Ferrari California T: Test und Video Tempesta: der Sturm

28.04.2015

Mit 560 PS entfesselt der Biturbo-V8 im Ferrari California T ein wahrhaft stürmisches Temperament – Downsizing neu interpretiert. Das neue Cabrio im Test und Video

Ein Ferrari definiert sich wie kaum ein anderes Auto über den Sound, die Power und die Charakteristik seines Motors. Der bisherige 4,3 Liter große, hochdrehende V8 mit furiosem Klang und ansatzloser Leistungsabgabe zelebrierte dieses Marken-Credo in beeindruckender Weise.

Und jetzt das: Die Italiener verkleinern den Hubraum auf 3,9 Liter und bauen zwei Turbolader unter die Haube. Downsizing im Ferrari? Mamma mia! Bei der Gelegenheit erfährt der California mit dem Namenszusatz T rundum eine optische Frischzellenkur.

Zudem verbraucht er laut Hersteller bis zu 16 Prozent weniger Treibstoff. Im EU-Mix sollen 10,5 Liter Super Plus genügen. Aber die eigentlich gute Nachricht lautet: Der V8-Biturbo leistet 70 PS mehr und bringt es auf 560 PS statt zuvor 505 PS und maximal 755 Nm. Daraus resultieren ausgesprochen flotte Fahrleistungen.

Aus dem Stand sprintet der Hecktriebler in nur 3,5 Sekunden auf 100 km/h. Die 200er-Marke fällt nach nur 10,9 Sekunden, womit der Testwagen sogar die Werksangaben unterbietet (3,6/11,2 s).


California T: Der Boost der Turbolader setzt ansatzlos ein


Noch mehr als die schiere Wucht, mit welcher der Biturbo anschiebt, beeindruckt, wie spontan die Maschine am Gas hängt. Nur extrem sensible Naturen werden die minimale Verzögerung, mit der die Lader ansprechen, überhaupt wahrnehmen, oberhalb von 4000 Umdrehungen beißt der V8 überdies so aggressiv zu und schnappt so gierig nach Drehzahlen, dass die wenigsten Sauger anderer Sportwagen Schritt halten können. Wow.

Der Verbrauch des Cabrios pendelte im Test zwischen 14,6 auf italienischen Berg- und Landstraßen sowie 22,7 Litern auf der Teststrecke in Fiorano. Der California T hat nach wie vor ein Alu-Klappdach, das auf Knopfdruck binnen 20 Sekunden im recht geräumigen Kofferraum (mindestens 240 Liter Volumen) verschwindet.

Auch sonst hat sich an der Grundkonstruktion des 2+2-Sitzers nichts Wesentliches geändert. Das Getriebe schaltet etwas fixer, das Fahrwerk wurde leicht gestrafft. Damit fegt der immer noch verblüffend sanft abrollende GT über die Straßen, dass es eine wahre Freude ist. Die noch direkter übersetzte Lenkung spricht mes-serscharf an, das elektronisch geregelte Sperrdifferenzial garantiert maximalen Grip.

Das recht hohe Leergewicht von 1,8 Tonnen spürt man erst auf der Rundstrecke: Natürlich hat all das seinen Preis: 183.499 Euro verlangt Ferrari für den California T – sieben Jahre Service inklusive.

Ferrari California T im Video

Unser Fazit

Wenn Turbo, dann so! Ansprechverhalten und Sound dieses doppelt aufgeladenen V8 haben Referenz-Charakter. Der Verbrauchsvorteil lässt sich indes nur bei ruhiger Fahrweise darstellen. Open-Air-Star mit Komfort und Charisma.

Martin Urbanke

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