hätte das Zeug zum Referenz-Reifen, doch er patzt im Kurven-Aquaplaning. Hier muss er sich der gesamten Konkurrenz beugen. Ein schwacher Trost: Dieses Phänomen tritt im realen Verkehrsgeschehen eher selten auf. Die laufrichtungsgebundenen Profile von Dunlop und Goodyear brillieren im Aquaplaning-Becken erwartungsgemäß und bilden zusammen mit dem Nokian bei Nässe das Mittelfeld.

Der Michelin baut schlicht zu wenig Grip auf. Mit ihm schiebt der XC90 zu früh und zu stark über die Vorderachse, während andere Reifen in derselben Situation noch sicher greifen. Der Yokohama landet am Schluss des Feldes: Er hat auf feuchtem Asphalt sichtlich Mühe, mit den Rivalen Schritt zu halten.

Trotz der nicht abschaltbaren Fahrdynamikregelung des gutmütigen Volvo erfordert er am Limit das meiste Fahrkönnen vom Steuermann, schwimmt bei Geradeausfahrt als erster auf und verzögert am schlechtesten. Wo der XC90 auf den Pirelli-Pneus bereits steht, rauscht der Testwagen mit den Yokohama-Pellen noch mit über 30 km/h Restgeschwindigkeit vorbei - oder kracht ins Stauende.

Ruppige Regeleingriffe

Bei trockenen Bedingungen liefert der Advan ein wesentlich besseres Ergebnis, liegt aber dennoch an vorletzter Position. Der Nokian heimst drei Zähler weniger ein und hat in dieser Kategorie das Nachsehen. Beide Pneus können nicht so harmonisch mit der Fahrdynamikregelung von Volvo (DSTC) kooperieren wie die übrigen Kandidaten. Erneut liegen der Dunlop, der Michelin und der Goodyear dicht zusammen.

Dabei hinterlässt der 4x4 Diamaris einen sehr guten Eindruck, den er jedoch mit dem längsten Trocken-Bremsweg verspielt. Und seinen geschmeidigen Federungseigenschaften wiederum steht das lauteste Abrollgeräusch gegenüber.

FAZIT: Conti und Pirelli landen an der Spitze

Die Spitze markieren einmal mehr der Conti und der Pirelli. Die Entwickler des Cross Contact UHP erzielen die besten Verzögerungswerte und opfern das letzte Quäntchen Fahrdynamik einem jederzeit gutmütigen Fahrverhalten. Der eindeutig untersteuernd ausgelegte Conti ist zwar nicht der schnellste, aber dafür stets sehr sicher.

Dass es noch besser geht, demonstriert der Pirelli Scorpion Zero Asimmetrico, der sportliche Performance mit einem spielerisch leicht zu kontrollierendem Eigenlenkverhalten kombiniert. Er verfügt über das höchste Maß aktiver Sicherheit, ohne vom Fahrer ein besonderes Talent zu verlangen.

Am Ende sind die Pneus von Pirelli und Conti die Gewinner. Dunlop und Goodyear zeigen sich als gelungene SUV-Adaptionen bewährter Straßenreifen. Der Michelin hadert mit Nässe, der Nokian und der Yokohama haben uns nicht überzeugt.
Martin Urbanke

» Die Gewinner & Verlierer des Geländereifen-Tests

Die getesteten Reifen passen für


  • Audi Q7

  • Hyundai Santa Fe

  • Land Rover Freelander 2

  • Opel Frontera/Campo

  • Mazda CX 7/Tribute

  • Mitsubishi Pajero Sport / L 200

  • Nissan Murano/Terrano II

  • Porsche Cayenne

  • VW Touareg


VOLLER EINSATZ

So testen wir

Von außen betrachtet sind alle Reifen schwarz und rund. Um die zum Teil eklatanten Unterschiede verlässlich zu ermitteln, ist ein gewaltiger Test-Aufwand nötig: Insgesamt drei Wochen lang absolvierten wir darum Runde um Runde auf dem Continental-Prüfgelände in der Nähe von Hannover sowie auf dem ehemaligen General Tire-Testareal in Uvalde, Texas.

Nur dort, auf abgesperrten Strecken mit hohen Sicherheitsreserven, künstlicher Beregnung und reproduzierbaren Bedingungen, lassen sich Resultate erzielen, die nicht auf zufälligen Ergebnissen basieren, sondern eine profunde Beurteilung der Fähigkeiten des jeweiligen Profils gestatten - und zwar sowohl auf der Straße als auch auf Gras, Sand, Schlamm und Schotter.

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