Ferrari verliert Namensrechte an Testarossa: Urteil Ferrari muss Markennamen Testarossa an Deutschen abgeben

von Julian Islinger 03.08.2017

Vor 21 Jahren endete die Produktion des Ferrari Testarossa, nun verlor der italienische Hersteller die Markenrechte an einen deutschen Fabrikanten. Die Begründung des Urteils: Ferrari hätte den Markennamen zu lange nicht mehr genutzt.

Der Nürnberger Fabrikant Kurt Hesse freut sich, denn demnächst kann er unter dem Markennamen Testarossa Zweiräder, Rasierer und andere Produkte verkaufen. Denn Ferrari hat den Namen seines 80er-Jahre-Kultsportwagens jetzt in einem Markenrechtsstreit verloren. Zwar kann das Urteil des Düsseldorfer Landgerichts noch in höherer Instanz vor dem Oberlandesgericht angefochten werden, doch nach jetzigem Stand muss der italienische Sportwagenhersteller in die Löschung der Marke und der gleichzeitigen Freigabe des Namens für anderweitige Fremdnutzung zustimmen. Eine Gerichtssprecherin in Düsseldorf erläuterte die Entscheidung damit, dass Ferrari die Marke in den vergangenen fünf Jahren nicht mehr genutzt habe, um einen Anspruch auf den Namen weiterhin geltend zu machen: "Eine Marke muss genutzt werden, damit sie geschützt bleibt. Das hat das Unternehmen hier nicht getan." Ferrari hat vor Gericht zu argumentieren versucht, dass man nach wie vor mit der Wartung, Reparatur und Aufbereitung alter Testarossas zu tun habe und damit die Marke ja doch noch irgendwie nutzen würde. Diesen Einwand ließ der Richter jedoch nicht gelten. Juristisch betrachtet würde der Hersteller diese Dienstleistungen nämlich unter der Dachmarke Ferrari leisten, was nicht ausreichen würde, die Testarossa-Marke zu sichern.

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Urteil: Ferrari verliert Testarossa-Namen

Für andere Unternehmen ist der Ausgang des Markenrechtsstreit zwischen Hesse und Ferrari ein Warnsignal. Würde ein Unternehmen folglich einen bekannten Namen über längere Zeit nicht nutzen, so könnte sogar ein direkter Wettbewerber die Marke für sich beanspruchen. Nur das regelmäßige Nutzen eines Namens kann eine "Übernahme" laut gegenwärtiger Rechtslage also verhindern. Der Unternehmer Hesse, früher bekannt durch die Produktion der Carrera-Rennbahnen, will den Testarossa-Namen künftig für Fahrräder, E-Bikes und auch Rasierer nutzen. Natürlich dürfen die existierenden Sportwagen ihren Namen trotzdem behalten. Ferrari hatte sein Testarossa-Modell in Italien von 1984 bis 1996 gebaut. Größere Berühmtheit erlangte das Auto unter anderem in der 80er-Jahre-Kultserie Miami Vice, in der Sonny Crockett und Ricardo Tubbs in ihrem weißlackierten Testarossa regelmäßig auf Verbrecherjagd fuhren. Der Testarossa hatte in seiner besten Motorisierung 446 PS, zwölf Zylinder und konnte damit auf 290 km/h beschleunigen. Die roten Ventildeckel auf den Köpfen des 12-Zylinder-Motors gaben ihm damals seinen Namen, denn Testarossa heißt übersetzt "Roter Kopf".

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