Fiat 500C und Mini Cooper Cabrio - Vergleichstest Fiat 500C gegen Mini Cooper Cabrio

Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Zwischen den Basisvarianten des Fiat 500C und des Mini Cooper Cabrio liegen gut 50 PS und fast 9000 Euro. Ist weniger hier mehr?

Sie gehören nicht zu denjenigen, die bereits ihr gesamtes Erspartes überstürzt in einen Kleinwagen investiert haben, nur weil der Staat großherzig zusätzliche 2500 Euro für ihre alte Kiste locker gemacht hat? Dann haben Sie vielleicht Glück gehabt. Denn es gibt Kleinwagen, die mehr sind als nur Mittel zum Zweck. Fiat 500 und Mini zum Beispiel sind winzige Wellness-Oasen. Vor allem dann, wenn man sie als Cabriolet ordert. Sicher, das konnte man bei Mini bereits während der Abwrackhatz.

Aber mit einem Einstiegspreis von 22500 Euro für die Basisvariante mit 120 PS fiel der quirlige Brite ohnehin aus dem Fokus der vom Staat getriebenen Neuwagenkäufer. Der knubbelige Fiat 500 hingegen passte da schon besser ins Bild. Schade nur, dass das Cabrio erst jetzt zu den Händlern kommt.

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Bei Fiat kostet das Basismodell des 500C mit 69 PS gerade einmal 13 800 Euro. Da stellen sich nicht nur die frischgebackenen Kleinwagenbesitzer die Frage, ob sie voreilig zugeschlagen haben, sondern vielleicht auch einige Mini Cabrio-Käufer. Denn bei den offenen Varianten sind die Pferdchen unter der Haube nicht unbedingt das Wichtigste.

Unser Test der beiden kleinen Cabrios wird sagen, ob sich die knapp 9000 Euro mehr für den 51 PS stärkeren Mini lohnen.

 

Karosserie

Zugegeben, der neue Fiat 500C ist kein lupenreines Cabrio. Bei ihm bleiben die Dachholme stehen. Dennoch schiebt sich das Faltdach auf Knopfdruck elektrisch in 18 Sekunden so weit nach hinten, dass man sich über mangelnde Frischluft nicht beklagen kann. Fiat will das so. Nicht zuletzt deshalb, weil schon im offenen 500er der 50er Jahre mit einem solchen Faltdach verliebte Paare in den Sternenhimmel guckten.

Auch die eng nebeneinanderstehenden Sitze scheinen unter diesem Aspekt gewollt – Fahrer und Beifahrer kommen sich im 500er sehr nahe. Im Vergleich dazu bietet der Mini den besser geformten Arbeitsplatz, ohne dabei auf die gemütliche Nähe zu verzichten. Zudem verwandelt er sich per Knopfdruck in 19 Sekunden in ein Vollcabrio. Die Fernöffnung der Dächer – beide Modelle besitzen eine Schiebedachfunktion – geht auch per Funkfernbedienung im Schlüssel. Das kostet bei Mini 530 Euro, bei Fiat ist es Serie.

Hingucker sind beide Kandidaten. Auch innen. Dass unter der appetitlichen Form der Cockpits die Bedienung leidet, lässt sich verschmerzen. Die schlechte Übersicht nach hinten weniger, auch wenn beide Modelle ab Werk über Parksensoren verfügen. Leider hat Fiat beim Basismodell an der Sicherheitsausstattung gespart, ESP und Bremsassistent kosten extra. Angenehm sind die steife Karosserie und die gelungene Materialauswahl des Fiat, auch wenn der Mini noch etwas solider wirkt.

KarosserieMax. PunkteMini Cooper CabrioFiat 500C 1.2 8V
Raumangebot vorn1005550
Raumangebot hinten1002535
Übersichtlichkeit703638
Bedienung/ Funktion1007270
Kofferraumvolumen10004
Variabilität1001010
Zuladung/ Anhängelast802017
Sicherheit1507960
Qualität/ Verarbeitung200136120
Kapitelbewertung1000433404

 

Fahrkomfort

War der Mini der ersten Generation noch ein durchaus professioneller Schlaglochsucher, so zeigt der aktuelle Brite, was konsequente Weiterentwicklung ermöglicht. Er bleibt auch dann noch gelassen, wenn der Fiat mit seinem fast 17 Zentimeter kürzeren Radstand und der schmaleren Spur auf Kanten und Wellen schon mal aus dem Tritt kommt. Allerdings werden auch im 500er die Passagiere nicht zu stark strapaziert. Mit zunehmender Beladung kommen die Zwerge an ihre Grenzen, wobei hier der Fiat zum Durchschlagen neigt.

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Die schon oft kritisierte zu hohe Sitzposition im kleinen Fiat fällt beim 500C nicht so stark ins Gewicht, weil das dünne Dach etwas mehr Luft nach oben lässt. Dennoch sitzt man im Mini deutlich besser und integrierter. Sitze und Lenkrad bieten einen erheblich größeren Einstellbereich und lassen auch Sitzriesen bequem lange Strecken unter freiem Himmel absolvieren.

FahrkomfortMax. PunkteMini Cooper CabrioFiat 500C 1.2 8V
Sitzkomfort vorn1508575
Sitzkomfort hinten1003330
Ergonomie150110105
Innengeräusche502019
Geräuscheindruck1005250
Klimatisierung502626
Federung leer20010789
Federung beladen20010587
Kapitelbewertung1000538481

 

Motor und Getriebe

Magere 69 PS im Fiat gegen muntere 120 PS im Mini – das Ergebnis scheint klar, zumindest auf dem Papier. Aber das kleine Motörchen des Fiat 500C spielt in den ersten drei Gängen erstaunlich munter auf. Der Zweiventiler hängt gut am Gas und freut sich mit kernigem, nicht angestrengtem Ton über hohe Drehzahlen. Natürlich ist der größere Vierventiler des Mini kräftiger. Die gierige Gasannahme, die man von einem Mini Cooper erwartet, zeigt er aber nur, wenn die Sporttaste gedrückt wird. Das direktere Ansprechen per Sport-Button von Gaspedal und Lenkung kostet allerdings 130 Euro extra.

Auf der Autobahn muss der Fiat schnell passen. Insbesondere an Steigungen geht dem Italiener oberhalb von 140 km/h die Puste aus, während der Cooper schon mal 200 km/h auf der Uhr hat. An der Tankstelle kann sich dafür der Fiat-Besitzer freuen. Mit sechs Litern pro 100 Kilometer verbraucht der 500er 1,5 Liter weniger als das Cooper Cabrio.

Motor und GetriebeMax. PunkteMini Cooper CabrioFiat 500C 1.2 8V
Beschleunigung1509466
Elastizität1004242
Höchstgeschwindigkeit1505123
Getriebeabstufung1008873
Kraftentfaltung503121
Laufkultur1006357
Verbrauch325239268
Reichweite25810
Kapitelbewertung1000616560

 

Fahrdynamik

Trotz des höheren Verbrauchs lässt man es mit dem Mini gern zügig angehen – insbesondere auf kurvigen Pisten. Er wetzt um die Ecken wie kein anderer in seiner Klasse. Die Lenkung ist direkt, ohne nervös zu werden, Lenkbefehlen folgt der Mini bedingungslos. Dank seiner guten Traktion kann man das Mini Cooper Cabrio aus Kurven herausbeschleunigen. Das Untersteuern beschränkt sich auf ein Minimum. Auch im Grenzbereich lässt sich der Brite spielerisch bewegen. Sehr angenehm: Das DSC (ESP) ist sehr feinfühlig abgestimmt und für den Fahrer kaum spürbar.

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Ein solches System mit integriertem Bremsassistenten kostet bei Fiat für den 1.2 8V sogar Aufpreis (350 Euro). Ist es wie in unserem Testwagen mit an Bord, bleibt es ebenfalls weitgehend unbemerkt. Der Fiat ist zwar nicht ganz so direkt und mitteilsam wie der Mini, begeistert aber auf kurvigem Terrain mit seinem leichtfüßigen Handling. Lediglich die Bremsleistungen des 500er sind nicht akzeptabel.

FahrdynamikMax. PunkteMini Cooper CabrioFiat 500C 1.2 8V
Handling1505937
Slalom1007168
Lenkung1007563
Geradeauslauf502823
Bremsdosierung302021
Bremsweg kalt1509866
Bremsweg warm1509142
Traktion1004242
Fahrsicherheit150120110
Wendekreis201411
Kapitelbewertung1000618483

 

Umwelt und Kosten

Hier muss der Mini passen: Der niedrige Grundpreis und der damit verbundene geringe Wertverlust geben den Ausschlag für den klaren Kapitelsieg des Fiat. Daran ändern auch seine dürftige Serienausstattung und die schwachen Garantiebedingungen nichts.

Kosten/UmweltMax. PunkteMini Cooper CabrioFiat 500C 1.2 8V
Bewerteter Preis675237339
Wertverlust502837
Ausstattung25111
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502817
Werkstattkosten201614
Steuer10910
Versicherung403538
Kraftstoff553943
Emissionswerte258788
Kapitelbewertung1000490587

 

Fazit

Das Mini Cooper Cabrio gewinnt diesen Vergleich klar – nicht zuletzt dank seines agilen Handlings, des antrittsstarken Motors und guten Komforts. Der Fiat 500C ist deshalb aber kein Verlierer. Er bereitet ebenfalls viel Fahrspaß, und das für deutlich weniger Geld. Die geringere Motorleistung ist zwar spürbar, aber für 2000 Euro mehr gibt es den 500C auch mit munteren 100 PS – und einem serienmäßigen ESP.

Gesamtbewertung

Max. PunkteMini Cooper CabrioFiat 500C 1.2 8V
Summe500026952515
Platzierung12

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