Fünf Opel-Coupés aus drei Jahrzehnten: GT bis Calibra Vier gratulieren: 40 Jahre Opel GT

26.03.2008

Der Opel GT feiert 40-jähriges Jubiläum. Die Volkscoupés Manta, Calibra und Tigra gratulieren. Ausfahrt und Vergleich: Welches der bürgerlichen Coupés ist das coolste?

Inzwischen ist Coupé ein häufig genutzter Begriff. Es gibt viertürige Coupés, Sports Activity Coupés und Zweitürer mit coupéhafter Anmutung. In den 70er-Jahren gab es da viel weniger Auswahl. Der Autokäufer hatte in der Mittelklasse die Wahl zwischen Limousinen mit vier oder zwei Türen. Kombis waren eher etwas für Gewerbetreibende, Sport Utility Vehicles (SUV) waren noch nicht erfunden und Cabrios rar gesät. Und dann gab es noch Coupés. Das französische Wort für abgeschnitten stammt aus dem Kutschenbau und bezeichnet eine vierrädrige Kutsche mit zwei Sitzplätzen. Doch zurück zum Automobilbau. Hier sind zwei Türen und eine fließende Dachlinie unbedingte Voraussetzung für ein echtes Coupé.

Ab 1970 gab es für alle, die Platz für Familie oder Freunde brauchten, eine Alternative zum scharf aussehenden, aber engen Opel GT oder zum Ford Capri. Denn in diesem Jahr brachten die Rüsselsheimer den Manta auf den Markt. Die Technik stammte vom Ascona A - der erst ein Jahr später auf den Markt kam - und den Namen lieh sich Opel von einem Stachelrochen aus. Neu war die Idee eines schnittigen Coupés mit Großserien-Technik nicht. Ford hatte 1968 die Ponycar-Idee aus den USA für Europa angepasst.

» Opel GT - zur Bildergalerie

Das Rezept war einfach: lange Schnauze, flache Scheiben und ein kurzes Heck - die klassischen Insignien sportlicher Autos eben. Unter den langen, vorn angeschlagenen Hauben von GT und Manta A arbeiteten Vierzylindermotoren mit 1,1 bis 1,9 Liter Hubraum und 60 bis 105 PS. Mit dem kleinsten Motor, einer 60-PS-Maschine aus dem Kadett, erreichte der schwächste Manta 145 km/h. Damit war der Opel mit der rasanten Optik keine Rakete, doch um einen Käfer zu vernaschen, genügte es. Individueller als der Rest war der Manta-Pilot sowieso.

Die Coupés waren bezahlbar und wurden zum Erfolg: Allein der Manta A verkaufte sich in fünf Jahren exakt 498.553 Mal. Noch ein paar Exemplare mehr - genau 557.940 - baute Opel vom Nachfolger Manta B. Dieser brauchte allerdings mit 13 Jahren fast die dreifache Bauzeit (von 1975 bis 1988), um seinen Vorgänger in den Verkaufszahlen zu übertreffen. Dagegen sehen 103.463 GT, die zwischen 1968 und 1973 vom Bochumer Opel-Band rollten, beinahe bescheiden aus.

» Opel Manta A 1900 Berlinetta - zur Bildergalerie

Doch abgesehen vom Erfolg, welches der Opel-Coupés macht heute noch am meisten Spaß? Und steckt noch ein Stück GT im Tigra oder ein Stück Manta im Calibra? Fragen, die nur auf der Straße erfahren werden können. Eine Spurensuche mit GT 1900, Manta A 1900 Berlinetta, Manta B GSi, Calibra 16V 4x4 und Tigra.

Schon beim Einsteigen offenbaren sich die Unterschiede. Klein und zierlich steht der 1,58 Meter schmale und 1,22 Meter flache, rallyerote GT auf der Straße. Dennoch gelingt das Einsteigen leicht. Man schlüpft einfach hinein, ertastet mit den Füßen die kleinen Pedale, die Hände fallen wie von selbst auf das dünne Dreispeichen-Lenkrad mit Holzkranz und den kurzen Schaltknüppel. Mit einem zierlichen Schlüssel, der heute maximal einen Briefkasten öffnen dürfte, und etwas Gas startet der längs eingebaute Vierzylinder aus dem Rekord. Losfahren gelingt mit dem drehmomentstarken Motor und der gut dosierbaren Kupplung unspektakulär. Kupplung, Gas, Bremse: Alles geht schwerer, als es bei neuen Autos üblich ist. Die Lenkung kommt ohne Servounterstützung aus, was trotz 940 Kilo Leergewicht 165er-Reifen kräftiges Zupacken verlangt.

Im Vergleich zum engen GT bietet der 13 Zentimeter höhere Manta A innen beinahe Limousinenkomfort. Der Fahrersitz ist deutlich höher montiert und eigentlich überhaupt nicht konturiert. Die Aussicht ähnelt dank schmaler Dachsäulen der eines Pavillons und alles funktioniert mit weniger Anstrengung - um den Preis langer Wege. Zum Glück ist der Motor ausreichend elastisch, denn der lange Schaltstock vereitelt schnelle Bedienung mit langen Wegen, die vier Gänge verstecken sich recht erfolgreich im Ungefähren. Beim GT braucht es zwar auch Gespür für die herrlich rastende Mechanik, doch die kurzen Wege finden sich aus dem Handgelenk. Wendig ist der Manta A mit seiner leichtgängigen Lenkung allemal. Kein Wunder, hat sein Radstand (2,43 Meter) doch GT-Maß. Die 18 Zentimeter längere Karosserie verteilt sich auf die Überhänge vorn und hinten.

Während der GT gut für das Vergnügen zwischendurch geeignet ist und mit seiner direkten Art einfach Spaß macht, empfiehlt sich der Manta für längere Strecken auf weit geschwungenen Straßen - die Autobahn scheint angesichts der kurz übersetzten vier Gänge heute nicht mehr das ideale Revier zu sein. Ein großer Kofferraum und der passable Komfort machen lange Touren möglich.

Für die wäre aufgrund seiner Jugend und seines kräftigen Sechzehnventil-Motors der Calibra am besten geeignet. Mit unserem solargelben 4x4-Coupé dürfte es ruhig auch schlechtes Wetter geben. Denn das Vorankommen sichert der permanente Allradantrieb - gegenüber den Hecktrieblern GT und Manta ein netter Sicherheitsvorteil. Die meisten Käufer bestellten ihr Coupé jedoch mit Frontantrieb, was angesichts des damaligen Aufpreises von knapp 5000 Mark niemanden wundern dürfte. Auf trockener Straße jedenfalls macht sich der Allradantrieb vor allem in der etwas störrischen Lenkung bemerkbar.

» Opel Calibra 4x4 2.0i 16V - zur Bildergalerie

Die Technik des damaligen Aerodynamik-Weltmeisters stammt vom Vectra, damit steht der Calibra eindeutig in der Tradition der beiden Manta. Doch vielleicht ist die Erinnerung an die Opel der Neunziger-Jahre noch zu jung - Lenkrad, Schalthebel, Armaturen sind immer ein wenig zu sehr Vectra, die tiefe Sitzposition ist nur ein schwacher Trost. Immerhin federt der Viersitzer anständig und der Motor legt kernige Töne über das typische Opel-Nuscheln. Doch dann erinnert der Blick auf den schwarzen Tacho mit den weißen Zeigern doch wieder an irgendeinen 75-PS-Astra.

Das mit den weißen Zeigern kann im Tigra jedenfalls nicht passieren. Denn die sind orangefarben, die Tachoskalierung ist ähnlich wie bei Saab im ober

Tags:

Wirkaufendeinauto

Auto bewerten & verkaufen!

Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.