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Feuer und Flamme: Ferrari F430 Spider und Lamborghini Gallardo Spyder

Feuer und Flamme

Eine gut gefüllte Brieftasche für den Genuss ohne Reue und eine herzliche Liebe zu Extremsportlern sind gute Voraussetzungen, um sich für einen der beiden Roadster von Ferrari und Lamborghini entscheiden zu können. Wir erfuhren am eigenen Leib, wie es ist, wenn der Fahrtwind ungehindert durchs Cockpit rauscht und der Sound der starken Triebwerke die Sinne kitzelt

Da gibt es was auf die Ohren: Die beiden Supersportler musizieren Rock´n Roll bis zur Schmerzgrenze. Sie sprengen unsere Vorstellungen von Geschwindigkeit, sind beide über 300 km/h schnell, zählen zur exklusiven Kategorie der offenen Supersportwagen und kommen aus Italien: woher auch sonst? Damit sind ihre Gemeinsamkeiten aber auch schon erzählt. Technisch sind die beiden völlig unterschiedlich ausgestattet, denn wir sind beim Ferrari F430 Spider und dem neuen Gallardo Spyder, mit dem die Audi-Tochter Lamborghini jetzt im Kundenfeld des italienischen Konkurrenten wildern soll. AUTO ZEITUNG hatte die erste Möglichkeit, die beiden Superstars im sonnigen Miami gemeinsam unter die Augen zu nehmen und sowohl auf normaler Straße als auch auf der Rennstrecke miteinander zu vergleichen. Die Zahl der Zylinder ist hier eine Frage der Philosophie. Während Ferrari traditionell bei seinem kleinsten Modell auf einen V8-Zylinder-Mittelmotor setzt, arbeitet unter der Lambo-Heckklappe ein voluminöser, ebenfalls mittig eingebauter V10. Zum Vergleich: 4,3 Liter Hubraum beim Ferrari stehen 5,0 Liter Hubraum beim Lambo entgegen. Auch bei der Leistung hat der Gallardo seine flache, kurze Nase vorn - 520 PS, das sind 30 PS mehr als im F430. Und beide aktivieren ihre maximale Leistung bei extrem hohen Drehzahlen. 8000 Umdrehungen sind es beim Lambo, der Ferrari benötigt dafür gar 8500 Touren. Bei normalen Familienlimousinen würden bei solchen Drehzahlen die Kolben durch die Motorhaube fliegen. Für Spitzensportler wie diese beiden italienischen Kontrahenten sind solche Drehzahlsphären normale Trainingseinheiten. Geschaltet wird über Wippen am Lenkrad. Obwohl beide Autos auch mit den herkömmlichen manuellen Schaltgetrieben mit offener Kulisse angeboten werden, entscheiden sich die Kunden zu fast 90 Prozent für die sequenzielle Schaltung, die über Wippen am Lenkrad betätigt wird. Im Falle des Ferrari kann man diese Entscheidung durchaus verstehen, denn hier funktioniert die Wippen-Variante einwandfrei und blitzschnell. Beim Gallardo sollten die Kunden vielleicht darüber nachdenken, ob sie sich den Aufpreis für das automatisierte Getriebe nicht lieber sparen und sich besser am munteren metallischen Klacken der handgeschalteten Version erfreuen. Denn die Schaltvorgänge des so genannten E-Gear sind deutlich langsamer als die des Ferrari, wer mit diesem System an Bord an einer Ampel bremst, muss sich auf ruppiges Herunterschalten einstellen. Um eine optimale Beschleunigung zu erreichen, muss der Gallardo-Fahrer aber lediglich den ersten Gang einlegen und dann auf das Gaspedal steigen. Ferrari hat seinen Roadster mit einer zusätzlichen Launchcontrol ausgerüstet, die ein optimales Anfahren ermöglicht - ohne ein Durchdrehen der angetriebenen Hinterräder. Solche Probleme kennt der Lambo prinzipiell nicht, schließlich ist er mit einem Allradantrieb ausgerüstet. Im Ernstfall katapultiert der F430 seine Insassen in 4,1 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h, während sich der Gallardo dafür 4,3 Sekunden gönnt. Trotz der 30 PS Mehrleistung zieht der Roadster aus St. Agata hier den Kürzeren. Daran sieht man, wie perfekt das Antriebssystem des Ferrari arbeitet. Auch im Fahrbetrieb zeigt sich der Renner aus Maranello, der mit einem elektronisch geregelten Differenzial ausgerüstet ist, von seiner besten Seite, und wesentlich leichtfüßiger als sein Konkurrent. Nicht nur rasen, auch genießen lautet die Devise. Denn Italiener zeigen bei Pasta, Pesto und dem rotem Barolo, dass sie Genießer sind. Also Dächer runter, um der warmen Sonne Floridas ungehinderten Eintritt zu lassen. Wie es sich für extrovertierte Sportler gehört, ist auch das elektrische Wegklappen der Stoffmützen die reine Show, die zwischen 15 und 20 Sekunden dauert. Beim Lamborghini hebt sich in dieser Zeit zunächst die Motorhaube leicht an, gleitet dann zurück, um schließlich ganz aufzuklappen. Gleichzeitig fährt die Heckscheibe nach unten und das Stoffdach faltet sich dahinter - quasi über dem Motorraum -zusammen. Klappe zu. Fertig. Beim Konkurrenten hebt sich erst mal ebenfalls die hintere Haube, das Verdeck faltet sich dreimal zusammen und verschwindet unter der großen Klappe. Wer kann da widerstehen? Es ist ein himmlisches Vergnügen, mit diesen Superrennern unter der Sonne dahinzugleiten. Der sägende Sound der Auspuffanlagen lässt wohlige Schauer über die Rücken der Piloten laufen und sorgt dafür, dass die Passanten schon zusammenzucken, bevor die beiden Sportler in Sichtweite sind. Wo andere die Hupe benutzen, drücken Ferrari- und Lamborghini-Piloten einfach mal kurz aufs Gaspedal. So erzeugt man jede Menge Aufmerksamkeit. Und wenn man es nicht übertreibt, kommt dabei nicht einmal die Frisur der Beifahrerin in Unordnung. Wenn doch, ist es immerhin die italienisch-exklusive Art, die langen Locken der Dame zu fönen. Ach ja, für den Ferrari F430 Spider verlangen die Italiener 161200 Euro, die Kollegen aus dem Nachbarort St. Agata wollen für ihren Lamborghini Gallardo Spyder sogar 167620 Euro. Herzlichen Glückwunsch dem, der es sich leisten kann.

Karosserie

KarosserieMax. PunkteFerrari F430 SpiderLamborghini Gallardo Spyder
Raumangebot vorn100--
Raumangebot hinten100--
Übersichtlichkeit100--
Bedienung/ Funktion100--
Kofferraumvolumen100--
Variabilität70--
Zuladung/ Anhängelast80--
Sicherheit150--
Qualität/ Verarbeitung200--
Kapitelbewertung100000
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Inhaltsübersicht

Autos im Test

Ferrari F430 Spider

PS/KW 489/360

0-100 km/h in 4.10s

Heckantrieb, 6 Gang sequentiell

Spitze 255 km/h

Preis 161.200,00 €

Lamborghini Gallardo Spyder

PS/KW 519/382

0-100 km/h in 4.30s

Allrad, 6 Gang sequentiell

Spitze 314 km/h

Preis 167.620,00 €