Ford Mondeo 2.3, Mercedes C 180 Kompressor, Skoda Superb 1.8 TSI Standort-Bestimmung

25.10.2008
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Ford Mondeo und Mercedes C-Klasse sind feste Größen in der populären Mittelklasse. Diesen Status strebt der neue Skoda Superb noch vehementer an als sein Vorgänger. Wie steht es um seine Qualitäten? Der erste Vergleichstest der Benziner mit rund 160 PS gibt Aufschluss

Im Osten nichts Neues: Wie sein in Deutschland eindeutig unter Wert verkaufter Vorgänger setzt der neue Skoda Superb auf die attraktive Mixtur aus generösem Platzangebot, bewährter VW-Qualität und günstigem Preis. Im konzerninternen Kräftemessen gegen den VW Passat setzte er sich damit souverän auf Platz eins (Test der Zweiliter-Diesel, Heft 13/2008). Nun geht es an die Standort-Bestimmung bei den Benzinern: Konkurrenten des Superb 1.8 TSI sind hier der Mercedes C 180 Kompressor als Mitglied der Premium-Liga und der Ford Mondeo 2.3. Als profilierter Vertreter der erschwinglichen Bürgerbeweger glänzt er traditionell mit guten Fahreigenschaften, einem gehobenen Raumkomfort und sozialverträglichen Preisen.

 

Karosserie

Bekäme der Skoda-Eigner für jedes Ah und Oh, das beim Öffnen der hinteren Türen erschallt, nur einen Euro – er könnte damit den Kauf seines Autos zum Gutteil refinanzieren. Selbst wenn sich Fahrer und Beifahrer lang machen, bleibt hinter ihnen noch genügend Platz für ausgestreckte Beine. Wer allein unterwegs ist, ertappt sich immer wieder bei dem Gedanken, dass es eigentlich die schiere Verschwendung ist, so viel nicht genutzten Platz mit sich herumzufahren.

Beim Mercedes sieht das schon anders aus. Man muss sich arrangieren. Das ist zwar durchaus möglich, allerdings nicht wirklich vergnüglich, wenn einmal vier größer gewachsene Personen auf Reisen gehen. Da lässt sichs im Mondeo-Fond schon deutlich besser reisen, wobei auch er trotz neun Zentimeter mehr Radstand lange nicht an das Niveau des Superb heranreicht.

Ihre Fortsetzung findet die Überlegenheit des Skoda, wenn es um den Kofferraum geht. Mit 565 Liter Ladevolumen toppt er nicht nur den Mercedes (475 Liter), sondern auch den Stufenheck-Mondeo (550 Liter). Sein bis auf 1670 Liter erweiterbarer Stauraum lässt sich zudem – je nach Notwendigkeit – durch eine kleine oder eine große Öffnung beschicken.

Weniger groß als beim Platzangebot sind die Unterschiede beim Bedienkomfort. Keiner der drei Kandidaten leistet sich Eigenheiten, die nicht nach kurzer Zeit akzeptabel wären, und auch bei der Verarbeitungsqualität verschwimmen die Unterschiede zwischen Massen- und Premiumhersteller. Der Skoda Superb wird lediglich wegen lauter Knackgeräusche abgewertet, die – wie schon in früheren Testwagen – bei forcierter Kurvenfahrt aus dem Fahrwerksbereich dringen.

Bei der Sicherheitsausstattung punktet die Mercedes C-Klasse wegen ihres optionalen Presafe-Systems besonders stark, doch auch der Ford Mondeo und der Skoda Superb bewegen sich hier auf einem hohen Niveau.

KarosserieMax. PunkteSkoda Superb 1.8 TSIMercedes C-Klasse 180 Kompressor*Ford Mondeo 2.3
Raumangebot vorn100817482
Raumangebot hinten100946579
Übersichtlichkeit70354237
Bedienung/ Funktion100858382
Kofferraumvolumen100603847
Variabilität100251015
Zuladung/ Anhängelast80403337
Sicherheit1509510595
Qualität/ Verarbeitung200170178176
Kapitelbewertung1000685628650

 

Fahrkomfort

Eine klassische Mercedes-Domäne ist stets der Fahrkomfort. Auch die billigste C-Klasse bietet hiervon eine ganze Menge. Das serienmäßig mit adaptiven Dämpfern ausgerüstete Fahrwerk ist schluckfreudig ohne schaukelnde Indifferenz, die Fahrgeräusche sind so wirkungsvoll gedämmt, dass hohe Reisegeschwindigkeiten nicht zur akustischen Last werden. Als Krönung des Ganzen gönne man sich die vielfältig einstellbaren Multikontursitze des Testwagens (452 Euro), die den Köper hervorragend führen und an den richtigen Stellen stützen.

Sehr dicht am Stuttgarter liegt der Mondeo 2.3, wenn – wie im Fall des Testwagens – das Interaktive Fahrwerkssystem IVDC für 965 Euro geordert wurde. In Comfort-Stellung absorbiert der Kölner so nahezu alle Straßenunebenheiten sehr beachtlich und glänzt mit geschmeidigem Abrollen auf Kopfsteinpflaster.
Der Skoda Superb geht nicht nur hier ruppiger ans Werk. Größere Versäumnisse der Straßenbauer quittiert er mit kräftigen Karosseriebewegungen und würzt das alles mit den lautesten Abrollgeräuschen. Gegenüber dem letzten, mit 18-Zoll-Rädern bestückten Testwagen sind zwar Verbesserungen erkennbar. Doch komfort-orientierte Superb-Käufer sind am besten bedient mit dem Serienformat 205/55 R 16 des Basismodells mit dem sinnigen Namen Comfort. Auf ein beachtliches Komfort-Niveau kommt der Superb dennoch, denn in seinen großen, straff gepolsterten Sitzen ruht man wie in Abrahams Schoß.

FahrkomfortMax. PunkteSkoda Superb 1.8 TSIMercedes C-Klasse 180 Kompressor*Ford Mondeo 2.3
Sitzkomfort vorn150123120105
Sitzkomfort hinten100756268
Ergonomie150118123112
Innengeräusche50394338
Geräuscheindruck100747476
Klimatisierung50343940
Federung leer200128143136
Federung beladen200132143136
Kapitelbewertung1000723747711

 

Motor und Getriebe

Downsizing – was für Skeptiker anfangs noch nach kalorienarmer Grundversorgung klang, entpuppt sich einmal mehr als das exakte Gegenteil. Während Ford 160 PS klassisch ohne Aufladung aus 2,3 Liter Hubraum holt, lassen es Skoda und Mercedes einhellig bei nur 1,8 Litern bewenden. Dank Turbolader kommt der Direkteinspritzer des Superb auf 160 PS und mächtige 250 Newtonmeter, der per Kompressor zwangsbeatmete Mercedes erreicht 156 PS und immerhin 230 Newtonmeter.

Diese Unterschiede spürt man. Vollgas ist beim Mondeo fast schon Notwendigkeit, um im hektischen Verkehr von heute mithalten zu können, denn der drehmomentschwache Vierzylinder wird erst bei hoher Drehzahl wach. Dieses Manko kann die Sechsstufenautomatik (ein Schaltgetriebe gibt es für den Mondeo 2.3 nicht) kaum lindern. Sie verschleift die Gangwechsel in der Regel zwar diskret ohne störende Rucke. Doch in Situationen, wo der Mercedes und erst recht der bullig antretende Skoda einfach im hohen Gang vom Drehmoment leben, schaltet der Ford oft zwei Gänge zurück, um Schritt zu halten.

10,7 Liter Testverbrauch – gut ein Liter mehr als beim Mercedes und gut 1,5 Liter mehr als beim Skoda – sind die Folge. Diese Differenz wiegt doppelt schwer, weil der Ford nur mit viel Anlauf über 200 km/h kommt, während der Skoda in diesen Regionen auch dem behäbiger zulegenden Mercedes klar das Nachsehen lässt. Da der Superb zudem den laufruhigsten Motor und die angenehmste Schaltung hat, dominiert er dieses Kapitel zu Recht ganz eindeutig.

Motor und GetriebeMax. PunkteSkoda Superb 1.8 TSIMercedes C-Klasse 180 Kompressor*Ford Mondeo 2.3
Beschleunigung150150146121
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit150909377
Getriebeabstufung100867880
Kraftentfaltung50272420
Laufkultur100777375
Verbrauch325174168154
Reichweite25111211
Kapitelbewertung1000615594538

 

Fahrdynamik

Bei der Fahrdynamik muss der Skoda allerdings dem Mercedes den Vortritt lassen. Der Superb wedelt zwar am schnellsten durch den Slalomparcours und legt – trotz heftiger Traktionsprobleme bei deaktiviertem ESP – auch auf der Handlingstrecke Bestzeiten vor. Doch mit Bremswegen von knapp 37,5 Metern (warm) verfehlt er das Niveau des Mercedes um gut einen Meter. Der Mondeo bremst noch schlechter und wird bei der Zeitenjagd auf der Rundstrecke Opfer seiner müden Antriebseinheit. Dafür punktet er mit der angenehmsten Lenkung und besonders berechenbaren Reaktionen im Grenzbereich. Defizite bei der Fahrsicherheit lassen allerdings auch die C-Klasse und der im Extremfall rabiater Lastwechsel definiert übersteuernde Skoda nicht erkennen.

FahrdynamikMax. PunkteSkoda Superb 1.8 TSIMercedes C-Klasse 180 Kompressor*Ford Mondeo 2.3
Handling150706252
Slalom100675559
Lenkung100706886
Geradeauslauf50444241
Bremsdosierung30181518
Bremsweg kalt150778858
Bremsweg warm150768765
Traktion100404745
Fahrsicherheit150128130133
Wendekreis2011167
Kapitelbewertung1000601610564

 

Umwelt und Kosten

Auch beim lieben Geld gibt sich die tschechische Limousine keine Blöße: Mit 24990 Euro ist der Skoda Superb 1.8 TSI 4010 Euro billiger als der Ford Mondeo 2.3 Stufenheck, wobei der Ford-Kunde schon mit 27250 Euro im Rennen ist, wenn er zum Fließheck-Mondeo greift. Denn der ist – kurioses Marketing – als Fünftürer schon als Trend-Modell erhältlich, während der Viertürer nur als Ghia respektive preisgleich für 29000 Euro als Titanium angeboten wird. Der Mercedes C 180 Kompressor spielt mit gut 31000 Euro noch einmal in einer anderen Liga, erfüllt aber bis auf den Metalliclack alle Kriterien der AUTO-ZEITUNG-Normausstattung.

Ebenso punktet der Stuttgarter mit einer weitreichenden Rostgarantie und niedrigeren Werkstattkosten als der Ford. Doch am wirtschaftlichsten ist man mit dem Superb unterwegs, der auch beim prognostizierten Wertverlust nichts anbrennen lässt. Da hat der Vorgänger gute Vorarbeit geleistet

Kosten/UmweltMax. PunkteSkoda Superb 1.8 TSIMercedes C-Klasse 180 Kompressor*Ford Mondeo 2.3
Bewerteter Preis675218181193
Wertverlust50122019
Ausstattung252181612
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung50282718
Werkstattkosten20151412
Steuer10998
Versicherung40343234
Kraftstoff55363431
Emissionswerte25858581
Kapitelbewertung1000655418408

 

Fazit


Gesamtbewertung

Max. PunkteSkoda Superb 1.8 TSIMercedes C-Klasse 180 Kompressor*Ford Mondeo 2.3
Summe5000327929972871
Platzierung123

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