Ford Mondeo gegen Mercedes C180 Die nächste Runde

04.09.2007
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Über die guten Qualitäten des neuen Ford Mondeo mit Dieselmotor haben wir bereits berichtet. Jetzt muss sich die Zweiliter-Benzinvariante behaupten. Sie trifft auf den brandneuen Mercedes C 180 Kompressor. Welcher der beiden Kandidaten erhält den Sieger-Pokal?

In der Mittelklasse herrscht wieder Bewegung. Zu den wichtigsten deutschen Neuerscheinungen in diesem Jahr gehören der Ford Mondeo und die Mercedes C-Klasse. Der Kölner konnte bereits einige Vergleichstest-Siege bei der AUTO ZEITUNG (Ausgaben 11/2007 und 13/2007) einheimsen, bietet er doch viel Platz und fährt sich noch deutlich dynamischer als sein Vorgänger. Mehr Agilität reklamieren auch die Stuttgarter für die neue C-Klasse. Der Zuwachs bei den Abmessungen fiel dagegen relativ moderat aus. Gerade gestartet ist hier das Basismodell C 180 Kompressor, das mit einer Leistung von 156 PS um elf PS stärker ist als der Zweiliter-Benziner im Mondeo. Noch signifikanter sind die Unterschiede beim Preis: 25775 Euro kostet der Mondeo 2.0 – der Mercedes C 180 Kompressor ist gleich stolze 4213 Euro teurer.

 

Karosserie

Mit seiner üppigen Außenlänge von 4,84 Metern lässt der Mondeo der 26 Zentimeter kürzeren C-Klasse nicht die geringste Chance. Selbst die hohe Grundposition der Vordersitze wirkt sich nicht nachteilig aus. Im Mondeo herrscht – vorn wie hinten – die größte Bewegungsfreiheit. Und sein langer Radstand von 2,85 Metern sorgt für eine fürstliche Kniefreiheit im Fond. Zwar kommen im Mercedes keine Beklemmungen auf, doch fällt die Kopf- und Kniefreiheit deutlich knapper aus. Gerade in der zweiten Reihe stoßen Passagiere, die größer als 1,86 Meter sind, ans Dach. Genauso ernüchternd fällt die Bilanz beim Ladevolumen aus. Der Ford hat 550 Liter, während das Mercedes-Gepäckabteil nur 475 Liter bietet – da müssen zwei Reisetaschen zu Hause bleiben. Zudem gehört die asymmetrisch umklappbare Rückbank beim Ford zur Grundausrüstung, während Mercedes für die variable Durchlademöglichkeit 309 Euro extra verlangt. Qualitativ spielen Mondeo und C-Klasse mit gut verarbeiteten Materialien in einer Liga. Betrachtet man die Sicherheitsausstattungen, liegen sie unter anderem mit einem Fahrer-Knieairbag und aktiven Kopfstützen (vorn) ebenfalls auf gutem Niveau. Der Mercedes hat sogar eine Reifendruckkontrolle serienmäßig an Bord (Ford: 205 Euro) und kann für 399 Euro mit Seitenairbags hinten geordert werden. Der Ford hält mit integrierten Kindersitzen im Fond (280 Euro) sowie radargesteuertem Tempomaten mit Bremseneingriff (945 Euro) dagegen. Der Mercedes punktet mit dem Sicherheitssystem Presafe für 393 Euro, das bei einem drohenden Unfall vorsorglich die Gurte strafft, alle Fenster und das Schiebedach schließt und die Beifahrersitzlehne aufrecht stellt. Das alles kann aber am Ende den Kapitelsieg des geräumigen Ford nicht gefährden.

KarosserieMax. PunkteMercedes C 180 KompressorFord Mondeo 2.0
Raumangebot vorn1007482
Raumangebot hinten1006579
Übersichtlichkeit704232
Bedienung/ Funktion1008382
Kofferraumvolumen1003847
Variabilität1001530
Zuladung/ Anhängelast803639
Sicherheit15010596
Qualität/ Verarbeitung200178176
Kapitelbewertung1000636663

 

Fahrkomfort

Wird der sportliche Anspruch der beiden Testprobanden zu Lasten des Fahrkomforts erkauft? Diese wichtige Frage klärt unsere Fahrt über die mit allen erdenklichen Unebenheiten gespickten Marterstrecken. Das gegen Zuzahlung von 965 Euro erhältliche, adaptive IVDC-Fahrwerk (Interactive Vehicle Dynamics Control) im Mondeo passt sich mittels elektronischer Dämpferregelung blitzschnell den Fahrbahnbeschaffenheiten an. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, drei verschiedene Dämpfercharakteristiken per Knopfdruck vorzuwählen – wobei sich das Ansprechverhalten in der Komfort-Stellung kaum spürbar verbessert, sondern die Mondeo-Karosserie nur deutlicher nachschwingt. Da das Sport-Programm eher für den Einsatz auf topfebenem Asphalt geeignet ist, filtert der Mondeo im Normal-Modus das raue Relief schlechter Wegstrecken am besten. Einzig kurze Stöße reicht der Kölner an seine Insassen trocken weiter. Ausgewogener ist der Mercedes, der mit selektivem und hydromechanisch-adaptivem Stoßdämpfersystem serienmäßig ausgerüstet ist. Dabei ist dem Schwaben egal, ob er nun gerade nur mit dem Fahrer unterwegs ist oder mit maximaler Zuladung bewegt wird. Sein gutes Dämpfungsvermögen bleibt stets konstant. Auch sind seine Vordersitze bequemer. Das Ford-Mobiliar offeriert zwar mehr Seitenhalt, doch ist die hohe Sitzposition nicht jedermanns Sache. Gleiches gilt für die weicheren Polster. Dafür bietet der Mondeo in Reihe zwei mehr Komfort. Dem kleineren Mercedes fehlt es an genügend Schenkelauflage, doch verhilft ihm der überlegene Federungskomfort zum Etappensieg.

FahrkomfortMax. PunkteMercedes C 180 KompressorFord Mondeo 2.0
Sitzkomfort vorn15010095
Sitzkomfort hinten1006268
Ergonomie150123112
Innengeräusche503330
Geräuscheindruck1007474
Klimatisierung503940
Federung leer200143132
Federung beladen200143134
Kapitelbewertung1000717685

 

Motor und Getriebe

Gegen den aufgeladenen 1,8-Liter-Vierzylinder im Mercedes kann der Zweiliter-Duratec-Motor im Ford wenig ausrichten. Der Stuttgarter hat dank des Kompressors mehr Kraft – und das schon bei niedrigen Drehzahlen. Sein Lader setzt zunächst sanft, aber dann mit dem gewünschten Nachdruck ein – so fährt die C-Klasse dem Mondeo in den Beschleunigungsdisziplinen davon. Der Motor im Ford läuft zwar kultiviert und recht leise, unter 3000 Touren wirkt der 145 PS starke Vierzylinder hingegen schlapp. Dafür punktet der Kölner mit einem knackigen und gut abgestuften Fünfganggetriebe. Die Schaltung im Mercedes ist im Vergleich zu der des Mondeo nicht ganz so genau, dafür gehört der sechste Gang hier zur Grundausrüstung. Dennoch genehmigt sich der C 180 Kompressor mit 9,8 Liter Super über einen halben Liter mehr als der Ford. Doch das kann den Kapitelsieg des Mercedes nicht vereiteln.

Motor und GetriebeMax. PunkteMercedes C 180 KompressorFord Mondeo 2.0
Beschleunigung150142133
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit1509380
Getriebeabstufung1007882
Kraftentfaltung502420
Laufkultur1007368
Verbrauch325165174
Reichweite251214
Kapitelbewertung1000587571

 

Fahrdynamik

Dass sich die C-Klasse im Vergleich zum Vorgängermodell spürbar handlicher fährt, hat sie bereits bei Vergleichstests der AUTO ZEITUNG bewiesen. Doch im Mondeo hat der Mercedes seinen Meister gefunden. Zwar kann der Kölner auf dem Handlingkurs nicht die schnellsten Zeiten setzen, was aber einzig und allein dem trägen Ansprechverhalten des Motors zuzuschreiben ist. Denn das straffe Fahrwerk ist von der agilen Sorte und vermittelt den meisten Fahrspaß. Auch die Lenkung spricht spürbar direkter an als die des Mercedes, und das Ford-ESP gewährt mehr Freiheiten als das deutlich früher einsetzende System im Mercedes, das sich übrigens nicht vollständig abschalten lässt. Trotzdem kann der Mondeo das Fahrdynamik-Kapitel am Schluss nicht gewinnen, denn der Mercedes bremst ihn im wahrsten Sinne des Wortes aus: So steht er nach einer Vollbremsung aus Tempo 100 schon nach 35,4 Metern. Der Ford benötigt zwar noch gute 36,1 Meter, doch mit warmer Bremse verlängert sich der Weg auf 37,9 Meter, während der Mercedes hier nur 35,2 Meter braucht.

FahrdynamikMax. PunkteMercedes C 180 KompressorFord Mondeo 2.0
Handling1504241
Slalom1005061
Lenkung1007386
Geradeauslauf504142
Bremsdosierung301518
Bremsweg kalt1509689
Bremsweg warm1509871
Traktion1004745
Fahrsicherheit150130123
Wendekreis20168
Kapitelbewertung1000608584

 

Umwelt und Kosten

Gegen den 29988 Euro teuren Mercedes wirkt der 4213 Euro billigere Ford fast schon wie ein Sonderangebot. Vergleicht man die AZ-Normausstattungen, ergeben sich weitere Vorteile für den Mondeo, da Alu-Räder zum Lieferumfang gehören und gewünschte Optionen weniger Geld kosten. Die günstigeren Versicherungseinstufungen zählen zu seinen weiteren Vorzügen, und der nominelle Wertverlust fällt dank des geringeren Grundpreises ebenfalls niedriger aus. Bei den Aufwendungen für Steuer und Werkstatt liegen beide nahezu gleichauf. Für den Mercedes sprechen einzig und allein die umfassenderen Garantien. Damit fährt der Ford den Kapitelsieg verdient ein.

Kosten/UmweltMax. PunkteMercedes C 180 KompressorFord Mondeo 2.0
Bewerteter Preis675187212
Wertverlust502122
Ausstattung25313
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502718
Werkstattkosten201414
Steuer1099
Versicherung403233
Kraftstoff553436
Emissionswerte258582
Kapitelbewertung1000412439

 

Fazit

Wie kann das sein? Der deutlich geräumigere Ford Mondeo verliert am Schluss gegen die knapp geschnittene Mercedes C-Klasse. Der C 180 Kompressor ist allerdings unter dem Strich das komfortablere Fahrzeug, und seinem durchzugsstarken und spritzigen 1,8-Liter-Motor kann der etwas phlegmatisch ansprechende Zweiliter-Benziner des Ford nichts entgegensetzen. Auch die Mercedes-Bremsen beißen kräftiger zu. Trotzdem ist der zweitplatzierte Mondeo kein Verlierer. Denn bis auf den Motor leistet er sich keine gravierenden Schwächen. Für den Kölner sprechen der niedrigere Einstiegspreis und die insgesamt günstigere Kostenbilanz. Zudem hat der Kölner mit anderen Motorisierungen bereits beweisen können, was in ihm steckt.

Gesamtbewertung

Max. PunkteMercedes C 180 KompressorFord Mondeo 2.0
Summe500029602942
Platzierung12

Tags:
Zmarta Autokredit
Autokredit

Jetzt den günstigsten Autokredit finden

Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.