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Seat Leon Supercopa im Tracktest

Seat Leon Supercopa

Der Seat Markenpokal bietet anspruchsvollen Tourenwagensport. Wir absolvierten einen Gaststart

Eckdaten
PS-kW299 PS (220 kW)
AntriebVorderrad, 6-Gang-DSG, Sperrdifferenzial
0-100 km/hk.A.
Höchstgeschwindigkeit235 km/h
Preisk.A.

Es ist ein leichter Stoß von hinten, der meinen roten Seat in der engen Rechtskurve trifft. Das Heck des Wagens wird kurz unruhig. Anklopfen nennt man auf der Rennstrecke diese Art der Kontaktaufnahme. Im Alltag ist der Begriff mit Höflichkeit verbunden, doch in einem Tourenwagenrennen hat er eher den Charakter einer Warnung: Da will jemand vorbei – und zwar möglichst schnell.

Die Botschaft meines Verfolgers heute in Oschersleben ist überdeutlich. Doch mir geht es nicht anders als ihm – auch mein Vordermann Andreas Simonsen hält mich auf. Und langsam wird es Zeit, einen Weg an dem 20-jährigen Schweden vorbei zu finden. Doch das ist leichter gesagt als getan.

SCHNELLER SPANIER
Ein Gaststart im Seat Leon Supercopa ist der Sprung in kaltes und tiefes Wasser. Denn dieser Markenpokal, der im Rahmenprogramm der DTM stattfindet, bietet absolut ernsthaften Tourenwagensport. Das zeigt schon ein Blick auf das Sportgerät dieser Serie: 300 PS liefert der Vierzylinder- Turbomotor – damit liegt der Leon praktisch auf dem Leistungsniveau der Fahrzeuge aus der Tourenwagen-WM (WTCC).

Und auch bei den Rundenzeiten ist der Unterschied gering, denn die WTCC-Werksboliden von BMW, Chevrolet oder Seat umkreisen den Kurs in der Magdeburger Börde gerade einmal rund zwei Sekunden schneller als die Einheitsautos aus dem Markenpokal.

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Verantwortlich für die schnellen Zeiten ist das gelungene Gesamtkonzept des Seat Leon Supercopa. Die Kraft des durchzugsstarken Zweiliter-Motors wird über ein per Lenkradwippen betätigtes Sechsgang-DSG-Getriebe auf die Vorderräder übertragen. Ein Sperrdifferenzial sorgt für gute Traktion, die Bremsanlage liefert ausgezeichnete Verzögerungswerte.

Und ein Aerodynamikpaket, bestehend aus Frontsplitter, flachem Unterboden, Heckdiffusor und verstellbarem Heckflügel, verhilft dem sportlichen Spanier zu beachtlichem Abtrieb. Gemeinsam mit dem leicht untersteuernd abgestimmten Fahrwerk ermöglicht es hohe Kurventempi. Doch nicht nur die Autos haben in dieser Rennserie viel Potenzial: Das 22 Fahrer große Starterfeld besteht überwiegend aus talentierten Nachwuchspiloten mit Profi ambitionen.

Die hat auch mein Vordermann, der mich im Kampf um Platz 15 jetzt schon drei Runden in Schach hält. Endlich – vor der Zielkurve macht Simonsen einen Fehler, die Lücke ist da. Denke ich zumindest, denn dann macht er die Tür zu und trifft die rechte vordere Ecke meines Seat. Der fällige Dreher wirft mich auf den letzten Platz zurück. Dabei bleibt es bis ins Ziel.

Im Fahrerlager folgt noch die Klärung der Vorfahrtsfrage mit meinem Gegenspieler. „Ein Rennunfall“, lautet das gemeinsame Fazit. Ganz schuldlos war keiner. Händeschütteln. Ein versöhnliches Ende – trotz harter Bandagen. Dieter Serowy

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Seat Leon Supercopa

PS/KW 299/220

0-100 km/h in k.A.

Vorderrad, 6-Gang-DSG, Sperrdifferenzial

Spitze 235 km/h

Preis k.A.