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Autoaufbereitung: Geld sparen bei der Rückgabe von Leasingautos

Reinigen statt Zahlen

Wer sein Leasingauto vor der Rückgabe zum Fahrzeugaufbereiter bringt, kann hunderte Euro Nachzahlung sparen. Wir sagen, was die Experten kosten und was sie leisten

Je näher die Rückgabe des Leasingwagens rückt, desto unangenehmer wird das Gefühl: Von außen fallen einem immer mehr kleine Kratzer und Schrammen auf. Auch die Ladekante und der Teppichboden im Kofferraum sehen nach vier Jahren arg mitgenommen aus. Und der Schaltknauf war bei Leasingbeginn auch noch mit mehr Leder überzogen.

In unserem Beispiel, einem Renault Grand Scénic, drohen satte 1725 Euro Nachzahlung beim Händler, allein ein neuer Schaltknauf kostet über 100 Euro. Zwar geben sich viele Marken in ihren Leasingverträgen generös und verzichten auf die Erstattung von typischen Gebrauchsspuren.

Kunden und Leasinggeber oft vor Gericht

Doch deren Definition ist umstritten: Geht es um höhere Summen, landen Kunden und Leasinggeber dann oft vor Gericht. "Dabei zählt bei der Rückgabe des Leasingwagens der erste Eindruck“, erklärt Experte Lars Kasten. Der Fahrzeugaufbereiter aus Köln weiß: "Wirkt das Auto noch neu und gepflegt, ist der Händler weniger pingelig.“ Wir nehmen den Experten beim Wort und übergeben ihm und seiner Mannschaft unseren Renault.

Zuerst bekommt der Van eine gründliche Außenreinigung, die auch Unterboden, Motorraum und Felgen umfasst. Die dabei entdeckten oberfl ächlichen Kratzer werden abgeschliffen. In zwei Arbeitsgängen polieren die Experten den Lack auf Hochglanz und schützen ihn mit einer Polymer-Versiegelung. "Hier können wir auch bessere Nanoprodukte verwenden. Doch diese sind teurer und eignen sich daher eher für Autobesitzer statt für Leasingnehmer“, so Kasten. Zuletzt erhalten die ausgeblichenen Kunststoffe am Auto dank spezieller Pflegemitteln ihre ursprüngliche Farbe zurück.

Hightech für die Geruchsbeseitung im Innenraum

Dann ist der Innenraum an der Reihe: Um den unangenehmen Geruch im Auto zu beseitigen, setzen die Aufbereiter auf Hightech – mit einem Ionisator neutralisieren sie besonders geruchsintensive organische Moleküle. Nach der Reinigung der Kunststoffteile folgen die Teppiche: Diese werden mit einem Sprühgerät gesäubert, das kaum Feuchtigkeit  hinterlässt. Generell scheinen die besonderen Werkzeuge das Geheimnis der Fahrzeugaufbereiter zu sein: "Solche teuren Geräte schafft man sich als normaler Autobesitzer nicht an“, so Kasten.

Zum Schluss wenden sich seine Männer dem Leder zu: Der unansehnliche Schaltknauf wird durch Nachpigmentieren wieder hergestellt. Am Ende sieht der Grand Scénic aus wie neu. Die Rechnung ist mit 580 Euro allerdings kein Pappenstiel. „Leider ist eine professionelle Aufbereitung sehr arbeitsaufwändig, und gutes Personal kostet“, so Kasten.

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Dennoch rechnet sich die Investition: Bei der Rückgabe wird keine Nachzahlung mehr fällig – unterm Strich bedeutet das in unserem Beispiel eine Ersparnis von satten 1145 Euro. Doch nicht nur für Leasingfahrer lohnt sich der Besuch beim Aufbereiter. Wer seinen Wagen verkaufen möchte, kann damit den Wert des Autos erhöhen. Denn auch für Gebrauchtwagenkäufer zählt der erste Eindruck.
Markus Bach

>> Hier geht's zu Teil II: Das kostet die Aufbereitung