Ratgeber Führerschein: Geblitzt, was tun?

Bei höheren Tempo-Überschreitungen: Anwalt nehmen. Denn die Geschwindigkeitsmessung und das Foto müssen formell einwandfrei sein

Geblitzt, was tun?

Werden Sie nach dem Blitzen nicht angehalten und sind der Halter des Autos, bekommen Sie bald einen Anhörungsbogen. Nun den Anwalt einschalten: Dieser kann prüfen, ob die Messung einwandfrei, das Messgerät geeicht war usw.

Bis dahin vom Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch machen. Ist das Auto nicht auf den Fahrer zugelassen, bekommt der Halter die Post. Er darf die Nennung des Fahrers verweigern, wenn es sich um einen Angehörigen handelt, sonst nicht. Lässt sich wegen der schlechten Fotoqualität oder anhand des eigenen Terminkalenders nicht feststellen, wer zur fraglichen Zeit das Auto gefahren hat, kann kein Bußgeldbescheid oder Strafbefehl gegen den Halter ergehen.

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Legt dieser dann Rechtsmittel gegen seine Bestrafung ein, muss der Staatsanwalt das Gericht überzeugen, dass der Adressat des Bußgeldbescheids oder des Strafbefehls auch tatsächlich der Fahrer war. Kann der nicht ermittelt werden, darf die Verwaltungsbehörde den Halter jedoch dazu verpflichten, ein Fahrtenbuch zu führen.

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Mehr Fehler können Sie machen, wenn Sie direkt nach dem geblitzt worden sind angehalten werden. Den Beamten vor Ort sollten Sie nur die eigenen Personalien angeben. Denn auch hier besteht ein Aussageverweigerungsrecht. Da die meisten Autofahrer in dieser Situation besonders aufgeregt sind, ist es sinnvoll, sich nicht zu äußern - bei Nachfragen der Polizisten auf den eigenen Gemütszustand hinweisen und nicht antworten. Das kann später in aller Ruhe nach dem Überschlafen des Ereignisses schriftlich geschehen. Dann kann auch der Anwalt bei der Formulierung der Stellungnahme helfen.

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