Wirtschaft: Ford mit der Weltauto-Stategie auf der Erfolgsspur Ford - die tun was

19.07.2014

Der US-Konzern ist zurück auf der Erfolgsspur. Seine Weltauto-Strategie geht bisher auf. Auch in Europa will Ford die Wende bis 2015 schaffen

Die amerikanischen Autokonzerne haben in den letzten Jahren wiederholt für Schlagzeilen gesorgt: General Motors mit dem Auf und Ab bei Opel sowie dem Rückzug von Chevrolet aus Europa, Chrysler mit der Pleite und der überraschenden Ehe mit Fiat. Nur um Ford, den zweitgrößten US-Autobauer, blieb es seltsam ruhig. Dabei hat der stille Amerikaner in den letzten Jahren Großes gewagt.

 

Wirtschaft: Ford legt in vielen großen Märkten zu

Während VW, Toyota oder Hyundai für einzelne Märkte spezielle Autos entwickeln, setzt Ford weltweit auf eine einzige Modellpalette. „One Ford“ heißt die dahinter liegende Strategie von Ford-Präsident Alan Mulally. Der ehemalige Boeing-Manager stoppte die zahlreichen Parallelentwicklungen in Europa und den USA und reduzierte die verwirrende Vielfalt von Motoren und Plattformen. Der Focus war 2011 das erste Modell, das auf allen Märkten angeboten wurde, später folgten Fiesta und Kuga. Ausnahmen gibt es nur wenige, so die ausschließlich für Nordamerika produzierten Pick-ups der F-Serie.

Und tatsächlich: Mit der „One Ford“-Strategie kehrte der Konzern auf die Erfolgsspur zurück. Verbuchte Ford 2006 noch einen schweren Verlust von 12,7 Milliarden US-Dollar, stand 2013 ein Gewinn von 8,6 Milliarden in den Büchern. In diesem Frühjahr konnte Ford das 19. positive Quartalsergebnis in Folge feiern. Nach viele Entlassungen und schmerzhaften Einschnitten stellen die Amerikaner sogar wieder Mitarbeiter ein: 11.000 neue Jobs sollen 2014 weltweit geschaffen werden.

Kein Wunder, die neuen einheitlichen Produkte finden weltweit Absatz. 2013 verkaufte Ford 6,33 Millionen Autos – 11,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Vor allem in China läuft es für die Amerikaner: Der in Europa konzipierte Ford Focus entwickelte sich in kurzer Zeit zum Bestseller und rangiert aktuell hinter dem VW Lavida auf Platz zwei.

Der Kompaktwagen ist auch ein gutes Beispiel dafür, wie Ford seine Produkte an die Eigenarten der einzelnen Märkte anpasst: Während es den Focus nur in Europa auch als Kombi gibt, fährt er in China und den USA als Stufenheckmodell vor. So konnte Ford seine Verkäufe im Reich der Mitte 2013 um beeindruckende 49,3 Prozent auf 936.000 Fahrzeuge steigern. Auch im Heimatmarkt USA läuft es für den Konzern: Fast 2,5 Millionen Auslieferungen bedeuten ein Plus von 10,8 Prozent und die deutliche Marktführerschaft.

Nur in Europa läuft es noch nicht rund für Ford. 903.000 Verkäufe bedeuten ein Minus von 3,6 Prozent. Immerhin konnte Ford-Europa-Präsident Stephen Odell die Verluste in der Alten Welt im ersten Quartal 2014 auf 194 Millionen US-Dollar senken – im Vorjahreszeitraum lag das Minus noch bei 425 Millionen. Doch da- mit ist der Brite nicht zufrieden: „Unser Trend zeigt nach oben. Wir wollen nicht mehr der Teil von Ford sein, der auf Unterstützung von außen angewiesen ist.“

Trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds und der starken Wettbewerber steht Ford weiter zu Europa: So verlängerte der Konzern die Produktion des Fiesta in Köln bis mindestens 2021. Auch Focus und C-MAX werden bis dahin im Werk in Saarlouis gebaut. „Wir sehen uns auch als deutschen Hersteller“, so Odell.

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In den nächsten Jahren will der Manager in Europa weiter Gas geben: „Es kommen eine Menge spannender Produkte.“ Den Anfang macht das Mini-SUV EcoSport, das in Brasilien entwickelt wurde und im indischen Chennai für Europa vom Band läuft. Qualitätsbedenken hat Odell keine: „Wir haben bei Ford Standardprozesse definiert, nach denen auf der ganzen Welt entwickelt, kommuniziert und produziert wird.“ Dann folgt die lang erwartete fünfte Generation des Mondeo, der auf der US-Limousine Fusion basiert und im spanischen Valencia gefertigt wird. Im Gegensatz zur amerikanischen Ausführung wird es den Mondeo in Europa auch als Kombivariante geben.

„MIT NEUEN SPANNENDEN PRODUKTEN WOLLEN WIR 2015 IN EUROPA WIEDER PROFITABEL WERDEN“
STEPHEN T. ODELL, PRÄSIDENT FORD EUROPA

Den emotionalen Höhepunkt der Ford-Neuheiten stellt die sechste Generation des Mustang dar, die im Frühjahr 2015 erstmals offiziell in Europa starten wird. „Mit dieser Ikone haben wir die Chance, unseren Markenwert zu steigern. Immerhin konnten wir die ersten 500 Exemplare in 30 Sekunden verkaufen, ohne dass der Preis bekannt war“, so Odell.

Der Mustang spielt auch eine wichtige Rolle bei der künftigen Händlerorganisation von Ford. Odell möchte seine Marke in Vertrieb und Service neu aufstellen. Dafür werden ausgewählte Händler zu „Ford Stores“ aufgerüstet, rund 500 in Europa und 60 bis 90 in Deutschland. Jeder Betrieb kann sich bewerben, muss aber bestimmte Standards erfüllen, etwa einen exklusiven Ford-Verkaufsraum. „Damit möchten wir die Faszination Ford stärken und die Marke für den Kunden erlebbarer machen“, so Odell. Ausschließlich diese neuen Leuchttürme der Marke Ford dürfen den Mustang verkaufen.

Gleichzeitig will Ford ein weiteres Problem im Handel angehen: Aktuell werden die Neu- wagen der Amerikaner im Internet mit hohen Rabatten von über 30 Prozent gehandelt. Ford- Händler bieten ihre Autos dort anonym an, um sie außerhalb ihres Einzugsgebiets zu verkaufen. Zwar leiden auch andere Marken unter der Rabattspirale, doch Ford ist davon besonders stark betroffen. Daher wollen die Amerikaner im Rahmen der Neugestaltung ihres Margensystems einen sogenannten Präsenzhandelsbonus einführen.

Will der Händler die drei Prozent kassieren, muss er seine Angebote mit Namen ins Internet stellen und auch vor Ort offerieren. Händler anderer Marken begrüßen diesen Vorstoß von Ford ebenfalls. Zumindest in der Branche wird ganz genau beobachtet, was der stille Amerikaner so treibt.

Problem: Zu hohe Rabatte
Ford zählt in Deutschland zu den Marken mit den höchsten Nachlässen. Das gefährdet nicht nur die Händler-Margen, sondern auch die Restwerte

Ford C-Max: 33,2%

Ford Focus: 32,8%

Ford Fiesta: 30,0%

Ford Kuga: 27,8%

Markus Bach

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