Fiat Punto Evo, Ford Fiesta und Peugeot 207 im Vergleichstest Fiat Punto Evo, Ford Fiesta, Peugeot 207

17.08.2011
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Mit mediterranem Temperament und innovativer MultiAir-Technologie trifft der Fiat Punto Evo auf gute Bekannte: den Ford Fiesta und den Peugot 207

Eines der immer wieder überraschenden Erkenntnisse nach einem Kleinwagen-Vergleichstest: Eigentlich und ganz genau genommen braucht kein Mensch mehr Auto als etwa einen Fiat Punto Evo, einen Ford Fiesta oder einen Peugeot 207. Zumal dann, wenn die wackeren Kleinen – wie in diesem Fall – mit gehobener Motorisierung antreten.

Im Falle des Fiat ist das der 135 PS starke MultiAir Turbo, der auch in den Alfa-Kollegen MiTo und Giulietta zum Einsatz kommt. Zur Erinnerung: Der hochmoderne, 1,4 Liter kleine Downsizing-Vierzylinder von Fiat Powertrain Technologies weist als Besonderheit eine voll variable Steuerung der Einlassventile auf. Die werden nicht wie bei konventionellen Otto-Motoren von der Nockenwelle, sondern indirekt über elektrohydraulische Stellelemente betätigt. Vorzüge laut Fiat: weniger Kraftstoffverbrauch, weniger Emissionen bei gleichzeitig mehr Leistung und Drehmoment. Doch dazu später mehr.

Messen muss sich der 135 PS starke Punto mit der Konkurrenz aus Köln-Niehl und Sochaux in Gestalt des Ford Fiesta und des Peugeot 207 – jeweils angetrieben von 120 PS starken 1,6-Liter-Vierzylindern ohne Turbo und mit herkömmlicher Ventilsteuerung.

 

Karosserie

Zwar hat der kleine Fiat, als er vom Grande Punto zum Punto Evo befördert wurde, ein neues Gesicht, ein geändertes Heck und vor allem ein neues Interieur erhalten. Die Ausmaße haben sich jedoch nicht verändert. Will sagen: Der Punto ist weiterhin ein sehr stattlicher Vertreter der Gattung Kleinwagen, misst etwas über vier Meter in der Länge und hat einen Radstand von mehr als 2,5 Metern. So herrscht im Interieur auch ein ausgesprochen gutes Platzangebot, das sowohl gefühlt als auch nach nackten Zahlen etwas großzügiger ist als in Fiesta und 207.

Etwas knäpplich fällt bei allen dreien der Platz im Fond aus, doch zwei nicht zu große Erwachsene haben jeweils genügend Bewegungsfreiheit – selbst für längere Strecken. Größere Einschränkungen müssen sie freilich beim Gepäck hinnehmen: Das Kofferraumvolumen von jeweils knapp unter 300 Litern reicht nur für bescheidene Ansprüche. Immerhin verfügen die Minis von Fiat, Ford und Peugeot serienmäßig über im Verhältnis 60/40 umklappbare Rücklehnen. Wichtig für alle Eltern: Die Kindersitzhalterung Isofix ist immer serienmäßig an Bord. Keine übertriebenen Erwartungen sollte man dagegen an die Übersichtlichkeit der drei Kleinen hegen: Abfallende Motorhauben, dicke Dachsäulen und kleine Heckfenster sorgen dafür, dass man trotz der geringen Ausmaße gern auf die Hilfe von Einparkassistenten zurückgreift.

So behauptet sich der Punto im Karosseriekapitel, unter anderem weil er die umfangreichste Sicherheitsausstattung und ein äußerst ansehnliches Qualitätsniveau bietet. Gut ausgesuchte Werkstoffe im Innenraum, sorgfältiges Finish und durchdachte Ausstattung, das war bei Fiat nicht immer selbstverständlich. Da können der Ford und der Peugeot nicht ganz mithalten.

Übrigens: Ein richtiges, eingebautes Navi hat gegen Aufpreis nur Peugeot im Angebot. Die Lösung mit dem aufsteckbaren TomTom bei Fiat ist wegen der wackeligen Halterung und der umständlichen Bedienung ein stetes Ärgernis. Für den Fiesta bietet Ford ebenfalls nur eine Aufsteck-Lösung mit einem navigationstauglichen Telefon an. Die war jedoch im Testwagen nicht verbaut und kann deshalb nicht beurteilt werden.

KarosserieMax. PunkteFord Fiesta 1.6 TI-VCTPeugeot 207 1.6 120 V TiFiat Punto Evo 1.4 16V Multiair Turbo
Raumangebot vorn100636563
Raumangebot hinten100393942
Übersichtlichkeit70414041
Bedienung/ Funktion100848279
Kofferraumvolumen100201618
Variabilität100252525
Zuladung/ Anhängelast80283131
Sicherheit150737082
Qualität/ Verarbeitung200137131141
Kapitelbewertung1000510499522

 

Fahrkomfort

Allzu optimistische Erwartungen an den Federungskomfort erstickt der nur in der Linea Sportiva lieferbare Fiat bereits auf den ersten Metern: Er ist straff, und seine dicken 17-Zöller holpern gern über kaum erkennbare Fahrbahnfugen. Besser federt dagegen die Konkurrenz – besonders in Form des Ford Fiesta, der am sensibelsten anspricht und zudem die meisten Federwegreserven bietet. Positiv jedoch bei allen drei Kleinwagen: Die recht beachtliche Zuladung von rund 500 Kilogramm verdauen sie fast ungerührt. Nur der Peugeot deutet mit leichtem Durchwippen an der Hinterhand an, dass es jetzt reicht. Der Fiat federt im Extremfall nach langen Wellen auf Anschag durch, immerhin bringt er voll beladen 1730 kg auf die Waage.

Zu erstaunlicher Reife haben es in dieser Klasse auch die Sitze gebracht: Der Fiesta hat die bequemsten Möbel mitgebracht, leichte Abstriche gibt es beim Fiat wegen der kurzen Sitzflächen und beim Peugeot wegen der zu nachgiebigen Sitzflanken. Hinten dagegen lässt es sich im geräumigen Fiat am besten sitzen.

Ansonsten bieten die drei Superminis – so nennen die Briten diese Fahrzeugklasse – einen Fahr- und Langstreckenkomfort, der vor wenigen Jahren in den höheren Klassen keineswegs selbstverständlich war. war. Leistungsfähige Klimananlagen gehören da ebenso dazu wie leise Motoren. Nur etwas mehr Überholprestige wünschte man sich auf langen Autobahnetappen, wobei in dieser nicht punktefähigen Disziplin der Fiat vorn liegt. Was aber nichts daran ändert, dass der Fiesta insgesamt den rundesten Komforteindruck hinterlässt.

FahrkomfortMax. PunkteFord Fiesta 1.6 TI-VCTPeugeot 207 1.6 120 V TiFiat Punto Evo 1.4 16V Multiair Turbo
Sitzkomfort vorn150868484
Sitzkomfort hinten100484852
Ergonomie150121120116
Innengeräusche50313426
Geräuscheindruck100646361
Klimatisierung50252830
Federung leer200115108104
Federung beladen20011010296
Kapitelbewertung1000600587569

 

Motor und Getriebe

Eines vorweg: Ganz so sparsam wie von Fiat und den EU-Werten versprochen, ist der MultiAir-Motor des Punto Evo nicht. Auf der AUTO ZEITUNG-Messstrecke konsumierte der 135 PS starke Vierzylinder 7,5 Liter Super je 100 km und war damit 0,4 und 0,3 Liter trinkfreudiger als die 120-PS-Benziner von Ford und Peugeot. Doch erfahrungsgemäß schlägt der Volllastanteil der Verbrauchsrunde bei Turbobenzinern besonders heftig ins Kontor. Mit vorsichtigerem Gasfuß erreicht man problemlos Verbrauchswerte mit einer Sechs vor dem Komma.

Der MultiAir-Turbo hat jedoch noch mehr zu bieten: Er hängt exzellent am Gas und bügelt die schwächere Konkurrenz fast nach Belieben. Und er spielt bei der Elastizitätsmessung einfach in einer anderen Liga als die deutlich müder zu Werke gehenden Benziner in Fiesta und 207. Von 80 bis 120 km/h im Fünften brennt er dem Kölner und dem Franzosen 5,6 Sekunden aufs Fell – eine andere Welt. Zudem ist er ausgesprochen kultiviert und laufruhig. Kein Wunder also, dass der MultiAir-Benziner das Antriebskapitel mit den meisten Punkten abschließt.

Motor und GetriebeMax. PunkteFord Fiesta 1.6 TI-VCTPeugeot 207 1.6 120 V TiFiat Punto Evo 1.4 16V Multiair Turbo
Beschleunigung15010293109
Elastizität100686682
Höchstgeschwindigkeit150484657
Getriebeabstufung100757375
Kraftentfaltung50252330
Laufkultur100565660
Verbrauch325247245239
Reichweite25101210
Kapitelbewertung1000631614662

 

Fahrdynamik

Klar, kein Mensch kauft so ein Auto, wenn er nur besonders schnell und sportlich ums Eck wedeln will. Gute und vor allem sichere Fahreigenschaften sind dennoch eine automobile Primärtugend, auch wenn das Fahrzeug hauptsächlich als Einkaufs- und Kindergarten-Shuttle benutzt wird. Dazu gehören selbstverständlich gute Bremsen. Ausgerechnet in dieser Disziplin leistet sich der Fiat Punto Evo Schwächen, die er punktemäßig gar nicht mehr aufholen kann. Kalt wie warm benötigt der kleine Italiener zwei bis drei Meter mehr als der Kölner und der Franzose, um aus 100 km/h zum Stehen zu kommen. Besser präsentiert sich der Fiat auf der Handlingstrecke, auf der er die sprichwörtlichen Kreise um seine beiden Konkurrenten fährt, sprich er ist bis zu fünf Sekunden schneller. Das straffe Fahrwerk ist hier ebenso hilfreich wie die stämmigen 17-Zöller und das fein regelnde ESP.

Sehr betulich geht hier der 207 zur Sache, dessen ESP bereits sehr früh und nicht abschaltbar den Vorwärtsdrang drastisch dämpft. Soll es auf der Autobahn schnell geradeaus gehen, fährt der Italiener ebenfalls davon. Allerdings erfordert sein etwas nervöser Geradeauslauf mehr Aufmerksamkeit. Im Standardslalom lassen Ford und Peugeot den Fiat dagegen hinter sich, der Turiner leidet dabei stark unter der sehr leichtgängigen, rückmeldungsarmen Servolenkung, die den Slalomisten etwas hilflos am Volant rudern lässt.

FahrdynamikMax. PunkteFord Fiesta 1.6 TI-VCTPeugeot 207 1.6 120 V TiFiat Punto Evo 1.4 16V Multiair Turbo
Handling150435462
Slalom100636254
Lenkung100656060
Geradeauslauf50363634
Bremsdosierung30161618
Bremsweg kalt150867968
Bremsweg warm150797549
Traktion100323330
Fahrsicherheit150120120118
Wendekreis20161511
Kapitelbewertung1000556550504

 

Umwelt und Kosten

In dieser Fahrzeugklassse redet man viel übers Geld, und die Anbieter preisen ihre Fahrzeuge sehr exakt ein. Was in diesem Fall dazu führt, dass die drei Nobel-Kleinwagen praktisch gleich teuer sind. Mit der Betonung auf teuer und nobel, denn mit Preisen jeweils jenseits der 17.000 sind sie keine Billigheimer. Nobel deswegen, weil die kräftigen Benziner nur in den gehobenen Ausstattungslinien lieferbar sind, was immerhin neben hohen Preisen für ein angenehmes Ambiente sorgt. So kommen alle drei mit Klimaanlage, Zentralverriegelung samt Fernbedienung und Leichtmetallrädern. Das Radio geht nur bei Ford extra, und elektrische Fensterheber sind ohnehin immer an Bord. Die Option, ein mager ausstaffiertes, dafür aber schnelles und kräftiges Auto zu erwerben, bietet dagegen keiner der drei Hersteller.

Auf sehr ähnlichem Niveau liegen auch die Aufwendungen für Wartung und Versicherung sowie Treibstoff und Wertverlust. Wobei der Punto meist ein paar Euro teurer ist als die Konkurrenz. Der Italiener sammelt letztlich in diesem Kapitel die wenigsten Punkte, auch wenn die Unterschiede – wie erwähnt – sehr gering sind.

Kosten/UmweltMax. PunkteFord Fiesta 1.6 TI-VCTPeugeot 207 1.6 120 V TiFiat Punto Evo 1.4 16V Multiair Turbo
Bewerteter Preis675288288281
Wertverlust50303029
Ausstattung25132120
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung50181917
Werkstattkosten20141312
Steuer109910
Versicherung40323330
Kraftstoff55404039
Emissionswerte25868786
Kapitelbewertung1000530540524

 

Fazit

Mit Pauken und Trompeten verloren, Fiat Punto Evo 1.4 16V MultiAir Turbo? Nein, der Italiener mit dem langen Namen kommt zwar auf weniger Punkte als Fiesta und 207, ist deswegen jedoch noch lange kein Verlierer. Die meisten verlorenen Punkte gehen aufs Konto der bescheidenen Bremsleistung. Der kraftvolle, laufruhige Turbo ist eine Wucht, den Durst kann man mit dem Gaspedal gut kontrollieren. Auch die gehobene Ausstattung und das gute Platzangebot überzeugen. Der Ford Fiesta 1.6 Ti-VCT gefällt dagegen mit seinem sparsamen Motor und dem fein abgestimmten Gesamtpaket. Fast ebenso sparsam und insgesamt unauffällig, aber effektiv sammelt der Peugeot 207 1.6 120 VTi Punkt um Punkt und landet so knapp vor dem Punto.

Gesamtbewertung

Max. PunkteFord Fiesta 1.6 TI-VCTPeugeot 207 1.6 120 V TiFiat Punto Evo 1.4 16V Multiair Turbo
Summe5000282727902781
Platzierung123

Tags:
Severin Elektrische Kühlbox
UVP: EUR 123,99
Preis: EUR 65,15 Prime-Versand
Sie sparen: 58,84 EUR (47%)
Nulaxy FM Transmitter
 
Preis: EUR 21,99 Prime-Versand
Alkoholtester
 
Preis: EUR 16,99 Prime-Versand
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.