Ford Mustang 2.3 EcoBoost im Fahrbericht Der gezähmte Wilde

16.07.2015

Ford bringt den neuen Mustang in zwei Versionen erstmals auch offiziell nach Deutschland. Ist das neue Ford Mustang 2.3 EcoBoost Cabriolet auch mit vier Zylindern ein echter Ami? Der Fahrbericht und das Soundvideo geben Aufschluss

Pony Cars heißen in den USA preisgünstige Sportwagen für junge Leute. Namensgeber ist der Mustang, mit dem Ford schon 1964 das Segment begründete. Gut 50 Jahre später kommt der Sportler jetzt erstmals offiziell nach Deutschland – bislang hatte Ford das Geschäft freien Importeuren überlassen. Ab sofort bieten ausgewählte Ford-Händler den Mustang als Fastback (Coupé) und Convertible (Cabriolet) mit vier (317 PS) oder acht Zylindern (421 PS) zu Preisen ab 37.000 Euro an. Der Einstiegspreis für die Frischluftvariante mit dem 2,3 Liter großen Vierzylinder-Turbo liegt bei 41.000 Euro.

 

Ford Mustang: Vierzylinder-Pony Car im Fahrbericht

Für einen offenen Sportwagen in dieser Leistungsklasse ist das ein fairer Kurs. Ein vom Platzangebot vergleichbares Audi A5 Cabrio kostet mit 225 PS gut 4000 Euro mehr. Und auch die serienmäßige Ausstattung des Ford kann sich sehen lassen. So verfügt der Ami bereits ab Werk über eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Ledersportsitze, Rückfahrkamera, Xenonscheinwerfer und rollt auf 19 Zoll großen Alurädern. Das schwarze Stoffverdeck öffnet und schließt elektrisch, muss aber per Hand ent- bzw. verriegelt werden.

Das Platzangebot für Fahrer und Beifahrer ist gut, die Sitze sind bequem und bieten ausreichend Seitenhalt. Die Rücksitzbank kann man für längere Zeit nur kleinen Kindern zumuten. Bei geschlossenem Verdeck ist in der zweiten Reihe die Kopffreiheit sogar größer als im Coupé mit seinem stärker nach hinten abfallenden Dach. Der kugelförmige Schaltgriff, das Pony auf dem Lederlenkrad – auch wer noch nie in einem Mustang saß, kommt sich vertraut vor.

Zumindest die Fans amerikanischer Filme, in denen der Ford immer wieder Hauptrollen übernimmt. Auf den ersten Blick sieht das Interieur recht wertig aus, bei genauerem Hinsehen und Fühlen stößt man jedoch auf zu viel Hartplastik und Schwächen im Finish. Bei der Bedienung ist der Mustang dank serienmäßigem SYNC 2 -Connectivity-System (Navi gegen Aufpreis) auf gutem Niveau unterwegs. Nach einem kurzen Druck auf den rot hinterlegten Startknopf erwacht der Vierzylinder. Kein tiefes Grollen, kein Erbeben der Karosserie – das moderne EcoBoost-Triebwerk mit Turbo und Benzindirekteinspritzung geht ohne großes Drama geschäftig seiner Arbeit nach.

Ford Mustang 2015 - Vierzylinder im Sound-Video

Erst bei hohen Drehzahlen wird der Motor giftig, und sein heiserer, metallischer Klang erinnert an den eines Fünfzylinders. Das macht Spaß, aber wer einmal den grandiosen Fünf-Liter-V8 im neuen Mustang bewegen durfte, wird sich mit dem Basis-Triebwerk nicht mehr zufrieden geben wollen. Allerdings trennen beide nach Ford-Angaben gut fünf Liter Mehrverbrauch und 5000 Euro – bei allerdings deutlich besserer Ausstattung des V8,  zum Beispiel mit einer Brembo-Bremsanlage. Kurven nimmt der heckgetriebene Mustang auch mit vier Zylindern sehr souverän und sicher – das bereitet Freude.

Dabei ist das in Europa serienmäßige Performancefahrwerk zwar straff, aber nicht unkomfortabel abgestimmt. Allerdings würde man sich auf unebenem Fahrbahnbelag eine etwas steifere Karosserie wünschen, obwohl laut Ford die Verwindungssteifigkeit im Vergleich zum Vorgängermodell um 28 Prozent erhöht wurde. Hier macht das Mustang Coupé mit seinem festen Dach einen deutlich besseren Eindruck als das Cabrio. Empfindliche Naturen werden zudem jenseits von 150 km/h die starken Luftverwirbelungen auch auf dem Fahrersitz stören. Zwar ist der Geradeauslauf des Cabrios bei hohem Tempo tadellos, doch beim gemütlichen Cruisen fühlt man sich besser.

Sie wollen wissen wie der erste Vierzylinder in einem Mustang klingt? Dann schauen Sie sich das Video an:

Unser Fazit

Das Mustang Cabriolet mit dem sparsamen Vierzylinder ist ein attraktives Angebot zu einem fairen Preis. Fans von US-Cars werden aber den bulligen V8 bevorzugen, der auch anderen sportlichen Fahrern viel Freude bereitet. Bei Bedienung und Connectivity ist der Mustang auf gutem Niveau unterwegs, die Verwindungsteifigkeit könnte jedoch besser sein.

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