Ford Mondeo Turnier 2015: Kombi als 1.5 EcoBoost im Fahrbericht Tradition verpflichtet

06.11.2014

Seit 1993 ist der Ford Mondeo Turnier eine feste Größe. Hier nun Generation vier als 1.5 EcoBoost im ersten Fahrbericht

Als sogenanntes Weltauto im Jahr 1993 geboren, durchlebte der Ford Mondeo bislang eine wechselvolle Geschichte. Weil nur wenige Dinge rund um den Globus den gleichen Anklang finden, wurde aus dem Mondeo in der zweiten (ab 2000) und besonders in der noch aktuellen dritten Generation (ab 2007) ein sehr europäisches Fahrzeug, zu spüren auch an den ausgewogenen Fahreigenschaften. Damit liegt die Messlatte für den Nachfolger schon recht hoch, zumal Mondeo Nummer vier nun kein echter Europäer mehr ist. Seine technische Basis und das Design sind im Grunde nicht ganz neu, denn die Kunden in den USA kennen unseren Mondeo bereits seit zwei Jahren unter dem Namen Ford Fusion.

 

Ford Mondeo Turnier: Fords neuer Kombi im Fahrbericht

Natürlich erfuhr der Fusion für seine Karriere auf dem europäischen Markt noch einige Änderungen, doch das ist nicht der einzige Grund für die Verspätung, die vor allem am Umzug der europäischen Produktion ins spanische Valencia liegt. Aber keine Sorge: Einen inaktuellen Eindruck hinterlässt Mondeo Nummer vier nun wirklich nicht. Die offensiv gestaltete Front mit großem Lufteinlass und den Betrachter fixierenden Voll-LED-Augen (1250 Euro) macht Eindruck, die gestreckte Flanke mit der exakt gezogenen, chromumrandeten Fensterlinie bringt Ruhe und Harmonie in die Mondeo-Form.

Mögen der als Lauflicht angelegte LED-Blinker und die grafischen Lichtelemente in den Heckleuchten noch als effektvolle Spielerei durchgehen, so punktet der neue Mondeo innen mit  traditionellen Werten. Wem das Raumangebot sowohl vorn als auch auf der Rückbank nicht ausreicht, der muss sich wohl eher auf dem Bus- oder Nutzfahrzeugsektor umschauen. Das reine Transportvolumen fällt beim Turnier allerdings nicht überragend aus, deckt aber nahezu alle Bedürfnisse ab: Ist man mit dem serienmäßigen Reifenreparaturset unterwegs, stehen 525 bis maximal 1630 Liter zur Verfügung. An den praktisch zeitgleich in den Markt startenden Erzrivalen VW Passat Variant (650 bis 1780 Liter) reicht der Ford somit nicht heran.

Dennoch outet sich der Turnier auf Anhieb als echter Praktiker, erleichtert  das Beladen mit seiner sehr niedrigen Ladekante und einem nach Umklappen der geteilten Rücksitzlehne ebenen Laderaumboden. Gegen Zuzahlung von 470 Euro öffnet und schließt die Heckklappe sogar elektrisch. In praktischer Hinsicht hält der Mondeo somit schon mal der Beurteilung durch die kritische Familie stand, zumal sich vorn wie hinten ausreichende Ablagemöglichkeiten für den allfälligen Kleinkram finden.

Ein neues Fahrzeugkonzept sollte aber noch einige wichtige Dinge mit sich bringen, Stichwort Sicherheits- und Assistenzsysteme. Hier repräsentiert der Ford einen recht hohen Standard, wenngleich Details wie City-Notbremsassistent, Spurhaltehilfe und die neuen Gurt-Airbags für die äußeren Fondpassagiere extra kosten. Eine dem ersten Eindruck nach gut funktionierende Verkehrsschilderkennung, einen Fernlicht- und  Spurhalteassistenten  sowie einen Müdigkeitswarner bringt die gehobene Titanium-Ausstattung bereits serienmäßig mit.

Den Fortschritt im Mondeo spürt man jedoch auf Anhieb am weiterentwickelten Bedien- und Multimediasystem. Als zentrales Element fungiert der je nach Lichteinfall mitunter nicht ganz blendfrei ablesbare Touchscreen für Navigation, Telefon, Entertainment und Klima. Die meisten Funktionen sind im Übrigen per Spracheingabe über das SYNC 2-System steuerbar, das nun auch ganze gesprochene Sätze versteht.

In der Praxis erlaubt SYNC 2 einen schnellen und unkomplizierten Zugriff auf einzelne Funktionen, komplexere  Eingaben wie komplette Navi-Adressen gelingen aber nicht ganz so einfach. Auch die Kopplung eines iPhones per Bluetooth klappte bei unserem Mondeo erst im zweiten Versuch – das behalten wir bei künftigen Testwagen im Auge. Bedenken, dass der Kölner als Weltauto nun nicht mehr den Geschmack der heimischen Kundschaft trifft, sind völlig unbegründet.

Noch besser als bisher wahrt der Ford eine tolle Balance zwischen präziser Rückmeldung, Agilität, Lenkpräzision und Federungskomfort, ohne dabei auf teure Tricks wie adaptive Dämpfer zurückgreifen zu müssen. Der neue 1,5-Liter-Turbo-EcoBoost-Vierzylinder lässt muntere 160 PS von der Leine, läuft nach dem Kaltstart zwar etwas rau, arbeitet sich aber geschmeidig und kraftvoll durch ein breites Drehzahlband.

Ab und an greift man gern zum exakt geführten Sechsgang-Schaltknauf, um den 1,4-Tonner auf Zug zu halten. Damit verdient sich der 1,5er EcoBoost schon mal eine Empfehlung, auch wenn der versprochene Normverbrauch von 5,9 l/100 km in der Praxis sicherlich um ein bis zwei Liter überschritten wird. Als Stufenhecklimousine startet der 1.5 EcoBoost bereits bei 27.150 Euro, der Fünftürer kostet 1050, der Turnier gar nur 1000 Euro mehr.

Der empfehlenswerte 2.0 Diesel startet mit 150 PS ab 29.950 Euro im breit gefächerten Programm, das sogar eine Benzin-Hybrid-Limousine (187 PS, 4,2 l/100 km, 34.950 Euro) umfasst. Ab Februar steht der Mondeo beim Händler, bestellen kann man jetzt schon.

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Unser Fazit

Rundum gelungener, geräumiger Kombi. Überzeugender 160-PS-Turbobenziner, ausgewogenes Fahrverhalten, Bedienbarkeit besser als beim Vorgänger, teils kratzempfindliches Interieur.

Jürgen Voigt

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