Ford, Opel, Chevrolet: Neuheiten bis 2013 Drei Mal Neues

22.08.2011
Inhalt
  1. Opel aktuell die Nummer Eins der drei Kontrahenten
  2. Chevrolet Mailbu für über 100 Märkte
  3. Ford: Kommt der Capri-Nachfolger?

Chevrolet, Ford, Opel: Drei Marken mit US-Wurzeln kämpfen in Europa um die bürgerliche Mitte. Was planen sie für die Zukunft?

Vor gut zwei Jahren noch herrschte in der Autowelt kollektives Heulen und Zähneklappern. Düstere Pronnosen kündeten von erodierenden Verkaufszahlen, vom folgenden Händlersterben und von Interessenten, die niemals mehr Käufer würden, weil sie ihr Geld zusammenhielten. Dann kam die Abwrackprämie, und zumindest die Hersteller kleiner Modelle waren aus dem Schneider. Ford und Opel haben vom staatlich prämierten Autowegwerfen besonders profitiert. Und noch ein weiterer amerikanisch geprägter Hersteller machte Boden gut: Chevrolet. Die größte Marke von General Motors und weltweite Nummer vier hat Europa im Visier.

 

Opel aktuell die Nummer Eins der drei Kontrahenten

Chevrolet, Ford, Opel: Im direkten Vergleich ist Opel – seit 82 Jahren Teil von GM – aktuell die Nummer eins der drei Kontrahenten in Deutschland. Im ersten Halbjahr wurden hierzulande 130.779 neue Opel-Pkw zugelassen. Das entspricht einem Marktanteil von 8,1 Prozent. Ford kam im selben Zeitraum auf 117.544 Verkäufe (Marktanteil: 7,2 Prozent). In vergleichsweise kleinen Scharen rollen die Chevrolet durchs Land. Exakt 14.791 Exemplare gelangten bis Jahresmitte in Kundenhand (Marktanteil: 0,9 Prozent). Über die Hälfte aller Verkäufe entfiel dabei auf das wenig margenträchtige City-Mobil Spark.

Unterschätzen sollte man die global operierende GM-Marke keinesfalls. Im Vorjahresvergleich hat sie in Deutschland um 23 Prozent zugelegt. Zudem führt Chevrolet nicht weniger als sieben neuen Modelle in diesem Jahr ein. Darunter die fünftürige Version des Chevrolet Cruze, den Familienvan Orlando, den 432 PS starken V8-Volkssportler Camaro und das extrem sparsame Elektromobil Volt.

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Mehr noch: Im fernen Detroit reifen Pläne, um die Marke auch in Europa endgültig zum Allrounder auszubauen. In der zweiten Jahreshälfte 2012 wird dem Kompaktmodell Cruze, das wie der Opel Astra auf der GM-Plattform „Global Delta“ basiert, eine Kombiversion zur Seite gestellt. Die Motoren (124 bis 163 PS) entsprechen denen der Limousine. Im Unterschied zum Opel Astra und dem neuen Zafira verfügen die Global Delta-Ableger Cruze und Orlando jedoch nicht über ein die Sturzsteifigkeit und die Querstabilität verbesserndes Wattgestänge an der Hinterachse.

 

Chevrolet Mailbu für über 100 Märkte

Ebenfalls im Spätsommer 2012 wird in Gestalt des Malibu eine attraktiv gezeichnete Mittelklasselimousine folgen. Insgesamt stehen für den neuen, in fast 100 Ländern erhältlichen Malibu zehn verschiedene Antriebe mit vier und sechs Zylindern zur Wahl, darunter auch Diesel- und Autogas-Varianten. Welche davon den Weg nach Deutschland finden werden, ist derzeit noch offen. Technisch basiert der Malibu auf der GM-Epsilon-Plattform (Opel Insignia, Buick Regal, Buick LaCrosse).

Voraussichtlich Ende 2013 folgt dann ein direkter Angriff auf den VW Amarok. Detroit hat die Wolfsburger Pick-up-Aktivitäten verfolgt und will mit dem neuen Colorado sein millionenfach erprobtes Knowhow in diesem Segment beweisen. Der uramerikanische Pritschenwagen soll mit großer Bodenfreiheit, Allradantrieb und robuster Technik überzeugen. Neben vier- und sechszylindrigen Benzinern steht ein europatauglicher 2,8-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel im Plan, der gut 150 PS leisten könnte.

 

Ford: Kommt der Capri-Nachfolger?

Auch die Kollegen von Ford, die gerade erst den neuen Focus zu den Händlern schickten, drücken aufs Gas. Ein besonderer Knüller dürfte die Coupé-Version werden, der wir den legendären Arbeitstitel Capri geben. Zwar sind der dreitürige Focus und das Cabrio zum Modellwechsel offiziell gestrichen worden, doch ist es unwahrscheinlich, dass der neue Ford Europa-Chef Stephen Odell auf ein schnittiges Sport-Derivat seiner wichtigsten Baureihe verzichtet und dem Opel Astra GTC und dem VW Scirocco das Feld überlässt. Kraftvolle Benziner der neuen EcoBoost-Reihe (Direkteinspritzung und Turboaufladung) stehen bereit. Um den Anschluss nicht zu verlieren, müsste der Capri in spätestens zwei Jahren startklar sein.

Weitaus früher, nämlich im Sommer 2012, wird der neue, auf dem Fiesta basierende B-MAX erhältlich sein. Clou des 4,06 Meter kurzen Kompaktvans sind seine hinteren Schiebetüren und das Fehlen der mittleren Dachpfosten. Der Einstieg nach hinten ist somit barrierefrei möglich. Neu im Motorenprogramm ist ein 120 PS starker 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner. Das EcoBoost-Triebwerk verfügt über variable Ventilsteuerung (Ti-VCT) und wird ab Frühjahr 2012 auch im Fiesta angeboten.

Im Sommer startet der rein batterie-elektrisch angetriebene Focus Electric, der eine Spitze von 136 km/h erreichen soll. Ende desselben Jahres erneuert Ford den erfolgreichen, auf dem Focus basierenden Kuga, dessen Design die im Januar in Detroit gezeigte Studie Vertrek schon weitgehend vorwegnahm. Das mit Front- und Allradantrieb geplante, rund 4,5 Meter lange Kompakt-SUV wird – wie der Focus – mit den neuen EcoBoost-Benzinern und verbrauchsoptimierten 1,6- und 2,0-Liter-Turbodieseln (115 bis 163 PS) zu haben sein. Moderne Antriebs-Alternativen bietet auch der neue Mondeo, der auf der IAA im kommenden September als Studie präsentiert werden soll und ab Frühjahr 2013 zu den Händlern rollt. Neu: Eine Hybrid-Version ist fest geplant.

Während Chevrolet die Rolle der günstigen Einstiegsmarke übernimmt und von den Innovationen des Internationalen Technischen Entwicklungszentrums (ITEZ) bei Opel in Rüsselsheim profitiert, steht die Marke mit dem Blitz eine ganze Stufe höher in der GM-Produkthierarchie. Im Oktober wird die Astra-Reihe um die sportliche Coupé-Version GTC erweitert, die mit einer modifizierten Vorderachse – verkürzte Achsschenkel, reduzierte Spreizung – höhere Fahrdynamik und bessere Lenkpräzision bieten soll.

Der GTC wird zunächst mit fünf Motoren (100 bis 180 PS) zu Preisen ab 19.900 Euro angeboten. Im November folgt die dritte Generation des Zafira. Der Siebensitzer basiert erneut auf der weiterentwickelten Plattform des Astra. Da sich diese mit der weitreichend in Deutschland entwickelten Voltec-Technologie (Elektroantrieb mit Reichweitenverlängerung in Opel Ampera und Chevy Volt) kombinieren lässt, soll der Zafira später auch in einer entsprechenden Elektrovariante kommen. In jedem Fall ist er hoch variabel: Die frühere Sitzbank in Reihe zwei weicht drei klappbaren Einzelsitzen, die zudem um 210 Millimeter längs verschiebbar sind.

Bei Opel stecken weitere Zukunftsprojekte in der Pipeline: Ende 2012 wollen die Rüsselsheimer ein bereits auf der nächsten Corsa-Generation basierendes Klein-SUV vorstellen. Die zugrunde liegende GM-Plattform „Gamma II“ (Chevrolet Spark und Aveo) wurde von Anfang an auf Front- und Allradantrieb ausgelegt. Die Kraftverteilung bei der 4x4-Version erfolgt via Haldex-Kupplung. Statt mechanischer Sperren sollen elektronische Fahrhilfen wie die serienmäßige Traktionskontrolle für Vorankommen sorgen. Die Motorenpalette (95 bis 140 PS) entspricht weitgehend der des Meriva.

Ende 2013 startet der neue Antara. Er basiert auch künftig auf der kompakten GM-SUV-Plattform „Theta“, deren neueste Evolutionsstufe derzeit unter starker Opel-Beteilung in Korea entwickelt wird. Beim Antara werden bereits drei neue Motoren-Baureihen erhältlich sein, die Teil der laufenden Opel-Antriebsoffensive sind und in deren Verlauf bis Ende 2013 rund 80 Prozent aller Motoren erneuert werden.

Ein 1,6-Liter-Turbodiesel sowie 1,6- und 1,4-Liter-Turbobenziner mit Direkteinspritzung sind geplant. Mit dem ab Frühjahr 2013 erhältlichen, rund 3,5 Meter kurzen Citymodell (Projekt: Junior) bringt Opel einen ganz neuen Pfiffikus, dem Vertriebs- und Marketingvorstand Alain Visser eine große Karriere prophezeit. Clou: Ab 2014 soll der Mini auch mit einem voll-
elektrischen Antrieb kommen.  
Stefan Miete

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