Polski - Fiat 125p: Vergessene Helden Polen-Sänfte

26.03.2014

Der Polski-Fiat 125p galt als komfortabel und gut ausgestattet, doch die Technik unterm Blech war alt

Während in Westdeutschland die 68er-Revolte auf ihren Höhepunkt zurollte, bahnte sich zwischen den politischen Blöcken automobiles Tauwetter an – Polen und die UdSSR begannen mit der Lizenzproduktion von Fiat-Modellen. Ein Jahr nachdem die ersten Fiat 125 in Italien vom Band gerollt waren, nahm 1968 auch im polnischen FSO-Werk die Produktion des Fiat 125p so richtig Fahrt auf.

Das ging auf einen Lizenzvertrag zurück, der drei Jahre zuvor vereinbart wurde und an eine Zusammenarbeit in den 30er-Jahren anknüpfte. Äußerlich unterschieden sich die – für damalige Verhältnisse recht luxuriös auftretenden Autos – nur wenig. Der Italiener trug ein markantes Vieraugengesicht mit Rechteck-Scheinwerfern und seitlichen Chromleisten. Beim polnischen Pendant zierten dagegen Rundscheinwerfer und ein Logo mit dem Schriftzug Polski Fiat den Kühlergrill.

Doch wie beim Original erhielten Abblend- und Fernlicht jeweils eigene Reflektoren, was damals die meisten anderen Beleuchtungssysteme sprichwörtlich in den Schatten stellte. Technisch basierte der 125p aber auf dem alten Fiat 1500, dessen Fahrwerk, Motor und Getriebe in die leicht modifizierte aktuelle Karosserie des 125p verpflanzt wurden.


PREISWERT ODER FAST UNERSCHWINGLICH


Während der 125p für Westdeutsche lukrativ war, weil er viel Blech für wenig Geld bot (6560 Mark), galt er in Ostdeutschland als luxuriöser Traumwagen, den sich nur Gutbetuchte leisten konnten – er kostete satte 23.500 DDR-Mark!

Der 4,23 Meter lange Viertürer bot fünf Personen Platz, und die klassische Stufenheck-Karosserie entsprach dem damaligen Geschmack. Zudem war der Fiat für seine Größe mit 970 kg ein Leicht-gewicht. Ein viertüriger Kombi und ein zweitüriger Pick-up folgten 1972, beide wurden aber nur in Westdeutschlands angeboten. Erhältlich war der Fiat mit 1,3-Liter-Triebwerk (60 PS), später auch mit 1,5-Liter-Motor (75 PS). Vor allem der 1300er, ein Viertakt-Vierzylinder mit seitlicher Nockenwelle und Fallstrom-Registervergaser, glänzte mit erstaunlicher Laufruhe. Das führte dazu, dass häufiger die Anlasserritzel dran glauben mussten – und zwar dann, wenn der Fahrer in den bereits laufenden Motor versehentlich hineinstartete. Eine Anlasswiederholsperre besaß der Fiat nämlich nicht.

Die Gangwechsel des voll synchronisierten Viergang-Getriebes erfolgten über eine Lenkradschaltung, die sich bei Neuwagen erst hakelig, später aber recht leicht schalten ließ. Auch das Fahrwerk des Hecktrieblers war auf Komfort getrimmt. Die weiche Federung führte allerdings zu starker Kurvenneigung, und bei zu schnell angegangenen Kehren war der Fahrer gut beraten, mit beherztem Gegenlenken zu reagieren.

Das glückte bei aufgezogenen Diagonal-Reifen (anfangs Serienausstattung) nicht immer. Zu den Besonderheiten des Interieurs zählten ein Bandtacho, ein verchromter Hupenring und Liegesitze mit abwaschbaren, aber schweißtreibenden Kunststoffpolstern in Schwarz, Braun oder Rot. Auch das entsprach dem Zeitgeist. Kopfstützen gab es noch nicht, und für die Sicherheit sorgten lediglich mausgraue Beckengurte. 

Polski-Fiat 125p: Technische Daten und Fakten
Antrieb
4-Zyl.; Hubraum: 1295 cm3; Leistung: 45 kW/60 PS bei 5200/min; max. Drehm.: 90 Nm bei 3200/min; 4-Gang-Getriebe; Hinterradantrieb
Aufbau und Fahrwerk
Stufenheck, vier Türen; Radaufhängung vorn: Doppelquerlenker, Schraubenfedern; hinten: Starrachse, Längsblattfedern; v./h. Teleskopdämpfer; Bremsen: v./h. Scheiben; Reifen: v./h. 165 S 13
Eckdaten
L/B/H: 4225/1620/1440 mm; Radstand: 2505 mm; Leergewicht: 970 kg; Bauzeit: 1968 bis 1991; Preis (1969): 23.500 DDR-Mark/6560 Mark
Fahrleistungen1
Beschleunigung: 0 auf 100 km/h in 16,0 s; Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h; Verbrauch: 10,5 l/100km
1Werksangaben

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Holger Ippen

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