Ford Focus: erste Ausfahrt Letzter Schliff für den neuen Focus

16.11.2010

Der neue Focus startet im Frühjahr 2011. Auf dem Ford-Testgelände Lommel in Belgien hatten wir Gelegenheit zu einer ersten Testrunde

Er kommt erst im März 2011 zu den Händlern – trotzdem ist der neue Focus fast schon ein alter Bekannter. Das liegt daran, dass die Ford-Bosse bereits auf der Detroit Auto Show im Januar das Tuch von der komplett neu gestalteten Karosserie gezogen haben. Der Focus wird künftig in Deutschland als fünftürige Schrägheck-Variante und als Kombi verkauft – der Dreitürer und das Coupé-Cabrio entfallen. Er basiert auf der weiterentwickelten Plattform des Vorgängers, auf der ab 2012 zehn verschiedene Modelle mit einer jährlichen Stückzahl von zwei Millionen Einheiten gebaut werden sollen.

Um der Rolle gerecht zu werden, haben die Ingenieure das bekannt ausgewogene Fahrwerk und die Lenkung weiter verfeinert. Unsere Ausfahrt im Focus auf dem Testgelände im belgischen Lommel klärt, ob das Ziel erreicht wurde.

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Dr. Norbert Kessing, Chef der 1994 gegründeten Spezialabteilung Fahrdynamik, die vom Puma bis zum Transit bereits 16 Ford-Modelle abgestimmt hat, erklärt: „Entwicklungsschwerpunkte waren Verbesserungen in der Fahrdynamik, der Fahrstabilität, im Lenkverhalten und beim Bremsen.“ Dazu wurden die McPherson-Vorderachse und die aufwändige Mehrfachlenkerachse hinten neu abgestimmt. Erstmals an Bord ist das Torque Vectoring Control System (TVC). Diese variable Kraftverteilung wirkt an der Vorderachse und verhindert das Durchdrehen des kurveninneren Rads durch gezielten Bremseingriff. 

So fährt der neue Focus

Auf der Teststrecke zeigt sich schnell: Der neue, 150 PS starke 1,6-Liter-EcoBoost-Motor (Benzin-Direkteinspritzung, Turboaufladung) treibt den Focus kraftvoll nach vorn. Mit hohem Tempo schießt der mit Michelin Primacy HP (215/50 R 17) bestückte Kompakte in Kurven. Stoisch folgt er dem vorgegebenen Lenkwinkel, Korrekturen sind nicht nötig.

Das TVC-System erlaubt dann ein noch kraftvolleres Herausbeschleunigen als beim Vorgänger-Modell. Die Lenkung arbeitet jetzt übrigens nicht nur wie gewohnt sehr präzise, sondern hilft auch, Kraftstoff zu sparen: An Stelle der bisherigen elektrohydraulischen Servolenkung kommt eine elektro-mechanische Lenkhilfe zum Einsatz. Sie baut kompakter, ist leichter und verbraucht nur dann Energie, wenn auch tatsächlich gelenkt wird.

Nach schnell überfahrenen Kuppen, hinter denen unmittelbare Richtungswechsel nötig sind, federt der Ford kurz ein, um ohne lästiges Nachschwingen oder Versetzen erneut den Richtungsbefehlen zu folgen. Bei alldem operiert die neue Lenkung mit erfreulich kleinen Winkeln. Wind- und Abrollgeräusche wirken zudem besser gedämmt als beim Vorgänger.

Unser erstes Fazit: Zusammen mit dem speziell auf den Vordersitzen luftigen Raumgefühl und der nun sensibler abgestimmten Federung bietet der neue Focus, der zunächst mit 95 bis 180 PS erhältlich sein wird, ein höheres Komforterlebnis als bisher. Die Sitze sind straff, aber nicht unbequem, und das Cockpit ist nun noch fahrerorientierter als beim Vorgänger
Stefan Miete

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